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Der Telebasel Fokus Corona Beitrag vom 11. Mai 2021.
Basel

Keine Lockerungen in Altersheimen: «Bewohner steckten viel Hoffnung in die Impfung»

Die Impfaktionen in den Alterszentren des Bürgerspital Basel sind abgeschlossen. Die Sicherheitsmassnahmen bleiben vorerst. Nicht alle haben Verständnis dafür.

Rund 75 Prozent der Bewohner der Alters- und Pflegezentren Burgfelderhof und Zum Lamm sind geimpft. Die Impfaktionen ist längst abgeschlossen. Doch von der Normalität sei man noch ein ganzes Stück weit entfernt, sagen die Verantwortlichen gegenüber Telebasel. Unterscheiden zwischen Geimpften und Ungeimpften wolle man nicht.

«Ich hab meine Familie nicht sehen können»

Obwohl sich die Verantwortlichen der Pflegeheime mit verschiedensten Massnahmen darum bemüht haben, den BewohnerInnen die Corona-Zeit zu erleichtern, gingen die Massnahmen nicht spurlos an ihnen vorbei. Insbesondere das Kontaktverbot zu Angehörigen habe viele schwer getroffen, sagen die Verantwortlichen. Auch Hanspeter Gross hat seine Enkel, seinen Sohn und Schwiegertochter wochenlang nicht sehen dürfen. Das sei schwierig gewesen, erzählt er im Interview.

Unterdessen ist Hanspeter Gross geimpft. Besuche darf er, wie die anderen BewohnerInnen auch, empfangen. Jedoch nur jeweils zwei Personen im Zeitfenster von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr Nachmittags. «Nur weil ich geimpft bin, kann ich nicht davon ausgehen, wieder alles zu dürfen. Ich muss auch an die anderen denken und diese schützen», so der ältere Herr.

«Die Bewohner steckten viel Hoffnung in die Impfung»

Nicht alle BewohnerInnen und deren Angehörige haben so viel Verständnis, wie Hanspeter Gross. Der Wunsch nach Normalität sei bei allen riesig, die Impfung für viele eine Art Lichtblick. «Die Bewohner steckten viel Hoffnung in die Impfung und haben schon darauf gewartet. Dass sich jetzt noch nicht viel für sie ändert, ist teilweise schwierig und auch schwierig zu kommunizieren», so Marianne Schneider, Leiterin des Pflegezentrums Zum Lamm.

Man vermisse vor allem die Ausflüge, die Arbeiten in grösseren Gruppen, die Anlässe für die Angehörigen. Dies sei laut der Zentrumsleitung viel zu kurz gekommen.

Keine Unterschiede zwischen Geimpften und Ungeimpften

Wann weitere Lockerungsschritte möglich sind, sei unklar. Man warte ab, wie der Bund in den kommenden Wochen entscheidet, so Philipp Brugger, Leiter des Alterszentrums Burgfelderhof. «Von Normalität sind wir noch ein gutes Stück weit entfernt. Sobald Lockerungen möglich sind, werden wir diese umsetzen», so Philipp Brugger.

Unterschiede zwischen Geimpften und Ungeimpften wolle man vermeiden. «Alle Bewohner haben den starken Wunsch nach sozialen Kontakten innerhalb des Zentrums. Wir wollen, dass die Menschen ein lebenswertes Leben bei uns in den Heimen leben können», so der Zentrumsleiter.

Wie die Pflegezentren des Bürgerspitals Basel künftig mit dem Virus umgehen wollen und welche Lehren sie bisher zogen, sehen Sie am Mittwoch, 12. Mai, im Fokus Corona.

2 Kommentare

  1. Das kann ja nicht sein. Es war sicher bei den meisten Bewohnern der freie Entscheid zu Impfen oder nicht. Also haben auch alle die entsprechenden Konsequenzen zu tragen für ihren Entscheid. Warum sollten denn all die Impfwilligen sich impfen lassen wenn nachher keine entsprechenden Lockerungsschritte gewährt werden. Es scheint dass die Einsperrerei bei einigen Entscheidungsträgern noch hoch im Kurs steht. Einfach unverständlich.Report

  2. Schrecklich ,was den alten menschen angetan wird. Lasst sie doch wieder leben.nie würd ich freiwillig in ein solches heim gehen. Sie haben sowieso nicht mehr unbegrenzt zeit und müssen diese zeit so verbringen.Report

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