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Der Telebasel-Newsbeitrag vom 29. April 2021.
Baselland

Vier Jahre Gefängnis für ehemaligen Kita-Leiter

Ein ehemaliger Kita-Betriebsleiter in Allschwil muss für 4 Jahre ins Gefängnis. Der 36-Jährige habe sich mehrfach sexuell an Kindern vergriffen.

Das Baselbieter Strafgericht sprach den 36-Jährigen am Donnerstagmorgen der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern und der mehrfachen Schändung schuldig.

Das Baselbieter Strafgericht verfügte neben der unbedingten Freiheitsstrafe, die von einer ambulanten Therapie begleitet wird, auch einen Landesverweis von zehn Jahren für den Deutschen. Auch wird ihm jede berufliche und ausserberufliche Tätigkeit mit Kindern und Jugendlichen lebenslänglich verboten.

Schuldig befand das Gericht den Angeklagten zudem wegen mehrfacher Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte und mehrfacher Pornografie. Er muss überdies den grössten Teil der Verfahrenskosten von rund 41’000 Franken sowie die Kosten für seine amtliche Verteidigung von rund 42’000 Franken bezahlen.

Es handle sich um gravierende Fälle, sagte die Strafgerichtspräsidentin bei der Urteilsbegründung. Der Mann habe sich verwerflich und egoistisch verhalten, indem er jede sich bietende Gelegenheit ausgenutzt habe, um die Kinder sexuell zu missbrauchen. Der Vertrauensbruch wiege schwer und dem Angeklagten sei es nur darum gegangen, seine Lust zu befriedigen.

Seine Aussagen, wonach er die die Taten bereuen würden, seien nicht glaubhaft, sagte die Gerichtspräsidentin. «Dass er zudem behauptete, dass er den Kindern etwas Gutes habe tun wollen, ist schlicht nicht nachvollziehbar und mutet zynisch an.»

Freispruch in einem Fall

Der Mann bestritt zwei der vier ihm zur Last gelegten Fälle. Das Gericht sah den sexuellen Missbrauch von drei Kindern im Alter von 2, 3 und 4 Jahren in der Kita jedoch als erwiesen an. So hatte ein Junge bereits vor der Festnahme des Angeklagten gegenüber seinen Eltern Äusserungen gemacht, die auf einen sexuellen Missbrauch hinweisen würden.

Freigesprochen wurde der Deutsche vom Missbrauchsvorwurf an einem Einjährigen. In diesem Fall würden Beweise fehlen, sagte die Richterin. Die Eltern des Buben hatten gegenüber der Staatsanwaltschaft angegeben, dass sich ihr Kind ab dem Sommer 2019 beim Wickeln plötzlich anders verhalten und geschrien habe. Die Eltern stellten zudem eine möglicherweise erweiterte Vorhaut und Schlafstörungen beim Jungen nach Kita-Tagen fest.

Die Anzeichen könnten auf einen Missbrauch hindeuten, aber auch auf andere Gründe zurückzuführen sein, sagte die Richterin. Die Arbeitskolleginnen hätten den Beschuldigten in diesem Fall auch nicht belastet. «Was bleibt, ist ein schlechtes Bauchgefühl. Aber Beweise liegen nicht vor.»

Der nicht vorbestrafte Erzieher war am 6. Dezember 2019 in der Kita in Allschwil festgenommen worden. Zuvor hatte ihn eine Arbeitskollegin in flagranti bei einem sexuellen Übergriff an einem damals vierjährigen Buben erwischt.

Der 36-jährige war in Lörrach (D) aufgewachsen und lebte seit 2013 in Basel. Seit April 2020 befindet er sich im vorzeitigen Strafvollzug in der Justizvollzugsanstalt Bostadel ZG.

Die zuständige Staatsanwältin zeigte sich mit dem Urteil zufrieden, obwohl sie eine Gefängnisstrafe von 4,5 Jahren für den Mann gefordert hatte.

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