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Der Telebasel News Beitrag vom 26. Mai 2021.
Basel

Baselbiet zahlt weniger an Uni Basel

Die Universität Basel erhält als Globalbetrag der beiden Trägerkantone Basel-Stadt und Baselland für die Jahre 2022 bis 2025 rund 1,355 Milliarden Franken.

Die Universität Basel erhält als Globalbetrag der beiden Trägerkantone Basel-Stadt und Baselland für die Jahre 2022 bis 2025 rund 1,355 Milliarden Franken. Mit dem neuen, als «ausgewogen» deklarierten Universitätsvertrag vermindert sich der Beitrag aus dem Mitträgerkanton Baselland leicht.

Der erneuerte Universitätsvertrag setzt nicht mehr auf Parität zwischen den beiden Trägerkantonen. Sie übernehmen nach wie vor die Vollkosten für ihre Studentinnen und Studenten, wie die zuständigen Bildungs- beziehungsweise Erziehungsdirektorinnen und -direktoren der beiden Regierungen am Mittwoch an einer Medienkonferenz auf der Baustelle des neuen Uni-Campus für Sport, Bewegung und Gesundheit in Münchenstein mitteilten. Das Restdefizit wird aber neu aufgeteilt.

Konkret zahlt der Kanton Baselland nun 670 Millionen Franken und Basel-Stadt rund 685 Millionen Franken. Neu muss der Kanton Basel-Stadt nämlich einen Standortsvorteil-Zusatz von 10 Prozent berappen. Ausserdem werden die Beiträge zum Restdefizit nach Abzug der Vollkosten für die Studierenden jetzt nach den jeweiligen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeiten der Kantone berechnet.

Aus der Krisensituation gelöst

Der baselstädtische Erziehungsdirektor Conradin Cramer (LDP) und seine Baselbieter Kollegin Monica Gschwind (FDP) bezeichneten das neue «dynamische Finanzierungsmodell» einhellig als gutes Resultat, das aus intensiven Verhandlungen heraus habe erzielt werden können.

Laut Cramer hat man sich damit aus der Krisensituation der vorangegangenen Verhandlungsrunde lösen können. 2015 hatte der Kanton Baselland happige Kürzungen in den Bereichen Hochschulen und Kultur ins Auge gefasst, was Basel-Stadt mit Hilfszahlungen in der Höhe von 80 Millionen Franken abwenden konnte.

Ein Gewinn für die Universität ist, dass sie einen um 3,5 Prozent höheren Anteil vom Gesamtbetrag der Trägerkantone, namentlich 969 Millionen Franken, für die Forschung und Lehre nutzen kann. Uni-Rektorin Andrea Schenker-Wicki zeigte sich an der Medienkonferenz sehr erfreut darüber und äusserte die Hoffnung, dass die Parlamente der beiden Trägerkantone den Globalbetrag bewilligen werden.

Der höhere Beitrag an Forschung und Lehre bedeutet aber nicht, dass die Kantone nun entsprechend mehr zahlen. Auf der anderen Seite verringert sich der Betrag für den Immobilienbereich um 10 Prozent auf 386 Millionen Franken. Dies habe aber keine Abstriche bei den geplanten Bauvorhaben zur Folge, hiess es.

Die Teilrevision des Universitätsvertrags und die Erneuerung des Leistungsauftrags betrifft den Bereich Immobilien auch inhaltlich. So übernimmt die Universität neu die Bauherrenrolle für Bauprojekte von Gebäuden, die sich in ihrem Eigentum befinden.

Kritik aus eigenen Reihen

Die LDP ist nicht restlos zufrieden mit dem Verhandlungsergebnis ihres Regierungsrates. Insbesondere der 10 Prozent Standortvorteil wird kritisiert. Ein weiterer Kritikpunkt der LDP: Ihnen fehlt ein klares Bekenntnis aus Liestal zur Uni. Eine Kritik, welche die Baselbieter Bildungsdirektorin Monica Gschwind nicht nachvollziehen kann: «Beide Regierungen haben sich ganz klar für die Volluniversität ausgesprochen. Die Universität bekommt in den nächsten vier Jahren 3,5 Prozent mehr Mittel für die Forschung und Lehre, das sind über 30 Millionen Franken.»

Grossen Widerstand in den Parlamenten wird es nicht geben. Auch die LDP wird die Teilrevision des Univertrags im Grossen Rat nicht bekämpfen.

2 Kommentare

  1. Standortvorteil? Ist mal wieder typisch für den Halbkanton Baselland, Profitieren aber nicht Bezahlen. Löst diesen Halbkanton endlich auf. Das Oberland zu Solothurn und der Speckgürtel zu Basel und das Problem ist gelöst. So einfach.Report

  2. Ein absoluter Skandal! Worin liegt der Standortvorteil für BS? Weder die Uni noch die Studierenden zahlen hier Steuern. Dagegen kommen über 20% der Studenten aus BL und nur 17% aus BS. Aber Rechnen lernt man wohl nicht an der Uni!Report

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