Im Kanton Basel-Stadt werden besonders viele Impftermine abgesagt. (Bild: Keystone)
Basel

Jeder zehnte Basler sagt seinen Impftermin ab

Während viele sehnsüchtig auf einen Impftermin warten, erscheinen andere einfach nicht zum Termin. Besonders im Kanton Basel-Stadt kommt das oft vor.

Jeder zehnte Impftermin im Kanton Basel-Stadt wird nicht wahrgenommen. Dies berichtet «Blick» und titelt: «Basel, die Stadt der Impf-Schwänzer». So sollen hier besonders viele Impftermine abgesagt werden – auch im schweizweiten Vergleich.

Laut der Basler Gesundheitsdirektion sagten zehn Prozent aller BaslerInnen ihre Termine kurzfristig ab oder erschienen einfach nicht. Viele würden dabei keinen Grund für die Absage angeben. Bei den wenigen Menschen, die es tun, seien die Gründe Krankheit, Spitalaufenthalte oder auch Ferien.

Termine werden weitervermittelt

Die Impfdosen gehen dabei aber nicht verloren. «Das System erkennt die Absage und vergibt den Termin an eine andere Person», wird das Gesundheitsdepartement weiter zitiert. Der Termin werde dann der nächsten impfbefugten Person zugewiesen, die sich im normalen Anmeldeverfahren registriert hat.

Das muss aber schnell gehen, weil die Impfdosen nicht lange haltbar sind. Ist ein Fläschchen mit elf Impfungen geöffnet, bleiben sechs Stunden, diese zu verwenden. Wenn man den Impfstoff mit der Spritze aufgezogen hat, bleiben nur noch zwei Stunden.

«Es ist also eine Challenge, das so zu organisieren, dass man keinen Impfstoff verderben lässt», so Josef Widler, Präsident von der Ärztegesellschaft Zürich gegenüber «Blick». Deshalb müssen kurzfristig neue Termine für den Impfstoff gebucht werden.

Im Wallis hat man eine Lösung für das Problem: «Wenn eine grosse Anzahl von Personen nicht erschienen ist, legen wir die geschlossenen Fläschchen beiseite und verteilen die übrigen Dosen an Personen, die wir anrufen und die schnell kommen können», so die Walliser Gesundheitsdirektion. Auch hier kommen täglich fünf bis 20 Personen am Tag nicht zum Impftermin.

Kanton Uri und Bern mit wenig Absagen

Wenig Termine werden derweil in den Kantonen Bern und Uri versäumt. Im Kanton Bern erscheinen nur ein Prozent nicht zum Impftermin – also zehnmal weniger als im Kanton Basel-Stadt.

Die Hirslanden-Gruppe betreibt sieben Impfzentren und berichtet ebenfalls nur von einer geringen Zahl Terminversäumer. Dies meist, weil die Personen bereits in der Hausartzpraxis geimpft wurden oder sich umentschieden haben.

Obwohl hier mit einer Reserveliste gearbeitet wird, damit keine Dosen verschwendet werden, müssen sich junge Menschen ohne Vorerkrankungen erst noch gedulden. Schneller an einen Impftermin kommen sie durch die Impfversäumer also kaum: «Der Impfstoff ist momentan noch zu knapp», so Josef Widler.

6 Kommentare

  1. Und andere Leute warten schon lange auf einen Termin.
    Ganz einfach, wer ohn Abmeldung nicht erscheint, sollte gebüsst werden. Dann wird es mit Sicherheit kaum mehr Impf-Schwänzer*innen mehr geben…
    Sobald‘s nämlich in‘s Portemonnaie geht, überlegt man es dich dann doch lieber zweimal…Report

  2. Ich hab in BL und BS die Termine abgemeldet, weil ich mich auch bei der Arbeit angemeldet habe und dort früher den Termin erhielte. Darum hab ich dann die anderen 2 Termine die ich nachträglich erhalten habe abgesagt, sonst wurde ich ja 3 mal geimpft😉😉😉.Report

  3. Es kann aber auch sein, dass ältere Menschen ein älteres Handy haben, welches nicht mehr aktiviert ist und deshalb haben sie schlicht und einfach den Termin verpasst, da die Nachricht mit dem Impftermin nicht zu ihnen gelangte. Ist so meinen älteren Nachbarn passiert.Report

  4. Wenn die Leite nicht krankheitsbedingt oder durch einen Todesfall verhindert sind, sollten jene die letzten sein, die einen Impftermin erhalten.Report

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