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Der Telebasel News-Beitrag vom 2. Mai 2021.
Basel

Pavillons statt Bächlein – Grüne kritisieren Projekt für den Birsig-Parkplatz

Das Siegerprojekt für die Strasse ist bekannt. Befürworter der Birsig-Öffnung kritisieren, dass das Wasser fehle. Das soll aber in 15 Jahren nachgeholt werden.

Eine Autoalarm pfeift schrill, ein Poser lässt seinen Motor aufheulen. Vor den Lieferanteneingängen der Läden stapelt sich Müll. Taubenschutznetze, Sprayereien, Klimaanlagen und kaputte Storen prägen die Fassaden. In dieser für Basel ungewöhnlichen kleinen Strassenschlucht herrscht Hinterhofstimmung. Wo sich einst die legendäre Drehscheibe befand, bahnt sich heute Suchverkehr seinen Weg durch den Birsig-Parkplatz.

Das wird sich bald ändern. Wenn das Kunstmuseum-Parking voraussichtlich 2022 in Betrieb genommen werden kann, wird sich die Parallelstrasse zur Steinenvorstadt merklich ändern. Die 60 Parkplätze fallen dann weg. Einen Vorgeschmack darauf, was folgt, gab das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) diese Woche bekannt. Unter mehreren eingereichten Vorschlägen für den Birsig-Parkplatz wählte eine Jury das Projekt «Birsig Garten Basel» aus. Dieses sieht eine Reihe von Pavillons vor, die den eingedolten Flusslauf des Birsigs andeuten. Cafés, Ateliers und Start-Ups sollen hier Platz finden.

Mehr Platz und Wasser gewünscht

Nicht ganz glücklich mit dieser Wahl ist Andreas Tereh. Der Grüne lancierte einst die Volksinitiative «Öffnung des Birsig – eine Rivietta für Basel». Er zog die Initiative zurück, nachdem die Regierung einen Gegenvorschlag in Aussicht gestellt hatte.

Nun hätte er erwartet, dass der Vorschlag zur Öffnung des Birsigs zumindest teilweise berücksichtigt werden kann. «Die Grundidee war, den Birsig wieder aufzumachen, damit es hier wieder einen Bach gibt. Die Idee sieht nun vor, dass man darauf baut und das ist das pure Gegenteil», sagt Andreas Tereh über die geplanten Pavillons. Selbst Jurymitglied hätte er lieber auf andere Projekte gesetzt. «Da kann man geteilter Meinung sein, doch es hätte originellere Vorschläge gegeben», sagt der ehemalige Riehener Einwohnerrat. «Es hätte Ideen gegeben, die der Bevölkerung mehr Platz gegeben hätten, auch ohne Konsumzwang», so Tereh.

Corinna Ruppli, stellvetretetende Geschäftsführerin beim Restaurant Tibits, kann hingegen dem Siegerprojekt mehrheitlich Gutes abgewinnen: «Mir gefällt halt die Idee mit den Pavillons, weil es damit auch im Winter eine Nutzungsfläche gibt, was es bei einer ganz offene Lösung nicht gegegeben hätte». Sie sieht darin viel Potenzial für Kunst- und Pop-Up-Projekte. Auch für sie als Gastronomin seien die Pläne vielversprechend, wenn es mehr Platz für Aussen-Bewirtung gibt und der Suchverkehr verschwindet. «Das Wichtigste am Ganzen ist, dass der Parkplatz wieder belebt wird und die Autos wegkommen», sagt Corinna Ruppli.

Definitive Strassen-Sanierung in 15 Jahren

Beide Jurymitglieder sind sich aber einig, dass der Einbezug des Birsigs dem Projekt gut getan hätte. Wie das BVD versichert, soll das aber in Zukunft nachgeholt werden. «Das Element Wasser soll in jedem Fall beim der definitiven Umgestaltung, welche in 15 Jahren anstehen wird, eine zentrale Rolle einnehmen», schreibt Projektleiterin Friederike Meinhardt auf Anfrage von Telebasel.

Bis die ganze Strasse saniert wird, kommt das kürzlich präsentierte Siegerprojekt «Birsig Garten Basel» zum Zug: «Für die anstehende temporäre Massnahme, welche sich im Rahmen der Auflösung der Parkplätze ergibt, steht eine Aktivierung des Ortes mit einem vielfältigen Angebot im Vordergrund», so Friederike Meinhardt. 

Andreas Tereh hält dagegen, dass andere eingereichte Projektvorschläge das Wasser durchaus einbezogen hätten. Auch wenn er bedauert, dass sich diese Ideen nicht durchsetzen konnte, findet er auch lobende Worte: «Bei aller Kritik, das, was kommt, ist zehnmal besser, als das, was wir jetzt haben. Daher bin ich zufrieden, dass etwas geht». Nun muss das BVD das Pavillon-Vorprojekt ausarbeiten und die Kosten evaluieren. Anschliessend braucht es noch die Zustimmung des Regierungsrats und des Grossen Rats.

1 Kommentar

  1. Birsig ufmache, wie in Holland, mit 2 nätte Brügli, links und rächts Spazierweg und dann hat es sicher noch Platz für Pavillon. Der Wille ist der Weg umd der muss nicht immer kommerziell sein.Report

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