Weitere Beschwerden seien in den Kantonen Zürich, Luzern und Obwalden eingereicht worden. (Symbolbild: Keystone)
Schweiz

Rekurs gegen Anti-Terror-Gesetz im Tessin

Neun ehemalige Tessiner Amtsträger reichten eine Beschwerde gegen die Abstimmung des Anti-Terror-Gesetz ein. Das Gesetz täusche das Stimmvolk.

Neun ehemalige Tessiner Amtsträger haben beim Regierungsrat eine Beschwerde gegen die Abstimmung vom 13. Juni über das Anti-Terror-Gesetz eingereicht. Sie machten geltend, das Gesetz täusche das Stimmvolk.

Weitere Beschwerden seien in den Kantonen Zürich, Luzern und Obwalden eingereicht worden, sagte der ehemalige Tessiner Staatsanwalt Paolo Bernasconi am Samstag. Die Kantonsregierungen haben zehn Tage Zeit für ihre Stellungnahmen. Gemäss Bernasconi gehen die Beschwerdeführer notfalls bis vor Bundesgericht.

Behörden verbreiteten Fehlinformationen

Die Beschwerde richtet sich gegen die Informationen im Abstimmungsbüchlein. Die Behörden verbreiteten darin Fehlinformationen und verstiessen damit gegen das Recht auf freie Meinungsbildung, lautet der Vorwurf. Besonders stossend sei die Behauptung, die Polizei könne in der Regel erst eingreifen, wenn bereits ein Delikt begangen wurde, sagte Bernasconi.

Das sei eine krasse Lüge, denn das Strafgesetzbuch ahndet bereits seit 2014 Vorbereitungshandlungen zu einer kriminellen oder terroristischen Tat.

Zudem spiegelt der Bundesrat gemäss den Beschwerdeführern im Abstimmungsbüchlein vor, das Gesetz verstosse nicht gegen die Grundrechte und die Bundesverfassung. Sechzig Rechtsprofessoren hätten das widerlegt.

Gemäss Bernasconi verlangen die Beschwerdeführer einen Verzicht auf die Abstimmung oder, sollte diese dennoch stattfinden, die Streichung des Resultats.

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