Die Schweiz gewinnt an der Eishockey-WM gegen Belarus klar mit 6:0. (Bild: Key)
International

Schweizer stehen erneut schnell auf

Die Schweizer sind an der WM in Riga gute Stehaufmännchen. Auch die Reaktion auf die zweite Niederlage im Turnier fiel eindrücklich aus.

Die Schweizer besiegten Belarus 6:0. Was bedeutet dieser vierte Schweizer Erfolg im sechsten Spiel an der WM in Lettland? Die Schweizer dürfen die Planung für die Viertelfinals langsam vorantreiben. Zur sicheren Qualifikation fehlt bloss noch ein Punkt. Die Schweizer bestreiten ihr letztes Vorrundenspiel am Dienstagmittag gegen Aussenseiter Grossbritannien.

Und womöglich steht das sichere Weiterkommen schon vorher fest: Wenn Schweden in einem der nächsten zwei Spiele (gegen die Slowakei und Russland) einen Punkt abgibt – oder wenn Tschechien gegen Dänemark nicht gewinnt.

Aber rechnen wollen die Schweizer nicht. Und sie müssen es auch nicht. Die Verfassung, in der sich die Eisgenossen präsentieren, verspricht am Dienstag gegen Grossbritannien den nächsten Sieg. Auch der Blick und die Erwartungen über die Vorrunde hinaus verheissen einiges. Die Schweizer wurden übers Wochenende nicht müde, zu betonen, wie heiss sie sind auf eine Revanche gegen die Russen, gegen die sie am Samstag in einer Partie auf Augenhöhe am Ende unglücklich 1:4 verloren.

Zweifacher Blitzstart

Am Sonntag wurde schnell klar, dass diese zweite Niederlage an der WM für die Partie gegen Belarus keine Nachwehen verursacht hatte. Die Schweizer starteten furios in die Partie. Auf den ersten Puckverlust reagierten sie mit einem umgehenden Pressing, woraus ein Scheibengewinn in der gegnerischen Zone resultierte. Nach nur 36 Sekunden schoss Christoph Bertschy zum 1:0 ein.

Auch im zweiten Abschnitt erwischten die Schweizer mit dem 3:0 von Sven Andrighetto nach 69 Sekunden einen Blitzstart. Schon nach 32 Minuten und dem fünften WM-Tor von Gregory Hofmann (zum 4:0) gab es über den Sieger der Partie keine offenen Fragen mehr. Zwei Goals, das 2:0 und das 5:0, gelangen Joel Vermin. Vermin erzielte an Weltmeisterschaften bislang fünf Tore, vier gegen Belarus.

Starke Defensive

Es imponierte, wie die Schweizer die Weissrussen konzentriert vom Eis arbeiteten. Sie spielten mit dem Gegner Katz und Maus. Sie überzeugten in der Offensive. Und obwohl dieses Offensivspiel gegen Schweden (0:7) und Russland (1:4) nicht funktioniert hatte, erzielten die Schweizer in Riga bislang sogar mehr Tore als alle anderen Teams der Gruppe A, auch mehr als die Russen.

Aber auch in der Defensive arbeiten die Schweizer vorbildlich und mit grossem Elan. Aus diesen Qualitäten resultierte der problemloseste Sieg gegen Belarus seit elf Jahren. Vor den Olympischen Winterspielen in Vancouver, damals noch unter Ralph Krueger, gewann die Schweiz in Winnipeg gegen die Weissrussen 6:2 und führte damals nach 15 Minuten 3:0 und nach 38 Minuten 6:1.

Shutout von Genoni

Seither resultierten an Titelkämpfen zwar meistens Siege gegen Weissrussland, aber diese mussten hart erarbeitet und erdauert werden. Vor drei Jahren in Dänemark siegten die Schweizer nach einem 1:2-Rückstand 5:2. Beim 3:0 in Paris 2017 stand es nach 36 Minuten erst 1:0. 2014 in Minsk führten die Schweizer zweimal und verloren 3:4. Und bei den Titelkämpfen in Finnland (2012) und Schweden (2013) standen die Partien Mitte Schlussdrittel noch unentschieden.

Aber die neue Schweizer Zwei-Weg-Generation (die nicht nur verteidigen, sondern auch angreifen kann) gerät gegen Gegner dieses Kalibers nicht mehr ins Bangen. Die Belarussen spielten zuvor an dieser WM nicht so schlecht. Sie schlugen Schweden 1:0, schafften es gegen Tschechien in eine Verlängerung (2:3), erwischten gegen die Slowakei einen Fehlstart (2:5) und führten gegen Dänemark nach 40 Minuten 2:1 (und verloren dann 2:5).

Zuversichtlich für die kommenden Tage stimmt auch, dass Leonardo Genoni im ersten Einsatz seit der missglückten Leistung gegen Schweden (vier Gegentore bei nur acht Paraden und Auswechslung nach dem 0:4) den Tritt wieder fand. Genoni kam mit 20 Paraden zum zehnten Shutout mit der Nationalmannschaft, dem ersten an einer Weltmeisterschaft seit dem 3:0 gegen Belarus vor vier Jahren in Paris. Genoni wurde insbesondere im ersten Abschnitt beim Stand von 1:0 mehrmals seriös geprüft.

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