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Der Telebasel News Beitrag vom 14. Mai 2021.
Basel

Reaktionen auf das Parkhaus-Aus

Für die Befürworter des Landhofparkings ist es ein Sieg der Verhinderungspolitik. Die Gegner können noch kaum glauben, dass das Projekt am Ende sein soll.

Die Bau- und Verkehrsdirektorin Esther Keller (GLP) hatte im Telebasel Talk bekanntgeben, dass sich die Investoren für das Parking zurückziehen würden. Dies unter anderem mit der Begründung, dass sich die Situation bei der kriselnden Messe Schweiz verändert habe und nun 1’000 Parkplätze frei stehen würden.

Grund sei auch das Verfahren gegen das generelle Baubegehren vor Bundesgericht. Christoph Stutz von der Zum Greifen AG schreibt auf Anfrage von Telebasel: «Es ist davon auszugehen, dass die selben Rekurrenten auch gegen ein künftiges konkretes Baubegehren wiederum den Gang vor die Gerichte beschreiten werden.»

Trotz Sieg: IG wolle sich noch nicht auflösen

Bei seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern sei die Freude gross, sagt Roberto Rivetti von der «IG Quartierparking Landhof – Nein!», der schon seit Jahren gegen das Projekt kämpft. «Wir bekommen gerade im Moment aus dem Quartier, von unseren Einsprechenden, Rekurrierenden ganz viele Anrufe, Mails». Gegen das geplante Quartierparking unter dem Landhofareal hatten gemäss der Zeitung «bz Basel» über 90 Anwohnerinnen und Anwohner Rekurs eingelegt.

Trotzdem wolle sich die IG noch nicht auflösen. Bisher hätten Sie nur aus den Medien vom Rückzug erfahren. Sie seien noch nicht offiziell informiert worden und auch was mit dem Baurecht passiert, sei noch offen.

Kanton wolle Situation neu analysieren

Auch vom Kanton heisst es, dass das Projekt noch nicht endgültig begraben sei. Aber die Verwaltung hält die Suche nach neuen Investoren für «relativ schwierig». Man werde den Entscheid der Investoren noch analysieren, sagte ein Sprecher des Bau- und Verkehrsdepartements Basel-Stadt am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Triumph der Verhinderer

Parking-Befürworter Balz Herter, welcher für die Mitte im Grossen Rat sitzt, könne den Rückzug der Investoren verstehen. In seinen Augen ist es ein Sieg der Verhinderungspolitik, welche er etwas daneben finde: «Da werden permanent Steine in den Weg gelegt und dies ist nicht wirklich ein Klima, welches einen Investor dazu reizt, etwas zu machen».

Roberto Rivetti könne gut mit dem Titel «Verhinderer» Leben. «Wir verhindern, dass es mehr Verkehr im Quartier gibt. Mehr Parkplätze», sagt er.

Herter wolle nun, dass keine oberirdischen Parkplätze mehr abgebaut werden, bis man die Situation mit den Parkings definitiv geklärt habe.

Bereits ein Projekt auf dem Landhof gescheitert

Die Regierung hatte im Juni 2017 der Zum Greifen AG den Zuschlag erteilt für ein einstöckiges Parking mit rund 200 Parkplätzen und ihr für den Bau bereits einen Beitrag von maximal 1,7 Millionen Franken aus dem Pendlerfonds in Aussicht gestellt. Der Zugang zum Parkhaus hätte beim Kreisel Wettsteinallee/Riehenring entstehen sollen.

Auf dem Landhof war ab 1893 der FC Basel beheimatet; seit den 1960er Jahren spielt dieser im St. Jakob. 2001 endete dessen Baurecht im Landhof. Ein Projekt für die Umgestaltung des Landhofs mit Wohnungen scheiterten 2010 an der Urne.

Damals obsiegte eine Grünerhaltungs-Initiative gegen einen Überbauungs-Gegenvorschlag. Bereits in den 1970er-Jahren hatte sich das Quartier gegen Pläne für ein Gross-Stadion mit Parking auf dem Landhofareal quergelegt.

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