Der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger ist Präsident der GDK. (Bild: Keystone)
Schweiz

Gesundheitsdirektorenkonferenz setzt auf Impfrate und Richtwerte

Das vom Bundesrat vorgeschlagene Drei-Phasen-Modell zum Ausstieg aus der Corona-Krise wird von der Konferenz der GDK teilweise begrüsst.

Die Impfrate soll jedoch besser berücksichtigt werden. Zudem sollen keine Öffnungen vollzogen werden, wenn der überwiegende Teil der Richtwerte nicht erfüllt ist.

Der Vorstand der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) begrüsse das Drei-Phasen-Modell, welches eine gewisse Planbarkeit für die nächsten Schritte der Pandemiebewältigung darstelle, hiess es am Freitagabend in der Stellungnahme der GDK.

Die Impfraten seien bei den Übergängen in die verschiedenen Phasen noch besser zu berücksichtigen, vor allem vor Eintritt in die Normalisierungsphase, diese solle ausreichend hoch sein. Das Ziel, allen Personen bis Ende Juni eine erste Impfung anbieten zu können, hält die GDK für realistisch. Die Streichung der Positivitätsrate von der Indikatorenliste wird von der GDK begrüsst.

Richtwerte besser berücksichtigen

Bei den Kriterien für die nächsten Öffnungs- oder allfälligen Verschärfungsschritte soll es sich um Richtwerte und keine Automatismen handeln, schrieb die GDK. Die Richtwerte sollten besser berücksichtigt werden, als dies bei den letzten Entscheiden der Fall gewesen sei.

Es müsse ausreichend Zeit für die Beurteilung der Lage nach Öffnungen oder Verschärfungen eingeplant werden, um die Konsequenzen auf das Infektionsgeschehen beobachten zu können. In allen Phasen könne das Aufkommen von Virusmutationen das Infektionsgeschehen stark beeinflussen.

Auch das Risiko einer Überlastung des Gesundheitswesens kann laut GDK bei tieferen Inzidenzen oder tieferer Reproduktionszahl als den aufgeführten Werten nicht ausgeschlossen werden.

Nicht alle können geimpft werden

Die GDK weist unter anderem darauf hin, dass «ein nicht unbeträchtlicher Teil der Bevölkerung (vorerst) ungeimpft bleiben wird», darunter Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sowie Personen, welche sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können.

Auch das vorgeschlagene Vorgehen, in der Stabilisierungsphase (Durchimpfungsrate in der erwachsenen Bevölkerung von 40 bis 50 Prozent), den Zugang für gewisse Aktivitäten ausschliesslich für geimpfte, genesene und negativ getestete Personen zu gewähren, werde die Testkapazitäten allenfalls vor Herausforderungen stellen.

Im Weiteren müsse auch in der Phase drei das Tracing, Testen, Isolation und Quarantäne eine wichtige Rolle spielen, da weltweit nach wie vor mit Mutationen und höherer Mobilität zu rechnen sei, so die GDK.

In Drei-Phasen zur Normalität

Der Bundesrat will mit einem Drei-Phasen-Modell zur Normalität zurückkehren, wie er vor rund zehn Tagen bekannt gab. Für die langfristige Planung schickte der Bundesrat das Modell bei den Kantonen bis nächste Woche in die Konsultation. Es besteht aus einer Schutzphase, einer Stabilisierungsphase und einer Normalisierungsphase.

Gemäss dem vorgestellten Szenario befindet sich die Schweiz derzeit noch in der Schutzphase. Diese Phase gilt so lange, bis alle impfwilligen, besonders gefährdeten Personen mit zwei Dosen vollständig geimpft sind. Bis dahin müssen die Massnahmen aufrechterhalten werden.

Danach folgt die Stabilisierungsphase, die so lange dauert, bis alle erwachsenen Personen in der Schweiz, die sich impfen lassen möchten, geimpft sind. Bei einer Impfbereitschaft von 60 Prozent rechnet der Bundesrat, dass dies Ende Juli der Fall sein wird.

Schliesslich folgt nach der Impfung aller Erwachsener die Normalisierungsphase mit der weitgehenden Aufhebung der Massnahmen. Sollten sich nach dieser Phase erneut viele Menschen anstecken, behält sich der Bundesrat vor, gewisse Massnahmen erneut einzuführen – dies allerdings nur für all jene Menschen, die nicht geimpft sind.

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