(Symbolbild: Keystone)
Schweiz

Lockdown hinterlässt Spuren bei jungen Menschen

Mehr Internet, weniger Alkohol, mehr Wutausbrüche und Trotzreaktionen: Der Lockdown im Frühjahr 2020 hinterliess Spuren bei jungen Erwachsenen und Kindern.

Das untermauert eine Studie von Zürcher und Lausanner Forschenden im «International Journal of Environmental Research and Public Health». Die Corona-Pandemie macht Kindern und Jugendlichen besonders zu schaffen, das zeigen bereits verschiedene Studien.

Ein Team der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich (PUK), der Uni Zürich und dem Institut et Haute École de la Santé La Source in Lausanne beurteilten nun in einer neuen repräsentativen Studie die Symptome von verschiedenen psychischen Problemen, die Internetnutzung und den wahrgenommenen Stress während des teilweisen Lockdowns im Frühjahr 2020. Dafür schlossen sie fast 3000 junge Menschen aus allen der Schweizer Landesteilen mit ein, wie die Uni Zürich am Montag mitteilte.

Weniger riskanter Alkoholkonsum

Demnach berichtete mehr als die Hälfte (54 Prozent) der weiblichen und 38 Prozent der männlichen jungen Erwachsenen über leichte bis schwere depressive Symptome. Ebenfalls erlebten 47 Prozent der jungen Frauen und 33 Prozent der jungen Männer leichte bis schwere Angstzustände.

«Insgesamt sind diese Ergebnisse recht ähnlich wie diejenigen einer früheren repräsentativen Befragung, die bereits zwei Jahre zuvor durchgeführt wurde», liess sich Meichun Mohler-Kuo, Professorin an der PUK und La Source, zitieren. Bemerkenswert sei, dass der monatliche riskante Alkoholkonsum während des Lockdowns insgesamt von 34 auf 21 Prozent zurückgegangen sei.

ADHS-Symptome bei einem Fünftel der Kinder

Bei den Kindern wiesen mehr als 20 Prozent ADHS-Symptome auf. 18 Prozent der Mädchen und 11 Prozent der Jungen zeigten Trotzreaktionen und Wutausbrüche. Angstsymptome wiesen 14 Prozent der Mädchen und 13 Prozent der Jungen auf, Anzeichen von Depression hatten 10 respektive 5 Prozent.

Für ihre Studie schlossen die Forschenden 1627 junge Erwachsenen im Alter von 19 bis 24 Jahren ein sowie 1146 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 14 Jahren und deren Eltern.

Altersabhängige Auswirkungen

In einer kürzlich erschienenen Studie im Fachmagazin «European Journal of Psychotraumatology» berichteten Forschenden des Universitäts-Kinderspital Zürich und der Universität Bern ebenfalls vom Verhalten von Kinder und Jugendlichen während der ersten Welle. Sie befragten fast 6000 Kinder und deren Eltern sowie Jugendliche aus der Schweiz, Liechtenstein, Deutschland und Österreich.

Dabei legten die Forschenden verschiedene Altersunterschiede offen: Kinder im Vorschulalter zeigten vor allem mehr trotziges und aggressives Verhalten. Jugendliche zwischen 11 bis 19 Jahren litten hingegen mehr unter Ängsten und Depressionen.

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