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Kaspar Sutter hat am Freitag Bilanz zu seinen ersten 100 Tagen im Amt gezogen. (Bild: Keystone)
Basel

100 Tage im Zeichen von Corona

Schon vom ersten Tag an musste sich Kaspar Sutter als Wirtschaftsdirektor um die Umsetzung der Corona-Hilfsmassnahmen kümmern.

Am Freitag hat SP-Regierungsrat Kaspar Sutter zu seinen ersten 100 Tagen als Wirtschaftsdirektor Bilanz gezogen. Bislang dominierte in seinem Departement vor allem ein Thema: Die Corona-Krise und die damit verbundenen Unterstützungsmassnahmen für die Wirtschaft.

Im Kanton Basel-Stadt sind im Rahmen des Härtefallprogramms bisher rund 66 Millionen Franken an Betriebe ausbezahlt worden, wie Kaspar Sutter als Vorsteher des Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt am Freitag an einer Medienorientierung erklärte. Dies entspricht 555 der 788 behandelten Gesuche. Eingereicht worden waren bisher 1012 Gesuche, wovon 109 abgelehnt wurden.

Zur Verfügung stehen im Härtefallprogramm maximal 237 Millionen Franken, davon 37 Millionen aus dem kantonalen Fonds zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Der Bund übernimmt 200 Millionen Franken.

Daneben finanziert der Kanton Basel-Stadt diverse weitere Stützungsmassnahmen wie Bürgschaften für KMU, die Unterstützung von Kulturschaffenden oder das Dreidrittel-Model zur Finanzierung von Geschäftsmieten. Insgesamt hat der Kanton für alle Massnahmen 253 Millionen Franken budgetiert, rund 61 Millionen davon wurden bereits ausbezahlt.

Wirtschaftliche Lage bisher relativ stabil

Basel-Stadt sei als Wirtschaftsstandort gut aufgestellt und habe eine starke Widerstandskraft. So sei die Leitbranche Life Sciences nicht von dieser Krise betroffen. Hingegen würden die Kultur, die Gastronomie oder die Reisebranche die Folgen der Pandemie sehr stark spüren, sagte der SP-Regierungsrat.

Im Kanton Basel-Stadt waren Ende April 47’353 Arbeitnehmende von der Kurzarbeit betroffen, im selben Monat des Vorjahres waren es noch 96’228 Personen. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie wurden Kurzarbeitsentschädigungen in der Höhe von insgesamt rund 475 Millionen Franken ausbezahlt. Zum Vergleich: Im Februar 2020 vor der Pandemie waren es noch 1,5 Millionen Franken gewesen.

Das ganze Interview mit SP- Regierungsrat Kaspar Sutter zu seinen ersten 100 Tagen im Amt. (Video: Telebasel)

Die Corona-Massnahmen des Bundes und des Kantons hätten erstaunlich gut gewirkt, sagte Sutter. So sei bei den Konkursen keine grosse Veränderung festgestellt worden. 2020 wurden in Basel-Stadt insgesamt 202 Konkurse registriert – 15 weniger als 2019. Seit Anfang 2021 sind 54 Betriebe in Konkurs gegangen.

Sutter rechnet allerdings mit einem Anstieg der Konkurse, da diverse Branchen bei Ablauf der Unterstützungsmassnahmen die Folgen der Pandemie noch länger zu spüren bekommen würden.

Auch bei der Sozialhilfe ist laut Sutter bisher kein Anstieg der Fälle registriert worden. Im April wurden in Basel-Stadt 5132 Fälle verzeichnet, im selben Monat des Vorjahres waren es noch 5350 gewesen.

Neue Ideen trotz Krise

Mit dem übernommenen Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt sei Sutter sehr zufrieden. Es sei gut aufgestellt und es gebe keinen Grund, die von Vorgänger Christoph Brutschin aufgegleiste Politik gross zu ändern. Trotzdem werde auch er eigene Ideen einbringen. So sehe er grosses Potential in der Fotovoltaik und der ökologischen Stromproduktion in der Stadt. Auch den Ausbau der Ladestationen für Elektrofahrzeuge unterstütze er.

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