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Der Telebasel News Beitrag vom 10. Mai 2021.
Basel

15-Jähriger ausser Lebensgefahr – Staatsanwaltschaft ermittelt

Illegale Partys und ein schwerverletzter Jugendlicher: Auf dem Hafenareal eskalierte am Wochenende die Lage. Jetzt reagiert der Kanton.

Auf dem Hafenareal in Kleinhüningen kam es am Wochenende zu Ausschreitungen. Bei einer Massenschlägerei wurde ein 15-Jähriger durch eine Stichwaffe lebensgefährlich verletzt. Laut «20 Minuten» werden auf dem Hafengebiet seit mehreren Monaten illegale Partys gefeiert.

Jetzt handelt offenbar der Kanton. Wie die «bz Basel» berichtet, sagte Katja Reichenstein vom Verein Shiftmode am Rande einer Medienkonferenz, dass die Uferstrasse ab jetzt an den Wochenenden durch bauliche Massnahmen und Securitas-Mitarbeitende für Autos gesperrt werde.

Medienberichte, dass Präsidialvorsteher Beat Jans die Absperrung geplant und bestätigt haben, widerlegte Jans auf Twitter:

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchter Tötung

In der Nacht auf Sonntag kam es an der Uferstrasse zu einem Streit, der in einer Massenschlägerei mit 20 Personen mündete, wie die Basler Staatsanwaltschaft mitteilte. «Es wurde geschlagen und Stichwaffen verwendet», so Kriminalkommissär Peter Gill gegenüber Telebasel. Auch Reizgasspray sei angewendet worden.

Bei der Auseinandersetzung wurde ein 15-jähriger Jugendlicher mit einer Stichwaffe niedergestochen und lebensgefährlich verletzt. Er wurde notoperiert. Bei der Schlägerei wurden drei weitere Personen zwischen 20 und 23 Jahren verletzt. Die Polizei nahm in der Folge einen Tatverdächtigen fest, es handelt sich um einen 22-jährigen Schweizer. Es werden weitere Verdächtige gesucht, da mehrere Personen an der Tat beteiligt gewesen seien, so Gill.

Kriminalkommissär Peter Gill zum Vorfall an der Uferstrasse in der Nacht auf Sonntag. (Video: Telebasel)

Inzwischen befinde sich der 15-jährige Jugendliche ausser Lebensgefahr, erklärte die Basler Staatsanwaltschaft. Er sei aber nach wie vor im Spital. Weitere Verletzte konnten das Spital verlassen, so Gill gegenüber Telebasel.

Die Staatsanwaltschaft habe ein Verfahren wegen versuchter Tötung und Raufhandel eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft sucht weiterhin Zeugen: «Es hatte viele Leute vor Ort und wir gehen davon aus, dass auch gefilmt wurde.» Die Behörden hoffen nun, für die komplexen Ermittlungen das Filmmaterial von den Augenzeugen zu erhalten.

Eskalation war «absehbar»

Katja Reichenstein vom Verein shift mode betreut die Zwischennutzungsprojekte auf dem Hafenareal und hat die Geschehnisse am Samstag und während der letzten Monate miterlebt. Die Stimmung am Samstag sei «aggressiv» gewesen, sagt Reichenstein gegenüber Telebasel. Zudem habe sich niemand an die Abstandsregeln gehalten oder eine Maske getragen. Sie habe sich an diesem Samstagabend «alles andere als wohl» gefühlt: Das Areal sei voll mit Menschen gewesen und sie habe gemerkt, dass das nicht gut gehen konnte. Und wo war die Polizei? Diese sei mehrfach vor Ort gewesen, kam mit dem einen Auto durch die Menschenmasse aber gar nicht hindurch, wie Reichenstein erzählt. Die Beamten hätten die Situation beobachtet und seien dann wieder gegangen.

Katja Reichenstein im Interview. (Video: Telebasel)

Reichenstein hat Verständnis für das Bedürfnis der Jugendlichen, sich zu versammeln und am Hafen zusammenzukommen. Sie hätten in der momentanen Corona-Situation praktisch keine Möglichkeit, sich irgendwo zu treffen. Und dass der Hafen ein Ort ist, wo die letzten Monate wenig kontrolliert wurde, habe sich bis nach Frankreich und Deutschland rumgesprochen, so Reichenstein. Gleichzeitig verstehe sie auch die Ohnmacht der Behörden und die Schwierigkeit, diese Situation zu handeln. Dass die Lage am Hafen eskaliert, sei «absehbar gewesen». Reichenstein verurteilt aber die Gewalt, die unter den Menschen ausgeübt wurde, genauso wie das Littering, dass in hohem Masse stattfindet.

5 Kommentare

  1. Modell Reithalle Bern als Dauergast in Basel. Illegales Verhalten wird behördlich geduldet. K. Reichenstein, Vertreterin der Nutzungsnehmerin Shiftmode sagt unverblümt und verklärt was Sache ist. Fazit:
    Das Leben ist eine Party, wir, die Regierung sind Partykinder. Wer eine solche Oase schafft, wird sie auch nicht austrocknen lassen.
    Von Verantwortungsträgern, wie Frau KR und dem Regierungsrat erwarte ich deutlich mehr, als nur Bauchschmerzen und den Schwarzpeter diffus weiterzureichen.
    Als Steurzahlerin komme ich mir mehr als veräppelt vor, ich habe eine Wut im Bauch.Report

  2. In Basel ist doch alles möglich.
    Offene Partyszene wird weiterhin ausdrücklich staatlich geduldet/gefördert.
    Das Beizlein am Eck wird staatlich weiterhin dichtgehalten….
    Und: Das in Basel alles möglich ist, spricht sich schon lange herum. In Frankreich wie in D, wo brave Abiturienten aus Grenzach-Wyhlen z.B. nach Basel kommen um hier klar Vandalismus zu treiben. Weil: Konsequenzen gibt es in Basel keine. Ist doch schön – ein Stadt in der alles erlaubt ist und es keine Verbote gibt. Jugendtraum. Ohne Grenzen – uferlos…..
    Doch: Wie lange wollen die Einwohner, die Steuerzahler diesem Treiben und dieser Politik noch zuschauen?…..Report

  3. Und die Frau, die man bewusstlos im Gebüsch gefunden hatte ? Wie alt war diese und was ist ihr widerfahren ? Alkohol, K.O. Tropfen, Drogen, Missbraucht ? Es wird Zeit dem Treiben ein Ende zu setzen, zumal solche Parties und Menschenansammlungen illegal sind !Report

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