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Fokus Corona vom 5. Mai 2021.
Basel

Basler Gastronomen kämpfen um Härtefallgelder – wird es besser?

Mit der Corona-Krise kam auch das Buhlen der Unternehmer um Härtefallgelder. Gegenüber Telebasel übten einige Kritik an den Behörden. Kommt jetzt die Besserung?

Bekomme ich Härtefallgelder? Wann bekomme ich finanzielle Hilfe? Wer ist für mich zuständig? Fragen, wie diese dürften jeden Gastronomen, seit es Corona gibt, beschäftigt haben. Zwar nahm der Kanton Basel-Stadt in Sachen Härtefallprogramm eine Vorreiterrolle ein und stellte relativ rasch Gelder zur Verfügung. Diese zu bekommen oder herauszufinden, wann mit Hilfsgeldern zu rechnen ist, sei schwierig gewesen, berichten mehrere Gastronomen gegenüber Telebasel.

«Es war ein riesiger Aufwand»

Im Papierdschungel den Überblick zu behalten, versuchten unter anderem Julia Füzesi und Andreas Klein. Die beiden sind unter anderem Geschäftsführer des Bierjohanns an der Elsässerstrasse in Basel. «Die Situation änderte sich von Monat zu Monat. Man musste extrem nachfragen, wenn man Informationen brauchte. Es war ein riesiger Aufwand», so die Gastrounternehmerin im Interview mit Telebasel.

Dass Julia Füzesi und Andreas Klein für ihren «Bierjohann» Härtefallgelder bekamen, war irgendwann klar. Die Frage, wann sie mit dem Geld rechnen können, jedoch nicht. Es «tröpfelte» laut Füzesi so rein. «Kalkulation und Planung war so gut, wie nicht möglich. Das war für uns sehr schwierig», sagt sie.

Antrag abgelehnt

Geschäftspartner Andreas Klein traf es noch mehr. Mit dem Bierlager importiert und vertreibt er als Zulieferer internationale Biere und Softdrinks. «Zulieferer wurden anfangs gar nicht berücksichtigt. Wir haben uns immer gefragt, wo wir Informationen finden, die für uns wichtig sind. Ich hab dann einfach mal blauäugig Hilfe beantragt.»

Und sein erster Versuch scheiterte, sein Antrag auf Härtefallgelder wurde abgelehnt. «Wir haben die Ablehnung bekommen, weil in den Vorschriften stand, dass man nur Zulieferer ist, wenn man eine eigene Produktion hat. Wir produzieren aber nicht, wir importieren», so Andreas Klein. Er habe Verständnis dafür, dass gerade anfangs Dinge vergessen werden können. Etwas reaktionsschneller hätten die Behörden jedoch sein können.

«Die Corona-Zeit ist anspruchsvoll»

Wir sprechen mit Regierungsrat und Vorsteher des Wirtschaftsdepartementes Kaspar Sutter über die Kritik der Gastronomen. Er zeigt Verständnis. «Wir mussten all die Gesuche erst prüfen, auch das Personal dafür mussten wir erst haben. Aber ich denke, wir sind mittlerweile an einem Punkt, wo wir relativ schnell Gesuche beantworten können», so Kaspar Sutter. Seine Leute seien täglich erreichbar und bereit den Gastronomen beim Beantragen der Härtefallgelder zu helfen.

Damit der Weg zur finanziellen Hilfe einfacher wird, hat der Basler Regierungsrat unlängst eine neue Verordnung erlassen. «Erstens haben wir mehr Geld in den Härtefallfond gelegt, insgesamt sind es nun 237 Millionen Franken. Wir haben die Regeln vereinfacht. Ausserdem gehen wir in gewissen Punkten weiter als der Bund», so der Regierungsrat.

Einer dieser Punkte: In Basel-Stadt ist ein Gastronom schon dann berechtigt, Härtefallgelder zu beantragen, wenn man nur 20 Prozent des Umsatzes eingebüsst hat. In der Verordnung des Bundes sind 40 Prozent festgelegt.

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