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Der Telebasel Glam Beitrag vom 7. Mai 2021.
Basel

Kunstvolle Biodiversität auf dem Bruderholz

Wer zurzeit auf dem Bruderholz spazieren geht, wird von drei Skulpturen des Künstlers Florian Graf überrascht. Die Kunstwerke sollen zum Nachdenken anregen.

Nichts als grüne Wiesen, Bäume und im Hintergrund die Basler Skyline. Das Bruderholz ist ein beliebter Ort, um die Seele baumeln zu lassen oder um mit dem Hund spazieren zu gehen. Seit Februar haben die Spaziergänger nun drei neue Wegbegleiter: Wie kleine Gebäude stehen jetzt die «Bio Diversity»-Skulpturen des Künstlers und Architekten Florian Graf auf den Feldern des St. Margarethenguts.

Fenster als Auge des Körpers

Vor dem Interview mit Telebasel sitzt der Künstler gemütlich auf einer Bank, sein Skizzenbuch in der Hand, und direkt vor ihm seine drei Skulpturen. Auf die Frage, ob er oft hier sitze und seine Werke betrachte, antwortet er prompt: «Ja, ich bin wirklich so oft es geht hier oben. Jetzt im Moment ist es aber leider zu kalt. Ich finde es immer sehr interessant, welcher Dialog zwischen dem Spaziergänger und den Skulpturen entsteht. Für mich sind die Skulpturen fast so wie Körper. Sie haben alle so ein kleines Fenster, dass wie ein Auge dieses Körpers ist. Darin kann sich der Spaziergänger selbst reflektieren oder sieht die Landschaft auf der anderen Seite und kann sich darüber Gedanken machen.»

Das kleine Fenster in den Skulpturen ist eine verglaste Öffnung, die, je nachdem wie das Sonnenlicht hineinscheint, zum Spiegel wird oder dem Betrachter die Landschaft hinter der Skulptur zeigt.

Die Natur, Tiere und wir Menschen. Diese Themen beschäftigen den Künstler schon lange und waren mitunter eine Inspirationsquelle für die Skulpturen. «Mich interessiert das Verhältnis zwischen den Menschen, den Tieren und Pflanzen. Ich denke, es muss wieder mehr zu einem Harmonieverhältnis kommen. Deshalb wollte ich auch diese ‹Bio Diversity›-Skulpturen machen, die verschiedene Lebewesen in ein einer abstrakten Form darstellen.»

Blooming, Flying und Standing

Die drei Skulpturen bestehen alle aus denselben drei Elementen, die aber immer anders zusammengesetzt sind, und so ein anderes Lebewesen ergeben. Was die BetrachterInnen in den Skulpturen sehen, möchte der Künstler jeder Person selbst überlassen. Er aber hatte beim Kreieren die Begriffe «Blooming, Flying und Standing» im Kopf. «Die eine Skulptur sieht für mich wie ein Vogel aus, der gleich abhebt, deshalb heisst diese Skulptur auch ‹Flying›. Eine Skulptur ragt in den Himmel und ist für mich eine Blume, die blüht, also ‹Blooming›. Dann haben wir noch die Skulptur ‹Standing›, die wie ein Mensch mit Kopf und Fuss in die Landschaft blickt. Das sind eben die drei Lebensformen, die für mich gleichwertig sind, und da ist halt eben die Frage, als Mensch: Steht man da über den anderen Lebensformen? Ich denke eben nicht und finde, wir müssen schauen, dass da ein harmonisches Zusammenleben stattfinden kann. So, dass dieser Planet gesund bleibt, auch für uns.»

Florian Graf ist jedem Dialog gegenüber sehr offen. So können ihn die Spaziergänger, die ihn auf der Bank auf dem Bruderholz entdecken, gerne auf die Skulpturen ansprechen.

Die drei Skulpturen «Bio Diversity» von Florian Graf sind noch bis und mit 16. August in Binningen auf dem Bruderholz zu sehen.

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