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Der Telebasel News-Beitrag vom 4. Mai 2021.
Region

Food-Plattformen wegen Velokurier-Diensten in der Kritik

Essenslieferdienste, wie Eat.ch oder Uber Eats breiten sich zunehmend aus, auch wegen Corona. Doch die Arbeitsbedingungen ihrer Kuriere werden kritisiert.

Spätestens seit der Corona-Krise sieht man sie an jeder Ecke in Basel: Die Lieferkuriere von Plattformen wie Uber Eats oder Eat.ch. SP-Grossrat Pascal Pfister stört sich an den Arbeitsbedingungen für die Kuriere, wie sie bei manchen Lieferdiensten herrschen: «Ich denke schon, dass das eine Form von moderner Sklaverei ist». Aus diesem Grund hat der Sozialdemokrat eine Interpellation verfasst.

Pfister will von der Regierung etwa wissen, wie diese zum «Lohndumping dieser Firmen» gegenüber bestehenden Food-Kurieren steht, oder ob die Anbieter von der Arbeitsmarktkontrolle überprüft wurden.

Pascal Pfister führt aus: «Mit den neuen Playern auf dem Markt wird es schwer, die guten Bedingungen der Etablierten aufrechtzuerhalten». Dem stimmt Joost Oerlemans, Co-Geschäftsführer von Velogourmet, zu. Den Einstieg des Anbieters Uber Eats bekam der Betrieb, der seit 2015 von der Kurierzentrale gelöst ist, schwer zu spüren. «Wir betrachten uns als normaler Arbeitgeber und unsere Kuriere als normale Angestellte», sagt Joost Oerlemans. Die Kuriere sind versichert und die Sozialabgaben werden bezahlt. Ausserdem gibt es einen Gesamtarbeitsvertrag.

Kurier, aber keine Mitarbeiter

Zu den Plattformen sagt Oerlemans: «Die betrachten ihre – ich sag mal Partner – nicht als Mitarbeiter, was natürlich völlig falsch ist». Damit zöge man sich aus der Verantwortung. Als Kurier bei Velogourmet verdient man mit Trinkgeld um die 25 Franken pro Stunde.

Ähnlich kritische Töne sind von Adrian Sennrich, Betriebsleiter von Metropol Kurier, zu hören: «Die Kuriere der Plattformen sind scheinselbständig und müssen für ihre Versicherungen selbst aufkommen». Zudem gebe es kein Mindestauftragsvolumen: «Das unternehmerische Risiko wird auf den Kurier abgewälzt – da bin ich dagegen». Beide Betriebe begrüssen es, dass das Thema auf dem politischen Parkett angekommen ist.

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