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Der Telebasel-Newsbeitrag vom 20. Mai 2021.
Basel

4000 Franken Praktikumslohn für alle?

Nicht jedes Praktikum wäre von der Basler Mindestlohn-Initiative betroffen, aber manche. Wir haben im Initiativtext nochmals genau nachgelesen.

In der Architektur sind Praktika ganz normal. In der Kreativwirtschaft ist das schon lange so und bedeutet: Viel Stunden arbeiten und wenig verdienen. Da musste auch Lukas Gruntz durch, der vor und während dem Architektur-Studium einige Praktika absolvierte. Überstunden gehörten trotz schlechter Bezahlung dazu: «Wenn man an einem Wettbewerb dran war, gehörte es dazu, dass man man länger bleibt oder am Wochenende arbeitet», erinnert sich der Architekt.

So einfach ginge das bei einer Annahme des Mindestlohnes aber nicht mehr. Praktikanten für unter 4’000 Franken anzustellen, ginge nur noch unter gewissen Bedingungen. Gemäss Initiative wären nur noch Praktika unter dem Mindestlohn erlaubt, wenn diese zeitlich begrenzt und für die Ausbildung obligatorisch sind.

Der Gegenvorschlag erlaubt zusätzlich Praktika von bis zu 6 Monaten auch ausserhalb der Ausbildung. 12 Monate, wenn man nachher die Ausbildung anfängt.

(Grafik: Telebasel)

Mindestlohn mit Master-Abschluss

Mittlerweile hat Lukas Gruntz ein eigenes Architekturbüro und schreibt für Architektur Basel. Dass man neu nach dem Studium nicht mehr zum Praktikumslohn arbeiten müsste, findet er nur fair. «Geld ist sicher nicht der Antrieb, warum man Architekt wird, aber dass man einen Mindeststandart hat, wenn die Berufsausbildung abgeschlossen ist, das finde ich wichtig», so Gruntz.

Eine Meinung, die übrigens bei allen angefragten ArchitektInnen geteilt wird. Sie zahlen schon heute bei abgeschlossener Ausbildung, den geforderten Mindestlohn. Auch Herzog & de Meuron zahlen die Mindestlöhne, der CEO sprach sich aber gegen die Initiative aus.

5 Kommentare

  1. Was Unternehmen und NGO’s für Praktikas Bezahlen geht gar nicht. Unter den schlecht zahlenden NGO’s befindet sDarunter z.B. auch das Schweizerische Rote Kreuz in Basel Stadt. Den Mindestlohn im Basel befürworte ich klar. Für Praktikastellen soll schweizweit ein gestaffelter Mindestlohn eingeführt werden, denn die Fähigkeit, arbeiten zu lernen ist ein Prozess und kein Meister ist je vom Himmel gefallen.Report

  2. Es scheint der Mercedes Kommunisten bei den jungen linken im Blut zu liegen.
    Günstige Wohnungen und tolles Einkommen kein Verzicht nur Konsum am morgen den legalen Joint und im vollrausch auf sicher seine 4000 CHF gleich nach der Matur oder Hochschule. Ohne Berufserfahrung und wenn man dann noch eine scheiß baut wo ja schnell mal ein paar tausend kosten kann für ein Arbeitgeber… egal … ich habe ja die Kohle. Die Idee mal verschieden Berufe als Praktikant zusehen und Arbeitserfahrung zusammeln ohne gleich den max Leistungsdruck.. gibt es nicht mehr. Ja dann müsste ja ein 26 Jähriger sich eine Wohnung teilen und in einem 25 m2 Zimmer mit anderen Mitbewohner klar kommen geht ja gar nicht. Diese Forderungen finde ich ja mal arrogant und ich hoffe sehr das die Kinder dieser Initianten dann mal den vollen Leistungsdruck der Kapitalismus zuspüren bekommen.
    Ein Praktikum ist da weil einfach die Schule / Uni nicht fähig ist gewisse normale Grundlagen für Berufsleben beizubringen.Report

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