Mutationsspezifische PCR-Tests erkennen Mutationen innert 24 Stunden. (Symbolbild: Keystone)
Schweiz

BAG zahlt nicht für das schnelle Aufspüren von Mutanten

Mittlerweile sind diverse Corona-Mutationen im Umlauf. Neue Tests können diese innerhalb von 24 Stunden entdecken. Das BAG sieht aber davon ab.

Seit Beginn des Jahres mutieren die Coronaviren immer schneller. Diese Mutationen werden wiederum auf der ganzen Welt verbreitet. So auch in der Schweiz. Die indische Mutation etwa gibt es seit einem Monat in der Schweiz. Sie wurde aber erst vor einer Woche entdeckt. Wie der «Sonntagsblick» berichtet gibt es zwei Möglichkeiten, um Mutationen zu identifizieren.

Einerseits in Universitäts- und Diagnostiklaboren, wo das komplette Erbgut der Coronaviren analysiert wird. Das «Whole Genome Sequencing» erlaubte seit dem Start des Programms Anfang März mehr als 6’500 Viren zu entschlüsseln.

«Das erlaubt uns, neue besorgniserregende Varianten zu erkennen», sagt Tanja Stadler (39), Biostatistikerin an der ETH Zürich, gegenüber der Zeitung. «Zur effizienten Kontaktnachverfolgung ist diese Sequenzierung aber zu langsam.»

Schnellere Methode nur bei britischer Variante eingesetzt

So sei der zweite Weg, einzelne Mutationen aufzuspüren, schneller. Mutationsspezifische PCR-Tests können sie innert 24 Stunden erkennen. «Das ist schneller und billiger, als das gesamte Erbgut zu überprüfen», sagt Didier Trono (65), Virologe an der Universität Lausanne. «Solche Tests können einen grossen Effekt haben, sobald man weiss, nach welchen Mutationen man suchen muss.»

Diese mutationsspezifischen PCR-Tests werden in Ländern wie England und Dänemark bereits regelmässig eingesetzt. In der Schweiz wurde diese Methode bereits benutzt, um die britische Variante zu identifizieren. Seither finanziert das BAG aber für neue Mutationen keine Tests mehr. Die Schweiz ist entsprechend im Rückstand, was zu Unmut bei den ForscherInnen führt: Sie weisen seit Monaten auf die Bedeutung der mutationsspezifischen Tests hin.

Die Sequenzierung ganzer Genome läuft derweil weiter. Das hat einen entscheidenden Vorteil: Die Methode kann helfen, die Impfstoffe im Kampf gegen die Mutationen zu verbessern. «Die neuen Varianten lassen sich im Labor studieren», sagt Trono. «So können wir feststellen, wie sie auf die Vakzine reagieren.»

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