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Die Medienkonferenz des Bundesrats zum Coronavirus vom 26. Mai 2021. (Video: Youtube/Der Eidgenössische Bundesrat)
Schweiz

Bundesrat lockert schneller als geplant

Der Bundesrat hat am Mittwoch über weitere Öffnungsschritte informiert. Die Lockerungen fallen grösser aus als zunächst geplant.
Ende der Medienkonferenz

Die Medienkonferenz des Bundesrats zu den neusten Entscheiden bezüglich der Coronavirus-Pandemie ist zu Ende. Wir danken Ihnen für Ihr Interesse.

Die wichtigsten Entscheide bei folgenden Themengebieten finden Sie hier zum Nachlesen:

Restaurants, private Treffen und Homeoffice

Grossanlässe inklusive «Schutzschirm»

Grossanlässe ab 20. August ohne Zuschauereinschränkungen möglich

Der Bundesrat hat an seiner Medienkonferenz vom Mittwoch Grossanlässe mit Zuschauern ab dem 20. August in Aussicht gestellt. Generell sollen Anlässe mit 10’000 Gästen bewilligt werden. Sind Sitzplätze vorhanden, könnten Sportstadien im Freien gar ohne Einschränkungen gefüllt werden.

Die Umsetzung dieses Schritts ist mit der epidemiologischen Lage und insbesondere mit der Situation verknüpft, wie viele Personen bis dahin geimpft sind. Zugelassen werden nur geimpfte, genesene oder negativ getestete Personen.

Diese Ankündigung freut insbesondere die Swiss Football League. Fussballspiele auf höchstem Niveau könnten rund einen Monat nach Saisonstart wieder vor vollen Rängen stattfinden. Auch in diesem Bereich hat der Bundesrat seine ursprünglichen Pläne beschleunigt.

Die Lockerungen auf einen Blick
Alain Berset: «Unsere Corona-Strategie funktioniert»

Gesundheitsminister Alain Berset zeigt sich optimistisch, dass die Entwicklung der Corona-Pandemie auch in den kommenden Wochen positiv bleibt. «Unsere Strategie funktioniert», sagte er am Mittwoch vor den Medien in Bern.

Trotz mehreren Öffnungsschritten sei seit mehreren Wochen ein Rückgang der Fallzahlen zu verzeichnen. Das zeige, dass die Impfkampagne funktioniere und die Schutzmassnahmen von der Bevölkerung eingehalten würden. «Wir konstatieren eine gute Entwicklung, sind aber noch nicht am Ende des Weges.»

Den aktuellen Öffnungsschritt bezeichnete Berset als «substanziell». Praktisch alle Aktivitäten seien – teilweise mit Einschränkungen und Schutzkonzepten – wieder möglich. Geschlossen blieben Discos und Clubs. Auch ihnen wolle der Bundesrat aber Perspektiven bieten.

Quarantäneregeln werden gelockert

Schliesslich werden neu auch Geimpfte und Personen unter 16 Jahren für sechs Monate von der Kontaktquarantäne und der Reisequarantäne ausgenommen. Sie müssen bei der Einreise auch keinen Testnachweis oder Kontaktdaten vorlegen. Voraussetzung ist laut dem Bundesrat eine vollständige Impfung mit einem in der Schweiz oder durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) zugelassenen Impfstoff.

Auch Personen unter 16 Jahren werden von der Reisequarantäne und der Testpflicht bei der Einreise ausgenommen. Die Ausnahmen von der Reisequarantäne und von Testpflicht gelten nicht für genesene und geimpfte Personen, die aus Ländern mit besorgniserregenden Virusvarianten einreisen.

Amateur-Fussballspiele wieder möglich

Weitere Öffnungen betreffen den Amateursport und die Laienkultur, wo maximal 50 statt 15 Personen gemeinsam tätig sein dürfen. Publikum ist zugelassen. Wettkämpfe von Mannschaftssportarten sind nur draussen erlaubt. Im Freien sind Chorkonzerte wieder zugelassen, im Amateur- und Profibereich.

