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Schweiz

Jobverluste wegen Homeoffice drohen und SP plant offensive EU-Strategie

Die SP will eine offensive EU-Strategie skizzieren und zu viel Homeoffice erhöht das Risiko des Jobverlusts. Das sind die Schlagzeilen der Sonntagspresse.

Die Sonntagspresse in nicht verifizierten Schlagzeilen:

Parmelin will keine Spielchen mit der EU

Bundespräsident Guy Parmelin setzt nach dem Verzicht auf ein Rahmenabkommen mit der EU auf Deeskalation. Mit Blick auf mögliche Nadelstiche der EU gegen die Schweiz sagte Parmelin in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag», solche Massnahmen brächten gar nichts – weder der Schweiz noch der EU. Die Europäische Union würde sich selber schaden, wenn sie die Handelsbeziehungen zu einem ihrer wichtigsten Handelspartner torpedieren würde. Das gelte auch für die Forschungskooperation. Damit werde nur der Forschungsstandort Europa gegenüber Asien und den USA geschwächt. Parmelin versicherte, dass der Bundesrat auf allfällige Manöver aus Brüssel nicht mit Gegenmassnahmen reagieren wolle. Solche Spielchen passten nicht zur Politik der Schweiz.

Debatte zum gescheiterten Rahmenabkommen

Die beiden Parteien GLP und SP fordern in der kommenden Sommersession eine aktuelle Debatte über den Entscheid des Bundesrates, die Verhandlungen zum institutionellen Rahmen-Abkommen mit der EU abzubrechen. Das bestätigten GLP-Präsident Jürg Grossen und SP-Fraktionspräsident Roger Nordmann dem «SonntagsBlick». Die beiden Parteien verlangen zusammen mit der FDP, das die Hintergründe des Abbruchs von der Geschäftsprüfungskommission untersucht werden. Die Westschweizer Sonntagszeitung «Le Matin Dimanche» rechnet mit einer explosiven Stimmung bei der Debatte im Parlament. Die FDP-Bundesräte Ignazio Cassis und Karin Keller-Sutter dürften dabei die Sündenböcke sein, habe die FDP doch das Abkommen unterstützt.

SP will offensive EU-Strategie

Die Sozialdemokraten wollen nach dem Abbruch der Verhandlungen zum Rahmen-Abkommen in die Offensive gehen. Laut «SonntagsZeitung» werden bereits am Montag in der Geschäftsleitung erste Umrisse einer künftigen Strategie skizziert. Die Schweiz solle mit der EU möglichst viele Kooperationen eingehen, um in absehbarer Zeit neue bilaterale Verträge oder gar einen besseren Rahmenvertrag abschliessen zu können. Einzelne SP-Exponenten fordern gar einen raschen Beitritt der Schweiz zur EU. So oder so möchte die SP mit ihrer offensiven Strategie die alte Europa-Koalition mit der FDP und der Mitte-Partei (früher CVP) wieder zusammenführen.

SVP feiert Fest nach gescheitertem Rahmenabkommen

Die SVP, die geschlossen gegen die Unterzeichnung eines Rahmen-Abkommens mit der EU war, sieht keinen Anlass, die Kohäsionsmilliarde rasch nach Brüssel zu überweisen und damit Goodwill in der Europäischen Union zu schaffen. Im Interview mit dem «SonntagsBlick» sagte SVP-Parteipräsident Marco Chiesa, die Milliarde für den Kohäsionsfonds der EU sei direkt mit der gegenseitigen Börsenäquivalenz verknüpft. Solange diese und anderen Diskriminierungen durch die EU bestünden, wäre es eine Heuchelei, wenn das Parlament nun plötzlich zahle. Chiesa kündigte nach dem Scheitern des Rahmen-Abkommens ein grosses SVP-Fest an. Am 26. Juni würden in allen Kantonen Höhenfeuer angezündet. Und in Morschach gegenüber dem Rütli werde ein zentraler Anlass stattfinden.

