Für Personen unter 50 Jahren in beiden Basel dürfte es bis zu den Sommerferien nicht für eine komplette Impfung reichen. (Symbolbild: Keystone)
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Unbeschwertes Reisen zum Ferienstart erst ab 50 Jahren

Die meisten Unter-50-Jährigen haben bis zu den Sommerferien noch keinen Impfschutz. Das Reisen wird für sie darum kompliziert und teuer.

Am Bündelitag seine sieben Sachen packen und unbeschwert in den Flieger in Richtung Süden steigen. Dank des Covid-Zertifikats soll das möglich sein. Für die unter 50-jährigen Personen in den beiden Basel dürfte das jedoch nicht ganz so einfach werden.

Das Covid-Zertifikat soll bis Ende Juni in der Schweiz lanciert werden. Dank Kompatibilität mit der zukünftigen EU-Version soll das Reisen wieder einfacher werden. Geimpfte und von einer Covid-19-Erkrankung genesene Personen sollen das Zertifikat dann erhalten. Sonst braucht es den Nachweis eines negativen PCR-Tests.

Das Rechnen beginnt

Heisst: Wer bis zum 3. Juli seine zweite Dosis vor dem Abflug noch nicht erhalten hat, muss einen PCR-Test berappen – das kostet für den Hin- und Rückflug jeweils über 100 Franken. Dies bekräftigten die Bundesbehörden an einer Medienkonferenz am 12. Mai. «Im Moment ist es nicht vorgesehen, dass PCR-Tests bei Reisetätigkeiten übernommen werden», sagte Fosca Gattoni, stellvertretende Leiterin Sektion Heilmittelrecht beim BAG. Für eine Familie mit Kindern ab 11 Jahren (für Flüge ab dem EuroAirport) ergeben sich so gleich mehrere hundert Franken Zusatzkosten.

Zurzeit werden die beiden Impfdosen mit einem Abstand von «in der Regel» vier Wochen verabreicht, erklären die beiden Basel auf Anfrage. Die erste Dosis müsste eine reisewillige Person also spätestens am 4. Juni erhalten. Dies, wenn das Zertifikat gleich nach der zweiten Dosis auch ausgestellt wird. Gibt es den Nachweis erst, wenn der Impfschutz Wirkung zeigt (nach zirka weiteren zwei Wochen), braucht es den ersten Pieks schon am 21. Mai.

Über-50-Jährige können Koffer packen

Für Impfwillige in den beiden Basel über 50 Jahre (ob Risikogruppe oder nicht) dürfte diese Frist kein Problem werden. Sie werden zurzeit in der Kategorie 5 prioritär geimpft.

Mit der letzten Freigabe «von weiteren 5‘100 Terminen haben diese Personen bald ihre Erstimpfung», sagt Anna Luethi vom Gesundheitsdepartement Basel-Stadt. Und auch im Baselbiet sollten die zurzeit 15’000 Personen über 50 Jahren auf der Warteliste ihren Ersttermin bis spätestens Ende Mai erhalten, bestätigt Roman Häring, Leiter Informationsdienst Kantonaler Krisenstab Basel-Landschaft, auf Anfrage.

Unter-50-Jährige müssen bangen

Für die rund 39’000 registrierten Impfwilligen unter 50 Jahren im Baselbiet wird ein Ferienstart mit Covid-Zertifikat bereits unrealistisch – wenn nicht sogar unmöglich. Denn erst, wenn «alle Personen über 50 Jahren einen Termin haben, werden Termine für Personen unter 50 Jahren vergeben», sagt Roman Häring. Dies soll bis Ende Mai oder gegebenenfalls früher der Fall sein. Je nach Eingang der Impfstoffe.

Aber: «In den kommenden Tagen sollten je nach Impfzentrums-Wahl bereits auch erste Personen unter 50 Jahren einen Impftermin erhalten.» Dies seien jedoch vorerst nur wenige Personen. Entscheidend sei bei den Unter-50-Jährigen der Zeitpunkt der Impfregistrierung. Bis Ende Juni dürften dann alle mit einem ersten Impftermin rechnen dürfen, so Häring. Zum Start der Sommerferien also für die meisten zu spät.

Auch im Stadtkanton können sich höchstens frühregistrierte Personen unter 50 Jahren Hoffnung machen: «Wer sich bereits Anfang März registriert hat, kann bis Ende Mai mit einer Erstimpfung rechnen», sagt Anna Luethi. Danach würden die Termine weiterhin nach Anmeldeeingang vergeben.

Wer also mit Sicherheit gleich zum Ferienstart mit dem Covid-Zertifikat abheben will, muss älter als 50 Jahre alt sein. Alle anderen werden wohl drei Tage vor Ferienstart auf eigene Kosten zum PCR-Test antraben müssen.

4 Kommentare

  1. Na sowas sowas welch eine überraschung. Das ist nun das resultat für solidarität und den gesunden Menschenverstand!!! APPLAUS APPLAUS NACH BERNReport

  2. Das ist nun das Rrsultat einer schlecht durchgeführten «Impfstrategie», wenn man hier von Strategie überhaupt reden darf! Die Schweiz (Bundesämter, Politik, Bundesrat) schafft es seit Jahren nicht mehr, solche Grossprojekte wirklich qualitativ gut zu managen. Enttäuschend!!Report

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