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Gibt der Bundesrat am Mittwoch, 12. Mai, erneute Lockerungen der Corona-Massnahmen bekannt? (Bild: Keystone)
Schweiz

Lässt der Bundesrat die Gastrobetriebe heute aufatmen?

Der Bundesrat soll am 12. Mai weitere Lockerungen diskutieren. Besonders Gastrobetriebe machen sich grosse Hoffnungen auf Lockerungen per Ende Mai.

Lockerungen oder keine Lockerungen? Mit dieser Frage im Kopf richten sich am Mittwoch, 12. Mai, wiederum alle Augen nach Bern: Am Nachmittag soll der Bundesrat nach seiner Sitzung über die jüngsten Entscheide informieren.

Laut Berichten von «Blick» sowie der SRF Tagesschau dürfen in Hinblick auf mögliche Lockerungen die Schweizer Gastrobetriebe hoffen: Die Innenräume von Restaurants und Cafés könnten ab Ende Mai wieder öffnen. Laut «Blick» sei Gesundheitsminister Alain Berset (SP) in Anbetracht der sinkenden Fallzahlen bereit, diesen Lockerungsschritt anzugehen. Am Mittwoch soll er dem Gesamtbundesrat einen Vorschlag für die Öffnung und entsprechende Schutzmassnahmen unterbreiten. Danach geht der Vorschlag an die Kantone.

Ob es am Mittwoch bereits zu einem definitiven Entscheid kommt, ist deshalb fraglich. Und: Die Regierung hatte angekündigt, frühestens Ende Mai weitere Lockerungsschritte zu unternehmen. Im vom Bundesrat definierten Drei-Phasen-Modell befindet sich die Schweiz aktuell noch in der Schutzphase. Diese dauert an, bis alle Impfwilligen und gefährdeten Personen geschützt sind.

Sinkende Fallzahlen und steigende Impfrate

Mit der fortschreitenden Impfkampagne dürfte dieses Ziel bald erreicht sein: 437’796 Impfdosen wurden in der Schweiz in den letzten sieben Tagen verabreicht, das entspricht im Vergleich zur Vorwoche einem Plus von 21 Prozent. 12,5 Prozent der Schweizer Bevölkerung sind mittlerweile vollständig geimpft. Aber auch die Fallzahlen sowie die Auslastung der Spitäler spielen für mögliche Lockerungen weiter eine Rolle.

Bei der Entwicklung der Corona-Fälle in der Schweiz zeigte sich auch die wissenschaftliche Covid-19-Task Force des Bundes am Dienstag verhalten optimistisch: Laut der Task Force deuten mehrere Zeichen darauf hin, dass die Corona-Epidemie rückläufig ist. So lag der R-Wert Ende April nur noch bei 0,89, während die Fallzahlen in der Schweiz in der letzten April-Woche um 15 Prozent sanken.

Als nächstes würde die Schweiz nach der Schutzphase in die Stabilisierungsphase eintreten: Neben der Öffnung der Restaurant-Innenräume sind hier ausserdem die Aufhebung der Homeoffice-Pflicht sowie der Präsenz-Unterricht an den Hochschulen Thema.

Weiter soll diskutiert werden, ob im Detailhandel wieder mehr Personen in Läden zugelassen werden. Auch im Sport und allenfalls im Bereich der Freizeiteinrichtungen könnte es Lockerungen geben. Bei der Reise-Quarantäne könnte der Entscheid fallen, ob Geimpfte bei einer Rückkehr aus dem Ausland in Quarantäne müssen. Weiter wird ein Entscheid zur Verlängerung der Bezugsfrist für Kurzarbeitsentschädigung von 18 auf 24 Monate erwartet.

Nicht ohne Schutzmassnahmen

Da in der Schweiz mit 12,5 Prozent Geimpften die Herdenimmunität noch längst nicht erreicht ist, braucht es für allfällige Öffnungen erneute Schutzmassnahmen. Vorstellbar wäre hier beispielsweise, dass nur vollständig Geimpfte sich in Restaurant-Innenräumen aufhalten dürfen – so wird es in Israel gehalten.

Nicht-Geimpfte gelte es trotz sinkender Fallzahlen weiter zu schützen, so Epidemiologen. Vergangene Woche warnten die Fachexperten des Bundes, dass nun vermehrt jüngere Menschen mit schweren Corona-Erkrankungen in Spitäler eingeliefert werden müssen. Dabei bereiten vor allem die Mutationen sorgen: Die in der Schweiz dominierende britische Mutation ist ansteckender und tödlicher, als die ursprüngliche Form des Coronavirus.

Auch Task Force-Chef Martin Ackermann warnte in der «NZZ am Sonntag» vor zu frühen Lockerungen. Werde zu früh zu stark geöffnet, würden Menschen, die sich noch nicht hätten impfen lassen können, unnötig gefährdet. «Das wäre ihnen gegenüber nicht fair.» Er rät dabei davon ab, die Innenräume der Restaurants bereits zu öffnen. Begegnungen in Innenträumen ohne Masken stellten das grösste Infektionsrisiko dar, so Ackermann.

Keller-Sutter kündigt Lockerungen an

Ob der Bundesrat auf diese Warnungen eingeht und welche Schutzmassnahmen er bei allfälligen weiteren Lockerungsschritten verfügt, wird sich am Mittwochnachmittag zeigen.

Nach den Aussagen von Bundesrätin Karin Keller-Sutter (FDP) deutet einiges auf weitere Öffnungen hin. Diese kündigte Keller-Sutter in der Sendung «TalkTäglich» am Montag an. «Ich möchte jetzt den Bürgerinnen und Bürgern schon gerne so viele Freiheiten als möglich zurückgeben», so die Justizministerin. «Ich denke, die Leute haben es auch verdient, dass sie wieder Normalität in ihrem Leben zurückerhalten.»

«Alle hatten gesagt, diese Öffnungen seien ein Risiko. Dabei waren sie ein kontrolliertes Risiko – und jetzt hat sich vielleicht ein wenig bestätigt, dass alles, was draussen stattfindet, weniger gefährlich ist», so Karin Keller-Sutter weiter.

Welche Entscheidungen der Bundesrat an seiner Sitzung trifft, erfahren Sie am Mittwochnachmittag, 12. Mai 2021, bei Telebasel.

1 Kommentar

  1. Es wäre natürlich hochgradig diskriminierend, die Innenräume der Restaurants nur für Geimpfte zu öffnen – noch dazu wo noch nicht mal die gesamte Bevölkerung die Möglichkeit hatte, sich impfen zu lassen. Die Schweiz ist nicht Israel und die Schutzkonzepte der Restaurants sollten Besuche für ALLE erlauben…Report

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