Der Mars-Helikopter hat seinen vierten Flug erfolgreich abgeschlossen. (Bild: Keystone)
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Mars-Helikopter «Ingenuity» soll nach früherem Leben suchen

Der Mars-Helikopter "Ingenuity" soll nach seinem erfolgreichen vierten Flug vergangenes mikrobielles Leben auf dem roten Planeten suchen.

Der Mars-Helikopter «Ingenuity» hat seinen vierten Flug über den Roten Planeten erfolgreich absolviert und bekommt nun einen neuen Auftrag: Künftig soll er das Landegerät «Perseverance» bei dessen Suche nach Spuren von vergangenem mikrobiellen Leben auf dem Mars helfen und für den Rover aus der Luft das Gelände erkunden.

Die Forscher der US-Raumfahrtbehörde Nasa erhoffen sich Erkenntnisse darüber, inwieweit Mini-Helikopter Erkundungsmissionen auf fremden Planeten unterstützen können.

Ursprünglich sollte «Ingenuity» nur einen Monat lang für mehrere Flüge im Einsatz sein, laut dem nun geänderten Plan soll die Zeitspanne nun ausgedehnt werden. Die ursprünglich auf rund 30 Tage angelegte Mission sei zunächst um 30 Tage verlängert worden, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Freitag bei einer Pressekonferenz mit. «Nach dieser 30-Tage-Periode werden wir uns anschauen, wo wir stehen», sagte Nasa-Managerin Lori Glaze. «Es gibt die Möglichkeit, darüber hinaus zu gehen.»

Wie lange, hänge auch davon ab, wie gut Technik und Energieversorgung des Hubschraubers den extremen Bedingungen auf dem Mars standhalten könne. Die Temperaturen fallen auf dem Mars nachts bis auf minus 130 Grad Celsius. «Ingenuity» hält sich dann mit einem solarbetriebenen Heizgerät warm, doch ist unsicher, «wieviele Zyklen von Gefrieren und Auftauen er durchhält, bevor etwas kaputt geht», sagte Nasa-Chefingenieur Bob Balaram.

Vierter Flug scheiterte zunächst

Am 19. April war «Ingenuity» (auf Deutsch etwa: Einfallsreichtum) zum ersten Mal abgehoben – und hatte damit als erstes Luftfahrzeug einen Flug auf einem anderen Planeten absolviert. Danach hatte er noch zwei weitere Flüge absolviert – weiter und schneller als zuvor.

Beim vierten Startversuch am Donnerstag war der mit Lithium-Ionen-Akkus betriebene und rund 1,8 Kilogramm schwere Helikopter dann allerdings nicht wie geplant vom Boden abgehoben. Aus zunächst nicht eindeutig geklärten Ursachen schaltete «Ingenuity» nicht in den Flugmodus um, der für das Abheben eine Voraussetzung ist. Das Problem war den Nasa-Ingenieuren bereits von vorherigen Tests bekannt.

Bis auf dieses «Problemchen», für das derzeit an mehreren möglichen Lösungen und Überbrückungen gearbeitet werde, funktioniere der Helikopter bislang aber einwandfrei, sagte Nasa-Ingenieur Bob Balaram. «»Ingenuity» hat uns überrascht, es war alles so perfekt», sagte Projektchefin MiMi Aung. Nasa-Manager Thomas Zurbuchen sprach von einem «durchschlagenden Erfolg» der Mission.

Dünne Atmosphäre – massive Beschleunigung

Wegen der dünnen Atmosphäre, die grob nur ein Prozent so dicht ist wie die auf der Erde, müssen die Rotoren von «Ingenuity» auf 2537 Umdrehungen pro Minute beschleunigen – ein Vielfaches dessen, was Helikopter auf der Erde erreichen. Die Energie für diese Kraftanstrengung zieht «Ingenuity» aus seiner durch Sonnenstrahlen gespeisten Batterie.

Der Mini-Helikopter war an Bord des Nasa-Rovers «Perseverance» (auf Deutsch etwa: Durchhaltevermögen) Ende Februar – nach 203 Flugtagen und 472 Millionen zurückgelegten Kilometern – mit einem riskanten Manöver in einem ausgetrockneten Mars-See namens «Jezero Crater» aufgesetzt. Entwicklung und Bau des rund 2,5 Milliarden Dollar teuren Rovers hatten acht Jahre gedauert. Er soll auf dem Mars nach Spuren früheren mikrobiellen Lebens fahnden sowie das Klima und die Geologie des Planeten erforschen.

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