Featured Video Play Icon
Der Telebasel News-Beitrag vom 4. Mai 2021.
Basel

Zoo Basel wehrt sich gegen Kritik an der Seelöwen-Anlage

Der Schweizerische Tierschutz kritisiert in seinem Zoobericht 2020 die Seelöwen-Anlage im Basler Zoo. Der Zolli ist damit nicht einverstanden.

Sie ist eines der Wahrzeichen des Zoos und gehört mit zu den beliebtesten Attraktionen im Zolli: die Seelöwen-Amlage. Ausgerechnet diese Anlage wird vom Schweizerischen Tierschutz (STS) in seinem Zoobericht 2020 kritisiert.

Das Gehege sei nicht mehr zeitgemäss. Durch die tiefe Lage des Beckens hätten die Tiere keinen Ausblick. Und auch die Arena rund um die Anlage sei nicht mehr zeitgemäss: «Es entspricht dem Bild von vor 50, 60 Jahren, als man Vorführungen gemacht hat, bei denen die Seelöwen dem Ball nachschwammen und die Menschen anspritzen. Und da ist die Frage, ob das das ist, was man heute noch zeigen will», erklärt Samuel Furrer, Leiter der Fachstelle Wildtiere beim STS.

Im Zoo Basel ist man mit dieser Kritik nicht ganz einverstanden. «Weil sie einfach alt ist und viel Beton hat, heisst das nicht, dass sie nicht gut ist», heisst es beim Zolli zur Seelöwen-Anlage. Nicht die Anlage an und für sich müsse man beurteilen, sondern das Wohl der Tiere. Und diesen gehe es prächtig, erklärt der stellvertretende Zoo-Direktor Marc Riggenbach: «Wir sind der Auffassung, dass es unseren Tieren gut geht». Auch eine Untersuchung der European Association of Zoos, die letztes Jahr stattfand, bestätge dies.

Kurzfristig keine Änderungen an der Seelöwen-Anlage

An der Seelöwen-Haltung will man auch in Zukunft festhalten. Kurzfristig sind jedoch keine Veränderungen an der Anlage geplant. Der Felsen, der vor 100 Jahren von einem Künstler entworfen wurde, steht zudem unter Denkmalschutz. «Längerfristig, im Rahmen der Gesamtplanung, ist sicher angedacht, dass diese Anlage entweder entsprechend der Anforderungen vergrössert wird. Oder dass wir auf einem anderen Stück des Geländes eine neue, zeitgemässe Anlage bauen.»

Der Schweizerische Tierschutz findet in seinem Zoobericht aber auch lobende Worte. Der STS begrüsst, dass im Zolli einige Tierarten aufgegeben wurden, um anderen mehr Raum zu verschaffen. Doch gebe es immer noch Luft nach oben, ein weiterer Abbau der Vielfalt wäre gemäss Tierschutz zu begrüssen. Denn mit seinen Zuchterfolgen und den vielen «durchaus gelungenen» neuen Gehegen sei der Zoo Basel immer noch einer der bedeutsamsten. «Der Zoo Basel ist immer noch einer der besten in der Schweiz. Unsere Aufgabe ist es jedoch, Mängel zu benennen», erklärt Samuel Furrer.

4 Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel