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Der Telebasel-Newsbeitrag vom 22. Mai 2021.
Baselland

Tierschutzaktivisten ketten sich in Eptinger Hühnerstall an

14 Tierschutzaktivisten der Vereinigung "1individuum" müssen mit einer Anzeige rechnen, weil sie am Samstag einen Hühnerstall in Eptingen BL besetzt haben.

Der Eierproduzentenverband Gallo Suisse kritisierte die «illegale Aktion». Die Vereinigung mit dem Namen «1individuum» hatte in einer Medienmitteilung unter anderem auf tote Tiere hingewiesen, die angeblich neben den lebenden Artgenossen liegen.

14 Personen wurden zur Überprüfung der Personalien durch die Polizei Basel-Landschaft angehalten, sie werden an die Staatsanwaltschaft verzeigt wie es in einer Mitteilung vom Samstagabend hiess.

Gegen 06.16 Uhr am Samstagmorgen sei die Meldung bei der Einsatzzentrale eingegangen, dass mehrere Tierschutzaktivisten in einen Legehennen-Stall eingedrungen seien und sich dort angekettet haben, so die Polizei.

Vor Ort habe sich herausgestellt, dass sich drei Personen an einem Personenwagen in der Stallzufahrt angekettet hatten. Weitere Personen waren demnach in den Hühnerstall eingedrungen und hatten sich dort, im Vorraum sowie im Stall, angekettet.

Andere Tierschutzaktivisten hätten sich auf der Strasse vor dem Hof versammelt und dort ihre Transparente präsentiert und lautstark die angeketteten Aktivisten unterstützt, so die Polizei weiter.

Insgesamt 35 Aktivisten

Ein Sprecher der Baselbieter Polizei hatte am Samstagvormittag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA von 35 jungen Menschen gesprochen, die sich beim Hof versammelt hätten und ein Gespräch mit dem Präsidenten von Gallo Suisse, Daniel Würgler, forderten. Ein solches habe dieser auch zugesagt..

Nach Verhandlungen mit Beteiligung Würglers und der Kantonstierärztin konnten laut Polizei mehrere Personen aus dem Hühnerstall geführt werden.

Gallo Suisse kritisiert Aktion

In einer Stellungnahme kritisierte Gallo Suisse die Aktion. Den Stall unbefugt zu betreten, sei neben Hausfriedensbruch ein Verstoss gegen das Tierwohl und das Wohlbefinden der betroffenen Bauernfamilie, schreibt der Verband.

Der Verband habe Vertrauen in die Sorgfalt des betroffenen Eierproduzenten, sagte der Gallo-Suisse-Präsident Würgler auf Anfrage. Man sei stets bereit, Einblick in die Ställe zu geben. Die Aktivistinnen und Aktivisten hätten im Vorfeld aber nie das Gespräch gesucht. Gegen die Aktivistinnen und Aktivisten wurde nach Angaben des Verbandspräsidenten Anzeige wegen Hausfriedensbruchs erstattet.

8 Kommentare

  1. @Ek, Der Grossteil der Aktivisten, welche hier involviert waren, ernähren sich genau aus diesen Gründen pflanzlich, kaufen also somit keine Eier.
    Genau das ist eben das Problem, dass man nie sicher sein kann, unter welchen Bedingungen tierische Produkte produziert werden – Label hin oder her. Dies wird aus dieser Aktion ziemlich deutlich, deswegen war sie auch wichtig.Report

  2. Herr Herger, ich bin ganz Ihrer Meinung. Das geht so nicht. Es kann ja sein, dass mal ein Huhn stirbt, aber ist das bei uns Menschen und anderen Lebenwesen nicht auch der Fall?
    Ich war schon mehrmals in diesem Betrieb und wie richtigerweise dargestellt ist, sind die Hühner jeden Tag auf der Anlage draussen. Sie müssen am Abend auch nicht «reinbuxiert» werden… Wir brauchen in der Nacht ja auch nicht mehr als ein Bett zum Schlafen.
    Missstände gibt es leider immer wieder, aber nicht überall.
    Man sollte sich vorher informieren, bevor man solche Aktionen startet. Für die Bauernfamilie kann das nun schlimme folgen haben durch diesen falschen Medienrummel. Ich finde, das grenzt an üble Nachrede. Obwohl die Mila da was andreres sagt, ist nun dieser Betrieb voll im Fokus. Ich hoffe, die Anzeige ist eine Lehre für diese Tierschutzaktivisten. Vielleicht überlegen Sie nun vorher etwas mehr, wer, was und wie Sie jemanden oder etwas an den Pranger stellen.
    Tierschutz ist in Ordnung, es ist immer eine Frage wie.Report

  3. Leider sieht man nur die Bilder von den paar Hühnern, die sich nach draussen getraut haben. Im Stall sind 8000 Hühner, davon wird nichts berichtet. Es hatte tote und verletzte Hühner Stall. Es gibt wohl auch einen Grund wieso der Bauer die Medien nicht in den Stall gelassen hat und das ist sicher nicht zum Wohle der Tiere!Report

  4. Tierwohl ist ein wichtiges Argument.
    Wenn man aber einfach eine Einrichtung besetzt ohne vorher das Gespräch zu suchen ist es nur wieder einmal mehr ein sich zur Schau stellen. So wird nie etwas erreicht.Report

  5. Es hätten die Zustände drinnen gezeigt werden müssen und nicht die scheinbar gute und idyllische Atmosphäre draussen, mit den freilaufenden Hühner. Damit wurden die Konsumenten nochmals geblendet und werden somit weiter an der Nase herumgeführt! Einfach nur täuschende und vorgekaukelte Tierliebe und Respekt gegenüber den Konsumenten.Report

  6. Richtig mit der Anzeige gegen Hausfriedensbruch. Bei aller Sympathien für die Gründe aber so geht das einfach nicht. Solch illegales Tun wirkt eh kontraproduktiv. Und überhaupt wo und wie kauft ihr denn z. B. die Eier?Report

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