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Der Telebasel News Beitrag vom 23. April 2021.
Basel

Galgenfrist für Riehener Brocki um zwei Jahre verlängert

Die Traditions-Brockenstube am Schopfgässchen in Riehen muss nun doch nicht per Ende Mai raus. Der Frauenverein kann zwei weitere Jahre dort bleiben.

Es wäre vielleicht das baldige Ende der beliebten Brockenstube und Kinderkleiderbörse gewesen. Der Frauenverein Riehen hätte bis am 31. Mai 2021 die Liegenschaft am Schopfgässchen 8 räumen müssen. Wie die «Riehener Zeitung» und Telebasel berichtet haben, will die Eigentümerin Akara Funds die Räumlichkeiten umnutzen und hat dem Verein gekündigt.

Die Geschichte hat nun eine Wende genommen. Der Frauenverein protestierte gegen den Entscheid der Eigentümerin. Eine Kündigung mitten in der Corona-Krise und erst noch für einen bedeutenden sozialen Treffpunkt: Das wollten die Mieterinnen nicht einfach hinnehmen. Bei einer aussergerichtlichen Einigung mit dem Zuger Akara Funds konnte der Verein einen Erfolg verbuchen: Die Eigentümerin gewährt dem Brocki eine Mieterstreckung bis zum 30. Juni 2023.

Wie die Vereinspräsidentin Silvia Schweizer in einer Mitteilung schreibt, entspreche dies exakt dem Datum, das sie bei der Schlichtungsstelle gefordert habe. «Im Gegenzug haben wir vereinbart, dass der Frauenverein nach Ablauf dieser zwei Jahre die Kündigung nicht erneut anfechten wird», so Silvia Schweizer.

Bis 2023 Zeit für die Suche nach einem neuen Standort

Mit dieser Erstreckung würden sowohl der Verein wie auch die Eigentümerin die nötige Planungssicherheit gewinnen. «Der Vorstand und natürlich auch ich sind sehr zufrieden mit der Lösung», schreibt die Vereinspräsidentin. Somit hat der Frauenverein zwei weitere Jahre Zeit, um einen neuen Standort für das Brocki und die Kinderkleiderbörse zu finden.

Wie Silvia Schweizer letztes Jahr gegenüber Telebasel erklärte, wäre eine kurzfristige Suche sehr schwierig gewesen. Für den 143-jährigen Traditionsverein würde mit einem Verlust des Brockis die Einnahmequelle versiegen. Rund 80 Frauen der 450 Mitglieder arbeiten ehrenamtlich für den Verein. Dieser spendet alljährlich den Nettogewinn gemeinnützigen Projekten für Frauen und Kinder.

Von der Vermieterseite sind andere Töne zu hören, als noch vor einem halben Jahr. Akara-CEO Karl Theiler schreibt, sein Unternehmen sei in engem Kontakt mit der Gemeinde Riehen und dem Frauenverein, um bei der Suche nach einem neuen Ort Hand zu bieten. Dabei wolle man auch «auf die Bedürfnisse von Riehen mit seinem Dorfcharakter» eingehen.

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