Der Mann wurde am 6. Dezember 2019 in der Kita in Allschwil festgenommen. (Bild: Keystone)
Baselland

Ehemaliger Kita-Leiter wegen Kindsmissbrauchs vor Gericht

Am Baselbieter Strafgericht in Muttenz beginnt am 22. April der Prozess gegen einen ehemaligen Betriebsleiter einer Kindertagesstätte in Allschwil.

Der 36-Jährige soll mehrere Kleinkinder sexuell missbraucht haben. Verantworten muss sich der Angeklagte wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern, mehrfacher Schändung, mehrfacher Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte und mehrfacher Pornografie. Er befindet sich seit dem 2. April 2020 in der Justizvollzugsanstalt Bostadel (ZG) im vorzeiten Strafvollzug.

Der Mann war am 6. Dezember 2019 in einer Kita in Allschwil festgenommen worden. Zuvor hatte eine Arbeitskollegin ihn in flagranti bei einem sexuellen Übergriff an einem damals vierjährigen Buben erwischt. Der Angeklagte soll dem Jungen, der sich mit anderen Kindern im Schlafraum der Kita aufgehalten hatte und nicht einschlafen konnte, an den Penis gefasst und diesen oral stimuliert haben.

Zudem soll sich der Angeklagte gemäss Anklageschrift der Baselbieter Staatsanwaltschaft in der Kindertagesstätte in Allschwil, wo er seit April 2019 bis zu seiner fristlosen Entlassung im Dezember 2019 gearbeitet hatte, an drei weiteren Kleinkindern im Alter von 1, 2 und 3 Jahren sexuell vergangen haben.

So habe er beim Wechseln der Windeln den Penis und den Anus eines Zweijährigen mit seinem Finger und seiner Zunge stimuliert und das Kind auch im Schlafraum sexuell missbraucht. Dabei habe er die Übergriffe fotografisch festgehalten. Auf dem Laptop und auf dem Handy des Angeklagten fanden die Ermittler 50 Fotos des teilweise nackten Jungen.

Verändertes Verhalten beim Wickeln

Weiter gaben die Eltern eines Einjährigen gegenüber den Ermittlern an, dass sich ihr Kind ab dem Sommer 2019 beim Wickeln plötzlich anders verhalten habe. So habe das Kind geschrien und Widerstand geleistet, indem es seine Hose sofort wieder hochzuziehen versuchte. Auch habe es seine Hand schützend vor den Intimbereich gelegt. Die Eltern stellten zudem eine möglicherweise erweiterte Vorhaut und Schlafstörungen beim Jungen nach Kita-Tagen fest.

Der Beschuldigte habe bei seinen sexuellen Handlungen gewusst, dass die Kinder aufgrund ihres Alters nicht in der Lage gewesen seien, sich zur Wehr zu setzen. Er habe dies und seine Überlegenheit als Erwachsener ausgenutzt, heisst es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft. Sie wird ihre Strafanträge an der Verhandlung bekanntgegeben.

Der Prozess gegen den 36-Jährigen ist auf 3,5 Tage angesetzt. Das Urteil wird voraussichtlich am 29. Mai 2021 verkündet.

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