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Die Medienkonferenz des Bundes mit Fachexperten des Bundes vom 5. Mai 2021. (Video: Youtube/Der Eidgenössische Bundesrat)
Schweiz

Task Force: «Wir haben immer mehr Jüngere auf Intensivstationen»

Die Experten des Bundes informierten am 5. Mai über die aktuelle Corona-Lage. Die Lage sei derzeit stabil, das Impftempo weiterhin entscheidend.

Die indische Variante des Coronavirus ist in der Schweiz lediglich ein knappes dutzend Mal nachgewiesen worden. Die Mutation wird indessen genau beobachtet. Am meisten Menschen werden nach wie vor durch die britische Mutation angesteckt. Diese ist dominant.

Über die indische Variante sei nach wie vor wenig bekannt, sagte Patrick Mathys, der Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im BAG, vor den Bundeshausmedien in Bern.

Ob die Mutation das Immunsystem umgehen kann und auf Impfungen nicht reagiert, wisse man nicht. International sei sie noch nicht als besorgniserregend eingestuft. Die weiteren Varianten – die südafrikanische und die brasilianische – sind in der Schweiz ebenfalls selten.

Viele schwer Erkrankte zwischen 40 und 50 Jahren

Die britische Virusvariante führt etwa 50 Prozent häufiger zum Tod als die früher dominierende Virusvariante. Immer mehr Hospitalisierte müssten zudem auf der Intensivstation behandelt werden, sagte Urs Karrer, Vizepräsident der wissenschaftlichen Covid-19-Task Force des Bundes, am Mittwoch, 5. Mai, vor den Medien in Bern.

Seien es in der ersten Welle 15 Prozent gewesen, seien es nun 30 Prozent der Hospitalisierten, die auf die Intensivstation verlegt werden müssten, sagte Urs Karrer.

Mit dem neuen Virus seien auch 50- bis 60-Jährige zur Risikogruppe geworden, erklärte Karrer weiter. Viele schwer Erkrankte seien zwischen 40 und 50 Jahre alt.

Die Belastung des Personals auf den Intensivstationen sei hoch, erklärte der Experte. Wichtige Operationen, wie z.B. Tumor-Entfernungen, müssten verschoben werden.

Die grosse Chance sei die Impfung: «Wir gehen davon aus, dass eine Immunität von 80 Prozent der Bevölkerung notwendig ist, damit wir diese Virusvariante bekämpfen können», sagte Karrer.

Ausreichende Intensivkapazitäten in Spitälern

Die Situation auf den Intensivstationen der Spitäler habe sich während der Coronavirus-Pandemie einigermassen stabilisiert. «Es gibt genügend Reserven bei den Intensivbetten», sagte Andreas Stettbacher, Delegierter des Bundesrates für den Koordinierten Sanitätsdienst KSD.

Die Reserven gelten sowohl für Covid-19-Patienten, als auch für Personen mit anderen schweren Erkrankungen, hiess es weiter. Allerdings sei die Lage insbesondere im Grossraum Zürich im Moment angespannt, führte Stettbacher zudem aus.

Impfkapazitäten höher als Impfstoff-Verfügbarkeit

Die Schweiz hat derzeit praktisch überall höhere Kapazitäten für Coronavirus-Impfungen als Impfstoff im Land verfügbar ist. Dies sagte Linda Nartey, Kantonsärztin Bern und Vizepräsidentin der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte am Mittwoch.

«Daher wird der Impfstoff bei Anlieferung auch rasch verabreicht», führte sie weiter aus. In den kommenden Wochen würde zudem praktisch in allen Kantonen die Impfkampagne auf sämtliche zugelassene Personengruppen ausgeweitet, sagte Linda Nartey ausserdem.

Die Berner Kantonsärztin appellierte obendrein an die Bevölkerung, sich unbedingt im jeweiligen Wohnkanton bereits für das Impfen zu registrieren, auch wenn die entsprechende Altersgruppe noch nicht dran sei. Dies gebe den Kantonen eine bessere Übersicht zur Situation. Ausserdem sollten sich die Bürgerinnen und Bürger regelmässig auf den Webseiten der kantonalen Gesundheitsbehörden informieren, weil jeder Kanton eine unterschiedliche Vorgehensweise habe, erklärte sie.

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