Das «Beat on the Street»-Festival muss künftig öffentlich aufgelegt werden. (Bild: Archiv Telebasel)
Basel

Bei Techno Paraden am Rhein können Anwohner künftig mehr mitreden

Veranstaltungen am Rhein mussten bisher nur vom Kanton genehmigt werden. Bei Gesuchen für laute Events am Rhein entlang ist künftig mehr Mitsprache möglich.

Die Allmendverwaltung muss ihre bisherige Praxis ändern und Gesuche für besonders lärmige Veranstaltungen in Zukunft öffentlich auflegen. Dies schrieb der Verein Rheinpromenade Kleinbasel (VRK) am Donnerstag in einer Mitteilung.

Mit der neuen Regelung sind künftig Einsprachen möglich. Das Appellationsgericht hat dabei die Allmendverwaltung angewiesen, Bewilligungsgesuche für die Durchführung der Musikparaden «Beat on the Street» und «Jungle Street Groove» zu publizieren.

Die Street Parade auf der Kleinbasler Rheinpromenade findet jeweils an einem Samstagnachmittag im August von 14 bis 18 Uhr vom Theodorsgraben bis zur Uferstrasse statt. Dabei alternieren die Veranstaltungen «Beat on the Street» und «Jungle Street Groove». Von der lauten Musik würden sich die AnwohnerInnen beeinträchtigt fühlen, so der Verein Rheinpromenade Kleinbasel.

«Das ist ganz klassisches Bünzlitum»

Für Elias Schäfer von Kulturstadt jetzt überschreitet diese Möglichkeit zur Mitbestimmung eine Grenze. «Zu definieren, wie laut die Musik, im Rahmen vom Gesetzlichen, sein soll oder zu definieren, wo die Route so einer Parade durchgehen soll… Das ist klassisches Bünzlitum», so Schäfer am Sonntag.

Schäfer findet, der Verein wolle sich damit das Recht nehmen, über den öffentlichen Raum zu bestimmen: «Das ist die Geisteshaltung von: ‹Wir wohnen hier privat am Rhein und möchten mitbestimmen, was draussen auf der Allmend, dem Grund und Boden, der allen gehört, passieren soll.›»

Der Verein kontert damit, dass die Veranstaltungs-Bestimmungen, welche bisher nicht öffentlich waren, nicht immer eingehalten wurden: «Wir hatten mehr als die doppelte Lautstärke, die bewilligt wurde. Das war eigentlich der Anlass, dass wir sagten, wir wollen schauen was eigentlich bewilligt wurde und dieser Einblick wurde uns verweigert, darum sind wir jetzt da, wo wir sind», erklärt Peter Mötteli vom Verein Rheinpromenade Kleinbasel.

VPK will Gespräch mit Veranstaltern

Die Allmendverwaltung hatte sich im Vorfeld geweigert, die betreffenden Veranstaltungsgesuche öffentlich aufzulegen. Der Verein Rheinpromenade Kleinbasel (VRK) wehrte sich gegen diese Praxis im Fall der Street Parade «Beat on the Street», sodass das Appellationsgericht nun über die Frage der Publikation dieses Nutzungsbewilligungsgesuchs entscheiden musste.

«Das Gericht erkannte, dass Veranstaltungen wie ‹Beat on the Street› erhebliche Auswirkungen auf Raum und Umwelt haben», so die der Verein Rheinpromenade Kleinbasel. «Erfreulicherweise übernahm das Appellationsgericht für seine Urteilsfindung alle vom VRK vorgelegten Argumente. Das Bau- und Verkehrsdepartement muss ausserdem dem VRK eine Parteientschädigung ausrichten», so die Mitteilung.

Um zukünftige Einsprachen zu vermeiden, werde der VRK versuchen, sich mit den Veranstaltern der Street Parades im Voraus über gegenseitig akzeptable Lärmwerte und Auflagen zum Schutz der Anwohnenden zu einigen.

