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Der Telebasel Glam Beitrag vom 10. Mai 2021.
Basel

Videokunst-Pionier Bruce Conner im Museum Tinguely

Das Museum Tinguely Basel präsentiert im Dialog mit dem «Mengele-Totentanz» des Hauskünstlers Jean Tinguely eine Reihe von Filmkunst-Arbeiten von Bruce Conner.

Deutlich wird diese Pionierrolle als «Godfather of Music Clips»  (Museum of Modern Arts, Los Angeles) in der Arbeit «Looking for Mushrooms».

In diesem und in allen weiteren Filmarbeiten offenbart Conner ein hohes Mass an Musikalität – auch wenn statt Musik, wie beim gesellschaftspolitischen «Report» zum Kennedy-Mord, auch mal die Stimme eines Radioreporters den Soundtrack ausmacht. Ansonsten unterlegt er seine Arbeiten mit originär entstandenen Kompositionen von Musik-Avantgardisten wie David Byrne und Brian Eno, aber auch mit klassischen Orchesterwerken.

Der Telebasel Glam Beitrag vom 11. Mai 2021:

(Video: Telebasel)

Rauschhaft-beklemmende Bilderbogen

Eines dieser klassischen Werke, nämlich «Pini die Roma» von Ottorino Respighi, untermalt das pionierhafte Frühwerk «A Movie»  aus dem Jahr 1958. In diesem Filmexperiment fügte Conner Schnipsel aus Nachrichtensendungen und Filmausschnitten zu einem rauschartigen und beklemmenden Bilderbogen zusammen. Wilde Verfolgungsjagden mit Indianern und Siedlern gehen in Autorennen und Bilder von Unfällen bis zu kriegerischen Katastrophen über. Mit diesem Werk wurde der Künstler berühmt.

Vor dem Portal zu Tinguelys Werkgruppe «Mengele-Totentanz» wird dann schliesslich Conners Film «Crossroads»  gezeigt. Während Tinguely die brutale Wirklichkeit in seiner Maschinenwelt abstrahiert, führt Conner die apokalyptische Vision in die Perversion, mit ästhetischen Bildern, Aufnahmen der Atombombenversuche beim Bikini-Atoll.

Die Kabinettausstellung «Bruce Conner. Light out of Darkness» im Museum Tinguely ist bis zum 28. November zu sehen.

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