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Der Telebasel News Beitrag vom 3. Juni 2021.
Basel

Verkehrsexperte zu Mobility Pricing: «Das bringt sicher den erhofften Effekt»

Mehr zahlen während Stosszeiten. Mobility Pricing soll Verkehrsüberlastungen entgegenwirken und insbesondere die Verkehrsspitzen glätten.

Es gilt als Wundermittel im Kampf gegen Stau und überfüllte Trams. Mobility Pricing: Man zahlt mehr, wenn man sein Fahrzeug öfters benutzt. Besonders bei Stosszeiten wird es zusätzlich teurer. Das soll auch für den ÖV gelten. Das Ziel ist es, Verkehrsüberlastungen zu verhindern und Stosszeiten zu reduzieren.

«Es braucht nicht so viel»

Eine Teuerung beim Pendeln ist laut dem Experten eines der effektivsten Mittel zur Verkehrsentlastung. «Das bringt sicher den erhofften Effekt. Wir wissen es von anderen Städten, die das bereits eingeführt haben. Grosse und Kleine. Stockholm, Göteborg, Singapur, London…», erklärt Alexander Erath Professor für Verkehr und Mobilität an der FHNW in Muttenz.

Laut Erath könnten damit Stauzeiten um 30 bis 40 Prozent abnehmen. Dies bereits mit einer geringen Prozentzahl an Verkehr, der verschwindet. «Es braucht nicht so viel. Es reicht, wenn wir am Morgen und am Abend die Verkehrsmengen bei diesen Staus und neuralgischen Punkten um  zirka 10 bis 15 Prozent reduzieren können.»

Eine alternative, nachhaltige Lösung scheint es aus Expertensicht nicht zu geben. «Aufgrund des Bevölkerungswachstums, das wir ziemlich sicher haben werden, gehe ich davon aus, dass der Verkehr insgesamt weiter ansteigt.» Laut dem Verkehrsprofessor seien andere Mittel, wie Züge, Trams und Busse entweder zu teuer oder der Platz fehlt.

Basler Regierung macht mit

Der Bundesrat hat Anfang Februar die rechtlichen Grundlagen für Pilotversuche zu Mobility Pricing in die Vernehmlassung geschickt. Ab 2024 sollen auf zehn Jahre befristet neuartige Preissysteme zur Beeinflussung der Verkehrsnachfrage und des Mobilitätsverhaltens auf Strasse und Schiene erprobt werden können.

Die Basler Regierung will sich an den vom Bundesrat gesetzlich freigegebenen Pilotversuchen für das Mobility Pricing beteiligen. In der Vernehmlassungsantwort zum entsprechenden Bundesgesetz macht sie sich für emmissionsabhängige Verkehrsgebühren stark.

Begrüsst wird in der Vernehmlassungsantwort insbesondere, dass der Gesetzesentwurf den Beteiligten am Pilotprojekt einen grossen Spielraum bei der Umsetzung zugesteht, wie die Regierung am 04. Mai mitteilte. Positiv hervorgehoben wird auch der Umstand, dass sich der Bund finanziell an allfälligen Defiziten aus der ersten Betriebsphase beteiligen möchte.

4 Kommentare

  1. Und dann müssen aber auch die Fussgänger zur Kasse gebeten werden, denn da gibt es auch Stosszeiten. Und was ist mit den Velo- und e-Velofahrer? Die können dann noch schneller «über Stock und Stein» rasen.
    Na dann, macht mal 😉Report

  2. «Besonders bei Stosszeiten wird es zusätzlich teurer. Das soll auch für den ÖV gelten.» Tram und Bus für exakt jene Zeitfenster teurer machen, in denen die meisten Leute sie nutzen um zur Arbeit zu fahren? Es soll Leute geben, die ihren Job dringend brauchen, um Dinge wie Miete, Krankenkasse oder Vollmilch zu bezahlen. Mit erschliesst sich da die Hebung der Lebensqualität der arbeitenden Klasse mit dem Griff in ihre Tasche via ÖV nicht ganz.Report

  3. Das wäre genial – endlich eine verkehrsberuhigte Innerstadt für den öffentlichen Verkehr; viele Städte ohne Autoverkehr in der Stadt wie z.B. Freiburg machen es vor.
    Autos haben keine Zukunft – es gibt weit bessere Mobilitätsmöglilchkeiten innerhalb von Städten!Report

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