6 Kommentare

  1. Also mich wundert diese Missgunstgestellschaft schon seit x-Jahren nicht mehr.. War bis jetzt an mehreren solchen Anlässen dabei. War immer ein top Erlebnis, tolle Leute getroffen, immer friedlich (aus meiner Sicht bis dato) und ist im Generellen eine tolle Werbung für Basel. Aber wie gesagt, einen halben Tag im Jahr ist für ein paar Leute bereits zu viel des Guten. Hauptsache nach Basel an den Rhein ziehen und sich über ein paar Stunden beschweren. Kommen mir exakt die Leute in den Sinn, welche sich über Fluglärm beschweren, aber doch nahe des Airports wohnen oder sogar Lohn in dieser Industrie beziehen oder Flugferien tätigen. Wie auch immer, richte hiermit mein Dank an die bisherigen (und hoffentlich zukünftigen) Veranstalter sowie deren Mitarbeiter*innen aus. Glaube immer noch an das Gute und erhoffe mir, dass zuvor genannte Leute sich wenige Gedanken machen und nicht auf Miesepeter machen. In dem Sinne, allen zusammen einen schönen Sonntagabend.Report

  2. Der Apfallberg denn sie hinterlassen den wir alle bezahlen müssen davon will niemad was wissen und die gehen sicher auch an klima demos und wenn sie nachhause gehen möchten sie sicher ihre ruhe haben macht ja keinen lärm ihr verbietet vieles das wir nicht mehr tun sollen aber für euch müssen wir verständniss aufbringen das ihr euren spass habtReport

  3. Musik dass die Wände zittern. In den Vorgärten oder zwischen Autos urinieren und Littering. Wenn die Leute in der Nacht heimkehren, nochmals Lärm. Nein danke. Macht die Veranstaltung auf dem Dreispitz oder auf dem Bruderholz, vielleicht mal im Grossbasel.Report

  4. Auch wenn ich die Argumentation der Veranstalter nachvollziehen kann, muss es möglich sein, dass die Anwohner sich gegen Veranstaltungen oder die Art und Weise einer Veranstaltung wehren können.Report

  5. Nun, hier versucht eine Privatorganisation einer kantonal bewilligten Veranstaltung persönlich diktieren zu wollen, welche Eigenschaften ihr denn genehm sind und unter welchen diese durchgeführt werden darf.
    Unsererseits – Veranstalter der Junge Street Groove – gab es im Rahmen eines früheren Austauschs mit dem VRP auch Angebote wie z.B. ein gratis Kinoticket für die sich sehr gestört fühlenden Anwohner. Mann könnte an diesem Nachmittag ja eben auch ein Ausflug machen und andere das Rheinufer mit etwas basslastiger Musik geniessen lassen. Für vier Stunden. Aber nein, man geht nun auf dem Gerichtsweg vor und wird künftig die Veranstaltung mit Einsprachen torpedieren.
    Wir organisieren unsere nicht kommerzielle Veranstaltung komplett ehrenamtlich. Ich würde behaupten, diese stösst bei jeweils über 10’000 Besucher auf grosses Interesse und bereitet vielen Leuten sehr viel Freude. Nun haben wir hier ein paar wenige ergraute Wutbürger, welche meinen, dass ihre Minderzahl einer Mehrheit sagen darf, wie sie denn Spass haben darf…Report

  6. Ich mag diese Art Musik auch nicht und ich kann nachvollziehen, dass man sich dadurch gestört fühlt. Allerdings das findet ja an einem Samstag Nachmittag statt von 14-18 Uhr und da kann man den Emissionen doch aus dem Weg gehen. Wie wäre es mit einem Ausflug, einem Spaziergang oder einem Museumsbesuch ? Das sollte erträglich sein, schlimmer wäre es ja nachts, wenn es einem den Schlaf rauben würde.Report

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