Auch Hallen- und Thermalbäder sowie Wellnesseinrichtungen dürfen ab Montag wieder öffnen. An Hochschulen wird die Beschränkung auf maximal 50 Personen für Präsenzveranstaltungen aufgehoben. Voraussetzung ist ein Testkonzept und eine Genehmigung des Kantons. Die Masken- und Abstandspflicht gilt weiterhin.

Laut dem Bundesrat wird zudem die Homeoffice-Pflicht in eine -Empfehlung umgewandelt – jedoch nur für Betriebe, die einmal pro Woche testen. Sobald alle Personen geimpft sind, die dies möchten, soll die Homeoffice-Regel ohne Vorgaben gelockert werden.

Private Treffen und Restaurants: Bundesrat lockert schneller als geplant

Private Treffen mit bis zu 50 Personen, Publikumsevents mit maximal 300 Besuchern, Restaurants wieder offen: Ab Montag wird das öffentliche Leben wieder einfacher. Der vierte Öffnungsschritt wird grösser als geplant. Ende Juni soll es weitere Lockerungen geben.

Der aktuelle Öffnungsschritt erfolgt nach den guten Erfahrungen der vergangenen Wochen und den Fortschritten bei der Impfkampagne. Bei den einzelnen Lockerungen stützt sich der Bundesrat mehrheitlich auf die Forderungen der Kantone.

So werden die Limiten für private Treffen von zehn auf dreissig in Innenräumen und von 15 auf 50 draussen erhöht. Für diesen Bereich hatte der Bundesrat in der Konsultation zunächst keine Änderungen vorgesehen.

Für Veranstaltungen mit Publikum wie Public Viewings oder Konzerte gilt neu in Innenräumen eine Obergrenze von 100 statt 50 Personen und draussen von 300 statt hundert Personen. Dieselben Regeln gelten für religiöse Veranstaltungen. Im Unterschied zur Konsultationsvorlage müssen die Sitzplätze bei Publikumsanlässen nicht mehr fest zugeordnet werden.

Veranstaltungen ohne Publikum, wie Vereinsanlässe oder Führungen, sollen innen und aussen mit maximal fünfzig statt wie bisher 15 Personen möglich sein. Dies gilt auch für private Anlässe wie Hochzeits- oder Geburtstagsfeiern, die nicht in den eigenen privaten Räumlichkeiten stattfinden. Für Menschenansammlungen im öffentlichen Raum gelten keine Einschränkungen mehr.

Auch die Beizer können sich freuen. Nach monatelanger Schliessung können Restaurantbetreiber am Montag auch ihre Innenräume wieder öffnen. Es gilt: Abstand oder Abschrankung, maximal vier Personen pro Tisch, Erhebung der Kontaktdaten aller Gäste und Sitzpflicht.

Am Tisch muss keine Maske getragen werden, wer sich im Restaurant bewegt – drinnen und draussen – muss hingegen eine Maske tragen. Für das Personal gilt eine Maskenpflicht. Auf der Terrasse sind neu Sechsertische möglich. Die Sperrstunde zwischen 23 und 6 Uhr wird aufgehoben.

«Schutzschirm» für Anlässe bei Absage

Der Bundesrat entschied daneben auch, wie Anlässe entschädigt werden, sollten sie trotz vorgängiger Bewilligungen der Kantone aus epidemiologischen Gründen dann doch nicht stattfinden können. Das Parlament hatte dazu in der Frühlingsession im Covid-Gesetz einen «Schutzschirm» eingeführt.

Der Veranstalter trägt demnach pro Anlass von den ungedeckten Kosten eine Franchise von 5’000 Franken und vom verbleibenden Betrag einen Selbstbehalt von zehn Prozent. Der Bundesrat reduzierte nach der Konsultation die Franchise und den Selbstbehalt.

Sofern die Kantone die Hälfte der ungedeckten Kosten übernehmen, zahlt der Bund die andere Hälfte. Die Kostenbeteiligung von Bund und Kantonen beträgt pro Veranstaltung höchstens fünf Millionen Franken. Die Regelung gilt für Anlässe zwischen dem 1. Juni 2021 und dem 30. April 2022. Für die Umsetzung müssen die meisten Kantone noch eine Rechtsgrundlage schaffen.

Bedingung für eine Entschädigung ist, dass der Kanton den betroffenen Publikumsanlass bewilligt und ihn zusätzlich dem Schutzschirm unterstellt hat. Weitere Bedingungen sind unter anderem ein Besucherkreis, der über den Kanton hinausgeht, in dem die Veranstaltung stattfindet sowie die Teilnahme von mindestens 1’000 Personen pro Veranstaltungstag. Damit auch Fach- und Publikumsmessen vom Schutzschirm profitieren können, brauchen sie neu ebenfalls eine Bewilligung des Kantons.

Einlass für Geimpfte, Genesene oder negativ Getestete

In einem zweiten Schritt will der Bundesrat ab Anfang Juli wieder eigentliche Grossveranstaltungen erlauben. Die maximale Anzahl Personen bei Veranstaltungen in Innenräumen bleibt wie vorgeschlagen bei 3’000 Personen. Draussen dagegen können Grossveranstaltungen mit Sitzpflicht und zwei Drittel der Kapazität entgegen dem Vorentwurf neu mit maximal 5’000 statt 3’000 Personen stattfinden.

Für Veranstaltungen im Freien mit Stehplätzen etwa für Open Airs sind maximal 3’000 Personen zugelassen, bei halber Kapazität und mit Maske. Der Einlass an diesen Grossveranstaltungen ist vollständig geimpften, von Covid-19 genesenen oder ein negatives Testresultat vorweisenden Gästen vorbehalten. Das Covid-Zertifikat soll dabei zum Einsatz kommen, sobald es vorliegt.

In einem dritten Schritt will der Bundesrat ab dem 20. August wieder Anlässe mit 10’000 Personen erlauben. Zunächst hatte er dafür den 1. September vorgesehen. In Innenräumen gibt es dabei wohl keine Kapazitätsbeschränkungen mehr. Bei Veranstaltungen im Freien mit Sitzpflicht will die Regierung dann ebenfalls auf eine Kapazitätsbegrenzung verzichten.

Die Umsetzung des dritten Schritts ist – wie bereits früher angekündigt – mit der epidemiologischen Lage und insbesondere mit der Situation verknüpft, wie viele Personen bis dahin geimpft sind.

Bundesrat beschleunigt seine Öffnungspläne für Grossanlässe

In der Schweiz sind ab Dienstag probeweise wieder grössere Anlässe mit bis zu tausend Menschen erlaubt. Grossveranstaltungen mit 10’000 Gästen sollen ab dem 20. August über die Bühne gehen können. Der Bundesrat hat am Mittwoch seine ursprünglichen Pläne beschleunigt.

Der Bundesrat entschied an seiner Sitzung, wann und in welcher Form Grossveranstaltungen wieder stattfinden können. Er reagierte nach der Konsultation seiner Öffnungspläne unter anderem auf kritische Rückmeldungen der Wirtschaft. Diese hatte teils eine raschere und umfassendere Öffnung gefordert.

Der Öffnungsplan sieht weiterhin drei Schritte vor. Ab dem kommenden Dienstag sind grössere Pilotveranstaltungen wieder möglich. Die maximale Anzahl Personen für solche Anlässe in Innenräumen beträgt wie in der Konsultation vorgeschlagen 600 Personen. Im Freien hingegen sollen 1’000 statt 600 Leute teilnehmen dürfen.

Jeder Kanton kann fünf solche Pilotanlässe bewilligen. Ursprünglich wollte der Bundesrat nur deren drei zulassen. Damit die ersten Pilotveranstaltungen so rasch wie möglich bewilligt werden können, tritt die entsprechende Verordnung umgehend am Donnerstag in Kraft. Für die Veranstaltungen im Freien hob der Bundesrat die Maskenpflicht für Sitzplätze auf.

Der Bundesrat wird an seiner heutigen Sitzung über neue Lockerungen der Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus entscheiden. Vor zwei Wochen schickte er etwa die Öffnung der Innenräume von Restaurants, die Aufhebung der Homeoffice-Pflicht für Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden regelmässig testen, sowie die Durchführung grösserer Publikumsanlässe in die Vernehmlassung.

Wie stark öffnet der Bundesrat heute? Alain Berset informiert ab 13:45 Uhr über das weitere Vorgehen in Sachen Corona.

Telebasel zeigt die Medienkonferenz des Bundes live im TV und online.

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