EU prüft Schweizer Datenschutzgesetze

Nach dem Scheitern des Rahmen-Abkommens könnte die EU laut «SonntagsZeitung» der Schweiz im Datenschutz einen weiteren Nadelstich versetzen. Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse und Datenschutzexperten warnten vor diesem neuen Handelshemmnis. Derzeit prüfe die EU, ob sie die neue Schweizer Datenschutz-Gesetzgebung als gleichwertig anerkennen wolle. Verweigere die EU diese Anerkennung, müssten Schweizer Firmen bei jedem neuen Vertrag mit einem EU-Kunden, bei dem Personendaten verarbeitet würden, durch gesonderte Vertragsklauseln zusichern, dass die Daten wie in der EU geschützt seien. Von diesem Problem wären tausende Firmen betroffen, die sich bisher noch kaum mit Datenschutz beschäftigt hätten.

Homeoffice erhöht Risiko des Jobverlusts

Fachleute warnen im Zuge des Home Office vor einem Jobverlust. Wer nicht sobald wie möglich an seinem Arbeitsplatz zurückkehre, drohe abgehängt zu werden. Zu viel Home Office erhöhe das Risiko, die Stelle zu verlieren, sagte der Genfer Wirtschaftsprofessor Richard Baldwin gegenüber der «SonntagsZeitung». Die Ehrgeizigen gingen wieder an ihren Arbeitsplatz. Nachdem die Unternehmen gemerkt hätten, dass gewisse Arbeiten ohne Probleme auch aus der Ferne erledigt werden könnten, drohten viele Stellen an günstigere Standorte ausgelagert zu werden. Wer wieder öfter im Büro arbeite könne zeigen, warum es ihn oder sie vor Ort brauche.

Abtreibungspille bald bis zur neunten Woche zugelassen?

Die Schweizer Spitäler setzen auch ausserhalb der Zulassung auf Abtreibungspillen. Die Heilmittelbehörde Swissmedic hat das Abtreibungsmedikament Mifegyne bis zur siebten Schwangerschaftswoche zugelassen. Es wird jedoch immer häufiger bis zur neunten Woche eingesetzt. Das haben mehrere Universitätsspitäler sowie das Zürcher Triemlispital gegenüber der «NZZ am Sonntag» bestätigt. Ein solcher Einsatz der Abtreibungspille gilt als Off-Label-Anwendung. Nun erhält diese Praxis halboffiziellen Status. Sie wird von der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe in einem Expertenbrief unterstützt. Die Corona-Pandemie hat im übrigen dazu geführt, dass weniger Frauen eine Schwangerschaft operativ im Spital abbrechen wollen. Pro Jahr werden in der Schweiz zwischen 10’000 und 11’000 Abtreibungen vorgenommen.

Dutzende Strafen wegen Import von Viagra

Die Heilmittelbehörde Swissmedic hat zwischen Februar und April 2021 dutzende Käufer erektionsfördernder Mittel bestraft. Insgesamt stellte die Behörde in diesem Zeitraum 85 Strafbescheide im Zusammenhang mit dem Import von Viagra und anderen Mitteln aus. Sie verhängte gegen die Käufer Strafen von 800 bis 3’000 Franken, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt. Die Käufer hatten zumeist ein Mehrfaches der Mengen importiert, die für den Eigenbedarf zulässig wären. Die meisten Sendungen habe der Zoll auf der Post abgefangen. Seit 2019 arbeiten die Zollbehörden strafrechtlich enger mit Swissmedic zusammen. Sie kann Verstösse in einem abgekürzten Verfahren ahnden.

So tickt die Generation Z

Die heutige Jugend, auch als «Generation Z» bezeichnet, hält traditionelle Werte hoch. Sie fällt auf durch Ehrgeiz und einen grossen Leistungswillen, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt. Das zeige eine Umfrage bei 11’800 Studentinnen und Studenten in der Schweiz. Erfolg und ein kompetitives Umfeld habe für Jugendliche der Jahrgänge 1997 bis 2012 eine grosse Bedeutung, schreibt die Beratungsfirma Universum, die die Studie erstellt hat. Wichtig sei ebenso ein hoher Lohn. Die Präferenzen der Generation Z unterschieden sich stark von den Millennials, die zwischen 1981 und 1996 geboren worden seien. Diese legten Wert auf eine gute Work-Life-Balance sowie auf Flexibilität bei der Arbeit.

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