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Der Telebasel News-Beitrag vom 16. Mai 2021
Region

Rollendes Klassenzimmer geht andere Wege

Normalerweise fährt das Sprachmobil für den Deutschunterricht direkt zu den Geflüchteten. Doch Corona brachte auch die Sprachschule auf Rädern aus dem Konzept.

Adel Alissa, Funmi Lawal und Shanika Alenthuye lernen Deutsch. Neben dem regulären Deutschunterricht in ihren Wohngemeinden nutzen sie zusätzlich das Angebot des Sprachmobils. Normalerweise findet der Unterricht tatsächlich in einem Lieferwagen statt, der in ein Schulzimmer umgebaut wurde. Das rollende Klassenzimmer steht jetzt aber still, denn Abstandhalten wäre im Bus nicht möglich.

Billy Meyer, Gründer des Sprachmobils und seine Mitstreiter sind aber geübt im Improvisieren: «Sehr schnell, auch dank der Freiwilligen, die äusserst engagiert sind, haben wir ein WhatsApp-Konzept erstellt und haben begonnen, in Vierergruppen via WhatsApp zu unterrichten. Wir haben dabei die bestehenden Lerngruppen in eine WhatsApp-Gruppe genommen und haben dort weitergemacht, wo wir vor dem Lockdown aufgehört haben».

Jetzt, da wieder Präsenzunterricht möglich ist, stellen die Gemeinden in den meisten Fällen einen Raum zur Verfügung, wie hier in Pfeffingen. Alles in allem haben bis jetzt rund 3’200 Geflüchtete den Unterricht im Sprachmobil besucht. Initiator Billy Meyer sieht das Sprachmobil aber nicht als Konkurrenz zu anderen Angeboten oder Aufgaben der Behörden, sondern als Ergänzung. «Unser Fokus ist wirklich das Erlernen der deutschen Sprache. Das Kennenlernen, sich dafür zu sensibilisieren, eine erste Orientierung bekommen, oder die Kenntnisse, die wir bereits haben, zu erweitern. Aber wir sind keine Sozialarbeiter, wir sind Spracharbeiter.»

Mehr Kontakt mit anderen

Und auch die Lernenden scheuen die Arbeit nicht, wie man am Beispiel von Adel Alissa sieht. Seit zweieinhalb Jahren lebt der gelernte Pfleger aus Syrien in der Schweiz. Zwar bekommt er auch in seiner Wohngemeinde eine Stunde Deutschunterricht pro Woche, das reicht ihm aber nicht. «Das Sprachmobil ist sehr gut für mich, weil in der normalen Schule lernen wir mehr Grammatik. Hier haben wir mehr Kontakt mit anderen Leuten und wir sprechen mehr.»

Von Syrien ist Adel Alissa via Libanon in die Schweiz geflüchtet. Er besucht das Sprachmobil, weil er bald wieder in seinem Beruf arbeiten will. Am liebsten würde er in einem Altersheim arbeiten.

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