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Der Telebasel News-Beitrag vom 21. April 2021.
Basel

Vorhang auf in den Kinos

Wenn sich am 22. April die Vorhänge der grossen Kinoleinwände öffnen, wird das Publikum in erster Linie Schweizer und europäische Filme zu sehen bekommen.

Unter Hochdruck werden die letzten Sachen bereitgemacht für die Wiedereröffnung der Kinosäle im kult.kino. Auch für die Betreiber kam es überraschend, dass sie wieder Publikum im Kinosaal empfangen dürfen.

Sie seien aber bereit, sagt Gini Bermond, Co-Geschäftsleiterin bei kult.kino. Doch sind es genügend Filme, die man zeigen kann, vorhanden? «Wir haben viele Filme, die über Monate verschoben wurden und deshalb können wir jetzt aus dem Vollen schöpfen. Wie das in fünf Wochen aussieht oder in zwei Monaten, kann ich jetzt noch nicht beantworten», sagt Gini Bermond.

Auch Kinos müssen Vorgaben einhalten

Die Kinos müssen sich an die Vorgaben des Bundes halten. So darf zum Beispiel nur ein Drittel der Sitze besetzt werden, bzw. maximal 50 Personen in einen Saal gelassen werden und es gilt Maskenpflicht.

Lohnt sich der Betrieb so? «Wenn jetzt jede Vorstellung mit dieser Zahl ausgelastet wäre, dann ist es durchaus vertretbar, aber wir wollen dem Publikum auch etwas zurückgeben. Einschneidender ist eher, dass wir null Konsumation anbieten dürfen. Ausser in der Gartenwirtschaft draussen», sagt Gini Bermond.

Es ist also alles angerichtet für aussergewöhnliche Kinoerlebnisse. Einzig auf das Popcorn müssen wir wegen der Schutzmassnahmen noch ein bisschen verzichten. Und auf welchen Film freut sich Gini Bermond besonders? «The Drunk» mit Mads Mikkelsen lautet ihre Empfehlung.

Filmstarts in der Schweiz in der Übersicht

«Das neue Evangelium» steht bei den Filmneustarts der Deutschschweizer Kinos im Vordergrund. Der Film des in Bern geborenen Regisseurs, Theaterautors und Essayisten Milo Rau, feierte an den Solothurner Filmtagen online Premiere, wurde Ende März als bester Dokumentarfilm mit dem Schweizer Filmpreis ausgezeichnet und war bis anhin fast nur als Stream zu sehen.

Gedreht im süditalienischen Matera, erzählt Milo Rau im Sozialdrama die Jesus-Geschichte im Kontext der Jetztzeit. Er bezieht Geflüchtete mit ein, die vor der Stadt in Lagern leben und auf der Suche nach einem besseren Leben unter katastrophalen Bedingungen leben und miserabel bezahlt als Erntearbeiter Tomaten pflücken.

Eine weitere Schweizer Produktion, die neu in die Kinos kommt und neugierig macht, ist «Sami, Joe und ich» von Karin Heberlein. Die Coming of Age-Geschichte über tiefe Freundschaft, starke Mädchen und das grosse Stolpern auf dem Weg ins Erwachsenenleben war am Zurich Film Festival 2020 nominiert und hat den Filmpreis der Zürcher Kirchen gewonnen.

Wieder starten wird der Schweizer Dokumentarfilm «Je ne te voyais pas» aus dem Jahr 2018. In diesem Film geht es um die schwierige Annäherung von Opfern und Tätern. Von Opfern, die versuchen, ihr Leben wieder aufzubauen und Tätern, die Verantwortung übernehmen.

Ebenfalls wieder ins Programm genommen wird «Beyto» von Gitta Gsell. Die Filmemacherin hat für ihr Werk an den diesjährigen Solothurner Filmtagen den Prix du Public gewonnen. Der Film nach dem Roman «Hochzeitsflug» des kurdisch-schweizerischen Autors Yusuf Yeşilöz handelt vom jungen Türken Beyto, der in der Heimat mit seiner Cousine verheiratet wird, obwohl er in der Schweiz einen heimlichen Geliebten hat.

Unter den europäischen Produktionsländern ist Frankreich besonders stark vertreten. Neu in den Deutschschweizer Kinos starten wird etwa «Antoinette dans les Cévennes», dessen Hauptdarstellerin Laure Calamy bei den französischen Césars als Beste Darstellerin ausgezeichnet wurde oder die französisch-deutsche Co-Produktion «Seules les bêtes», die 2019 an den Filmfestspielen von Venedig Weltpremiere gefeiert hat.

Aus Deutschland kommt die Dokumentation «Sein – gesund, bewusst lebendig» in die Kinos, die in diesem Jahr produziert wurde. Zudem ist das europäische Kino mit der finnischen Dokumentation «Aalto» über den Architekten Alvar Aalto und seine Frau Aino vertreten.

Der erste grössere Filmstart aus den USA nach dem Shutdown ist «Chaos Walking» über einen Krieg zwischen Siedlern und Aliens, in dem ein Virus alle Frauen tötete. Der Science Fiction-Fantasy-Film verspricht Action und Abenteuer.

Gespannt sein dürfen Filmfans dann auf die folgende Woche, wenn am 29. April die US-amerikanische Produktion «The United States vs. Billie Holiday» anlaufen wird, mit der Oscar-Anwärterin Andra Day in der Hauptrolle als Jazz-Sängerin und Aktivistin Billie Holiday.

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