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Der Telebasel News Beitrag vom 27. April 2021.
Basel

Museum lässt 100-jährige Puppen und Plüschtiere wieder aufleben

In den 1920er-Jahren bewegten sie sich in den Schaufenstern. Im «Spielzeug Welten Museum Basel» werden Steiff-Figuren per Knopfdruck wieder zum Leben erweckt.

Einst sorgten sie in den Schaufenstern für grosse Kinderaugen: Mechanisch bewegte Plüschtiere und Filzpuppen, die allerlei Handwerk und Faxen vollführten. Etwa in der Weihnachtszeit drückten die Kleinen ihre Nasen an den Vitrinen platt. Wenn der deutsche Spielwarenhersteller Steiff seine neuen Kollektionen präsentierte, liess er also buchstäblich die Puppen tanzen.

In seiner neuen Sonderausstellung lässt das «Spielzeug Welten Museum Basel» die Figuren aus den Zwanzigerjahren wieder aufleben. Auch wenn die Plüschtiere und Filzpuppen rund ein Jahrhundert auf dem Buckel haben, bewegen sie sich munter weiter. Dazu mussten sie restauriert werden. Die grösseren Schaustücke stammen aus den Jahren 1926 und 1928. «Sie wurden sogar an der Weltausstellung in Chicago 1933 gezeigt und waren damals eines der Highlights», erklärt Laura Sinanovitch, Kuratorin und Geschäftsführerin des Museums.

Spiegel der aufkommenden Wochenend-Kultur

So tanzt eines der beiden grossen Exponate ziemlich aus der Reihe. Es zeigt im Unterschied zu den anderen keine ländliche Szene. Miniaturhäuser im damals aufkommenden Bauhaus-Stil sind zu sehen. Nicht nur deswegen ist das Schaustück «Wochenende im Tierreich» ein Spiegel der damaligen Gesellschaft. «Das Wochenende kam erst langsam auf», erklärt Laura Sinanovitch. «Die Tiere machen alle Wellness, man könnte glauben, das sei ein Stück, das heute kreiert wurde, aber es ist schon 100 Jahre alt.»

So üben sich die Elefanten in Rumpfbeugen, ein Fuchs massiert den Bären mit einem Wallholz. Beim anderen grossen Schaustück «Die Mühle im Grund» liess Puppenkünstler Albert Schlopsnies eine ländliche Szene aufleben. Dabei dienten ihm vermutlich die BewohnerInnen eines «richtigen» Dorfs als Vorlage für die Gesichtszüge der Figuren. Daneben sind auch mehrere kleine Schaufenster zu sehen. Ob fotografierende Affen oder ein Igel als Müllermeister: Per Knopfdruck spielen sich viele kleine Szenen ab.

Die Sonderausstellung «Bewegte Welt» ist noch bis am 9. Oktober 2021 im «Spielzeug Welten Museum Basel» zu sehen.

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