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Verdecken Eisbären wirklich ihre Nase beim Jagen mit der Pfote?

Eisbären verstecken ihre Nase beim Jagen und Fische haben ein Gedächtnis von nur drei Sekunden: Stimmen diese Tier-Legenden?

Immer mehr werden die Tiere auf unserem Planeten erforscht – und immer mehr Geschichten zu tierischem Verhalten werden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Aber was ist dabei wahr und was reine Erfindung? «ABC Science Australia» hat vier der skurrilsten Tiermythen untersucht.

Die Gerüchte im Faktencheckt gibt es hier in der Übersicht:

Haben Fische wirklich eine Gedächtnisspanne von drei Sekunden?

Fische sollen ein sehr kleines Erinnerungsvermögen haben: Das sagt die Legende. Entsprechend sei es auch kein Problem, die Tiere in einem kleinen Aquarium einzusperren, so die allgemeine Argumentation.

Auch würde sich ein Fisch nicht erinnern, wenn er Mal an einem Angelhaken gewesen ist und wieder freigelassen wurde, das Erlebnis sei entsprechend nicht traumatisch, heisst es von Hobby-Fischern.

Aber stimmt das? Nein: Denn sonst wären Fische so schlechte Überlebenskünstler, dass es wohl keine mehr gäbe, so Culum Brown von der Macquarine University in Australien. Der Verhaltensökologe erläutert: «Ich erkläre das immer mit dem Charakter ‹Dory› aus dem Film ‹Findet Nemo›. Sogar kleine Kinder verstehen, weshalb das nicht funktionieren würde.

Brown selbst hat Studien zum Erinnerungsvermögen von Fischen gemacht. Sein Ergebnis: Fische können lernen und das Gelernte länger als ein Jahr im Gedächtnis behalten. Zudem gebe es in der Wildnis Beispiele von Fische, die Angelhaken und Köder vermeiden.

Verdecken Eisbären wirklich ihre Nase beim Jagen?

Diese Jagdstrategie soll effektiv sein und klingt dabei knuffig: In den schneeweissen Weiten der Arktis sollen sich Eisbären beim Jagen die Nase mit der Pfote verdecken. So soll das einzig Schwarze an ihrem Körper vor ihrer Beuter verborgen werden, um die Erfolgschancen bei der Jagd zu erhöhen.

Auch hier handelt es sich um einen Mythos: Denn Eisbären rennen mit ihre vier Beinen, haben also keine Pfote frei, um die Nase zu verstecken. Trotz seiner weissen Farbe ist der Eisbär zudem bis zu 700 Kilogramm schwer und könnte wegen seiner Grösse dennoch entdeckt werden. Weiter würde ein Verdecken der Nase nicht den Geruch des Jägers oder Vibrationen am Boden, wenn er rennt, verstecken – alles weitere Indikatoren die potenzielle Vorwarnen könnten.

Ian Stirling von Polar Bears international und der University von Alberta hat Jahrzehntelang Eisbären bei der Jagd beobachtet: «Kein Bär wurde je dabei gesichtet, sich die Pfote über die Nase zu legen, während er seine Beute verfolgte.»

Sind Hunde und Katzen auch Rechts- oder Linkshändler?

Bei Hunden und Katzen gibt es den Mythos, dass sie wie Menschen entweder Rechts- oder Linkshändler sind. Hier stimmt die Legende mit der Realität überein: Kris Descovich von der University of Queensland sagt: «Es ist ein spannendes Phänomen, man nennt es  Lateralisierung. Es ist damit verbunden, dass eine Seite des Gehirns dominanter ist.»

Dabei kann die Präferenz von Links oder Rechts je nach Tier unterschiedlich ausfallen. Es gibt zwar die Wahrscheinlichkeit, dass weibliche Katzen eher Rechts- und Männchen eher Links-Händler sind, schlussendlich variiert das aber von Tier zu Tier.

Reagieren Stiere wirklich aggressiv auf Rot?

Jeder kennt die berühmten Bilder: Der Stier beim Kampf mit dem Torero, der ein rotes Tuch schwingt. Das Tuch soll den Stier mit seiner roten Farbe besonders aggressiv machen. Doch hier bleibt es beim Mythos: Denn Stiere können die Farbe Rot nicht sehen.

Kühe und Stiere können nur Farben in den Bereichen von gelb und blau erkennen, erklärt Expert David Beggs von der University of Melbourne. Die Legende, dass Stiere durch rote Farbe aggressiv werden, komme von den Spanischen Stierkämpfen.

Was den Stier dazu bringt den Torero anzugreifen ist, dabei weniger die Farbe, als die Bewegungen des Tuches an sich. Dieses soll je nach Quelle rot sein, um das im Kampf vergossene Blut zu kaschieren oder es noch mehr zu betonen.

1 Kommentar

  1. Das wegen der Eisbären. Wen interessiert das noch. Wir sind ja leider auf dem besten Weg dazu dass das Problem in einigen Jahren gelöst sein wird, wenn es keine mehr gibt. Einfach schade für die so schönen Tiere.Report

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