Claude Bühler im Talk mit Michael Bubendorf. (Screenshot: Telebasel)
Basel

Persönliche Erklärung zum Talk mit Michael Bubendorf

Zum Ende des Talks mit dem Mediensprecher des Komitees «Freunde der Verfassung» kam es zu einem Eklat, der eine Erklärung nötig macht.

Im Talk mit Michael Bubendorf war als Thema das Referendum zum Covid-19-Gesetz vereinbart. Gegen Ende der Sendung zückte dieser ein Papier mit einem Zitat, das bei Telebasel ohne Kommentierung oder Distanzierung, also zum Nennwert veröffentlicht worden sei. Aussage: «Gleichzeitig tanzen 5000 Gesetzesbrecher, Nazis, Antisemitinnen auf Baselbieter Strassen herum und die Polizei schaut zu.» In der Folge stellte Michael Bubendorf den Verdacht in den Raum, dass ich Verschwörungstheorien verbreite.

Ich war nicht in der Lage, auf diesen Vorwurf zu antworten. Weil ich nicht wusste, ob dieses Zitat aus einer Telebasel-Sendung oder einem Online-Beitrag auf telebasel.ch stammte.

Im Nachgespräch informierte mich Michael Bubendorf: Es stammte aus dem Talk mit Peter Knechtli, den ich am 23. März selbst geführte hatte. Das Thema war dort die Corona-Demo in Liestal vom 20. März.

Und tatsächlich habe ich dort aus diesem Tweed des ehemaligen SP-Präsidenten und amtierenden Landrats Adil Koller zitiert:

Dieses Zitat habe ich in der Tat ohne Kommentierung oder Distanzierung in die Sendung eingebracht, und zwar in einer ganzen Reihe öffentlicher Statements von SP-Politikern. Gemeint war in dem Zusammenhang jedoch in keinem Moment eine Beurteilung der Demonstrantinnen und Demonstranten sondern die politische Frage, welche Abstützung die SP-Polizeidirektorin Kathrin Schweizer noch in ihrer Partei hat, wenn SP-Exponenten sich derart harsch öffentlich zu Wort melden.

Dazu vier Anmerkungen:

  • Sollte sich jemand durch die Wiedergabe dieses Zitat verletzt fühlen, so tut mir das leid. Es war zu keinem Zeitpunkt so gemeint. Wer die Sendung nachsieht, wird den Sinnzusammenhang leicht erkennen können.
  • Ich habe mich im Einführungstext zum Talk mit Michael Bubendorf ganz klar dagegen gewandt, Personen aus dem Umfeld des Referendumskomitees oder auch von Corona-Demos als «Spinner» abzuqualifizieren. Dieser Text war Michael Bubendorf vorgängig bekannt.
  • In den Talk-Sendungen, die ich als Produzent verantworte oder die ich selber moderiere, stehen für mich die Maxime der kritischen, aber fairen Befragung und der Verzicht auf Stigmatisierung unserer Gäste an oberster Stelle. Wer dies prüfen will, kann das jederzeit tun.
  • Das Vorgehen Michael Bubendorfs erfüllt klassisch den Sachverhalt des aus dem Zusammenhang gerissenen Inputs. Unsere Sendung stützt sich weiterhin auf Treu und Glauben.

11 Kommentare

  1. Herr Claude Bühler
    Ihre «persönliche Erklärung» ist eine defensive (plumpe) Rechtfertigung. Ich erkenne keine differenzierte Stellungnahme. Dass es Ihnen im Nachhinein «leid tut», greift zu wenig. Es braucht mehr als eine Entschuldigung und Rechtfertigung.Report

  2. Telebasel hat sich schon vor diesem Interview mit Skeptiker-Bashing hervorgetan. Geben Sie es zu: endlich hat Ihnen in der Person von Michael Bubendorf jemand die Grenzen aufgezeigt. Sie wurden schlicht und einfach schach matt gestellt. Im Boxsport nennt man das technischen KO. Und alle, die mit Unterstützung der Medien gegen eine (vermeintliche) Minderheit unfair vorgehen, werden sich vorsehen müssen. Die Skeptiker sind keine Idioten, auch keine Romantiker, sondern Menschen, welche sehen, dass in unserem (noch) demokratischen Staat aktuell einiges schief läuft. Und wer unabhängig und nicht am Gängelband irgendwelcher Interessengruppierungen für seine Sache kämpft, der kämpft mit seinem Herzen und mit seiner Überzeugung. Und das ist viel viel stärker, als wenn man durch einseitige Propaganda auf einen regierungstreuen Kurs gebracht wurde.Report

  3. Nun müsste man ja eigentlich Adil Koller zur Rechenschafft ziehen, denn er twitterte ja diese Ungeheuren Lügen über die Massnahmen Krittiker. Gut, man hätte diese Aussagen mit zitat ergänzen sollen, aber hinterher ist man immer Klüger:
    Trotzdem finde ich es Mutig und von Herrn Bubendorf auf den Punkt gebacht, den wenn man nicht weiss von wem dieses Zitat stammt hätte ich mich auch von dem der dieses Zitat gebracht hat angegriffen gefühltReport

  4. Bubendorf hat ihn zwar überrumpelt. Aber die nachträgliche Entschuldigung und Rechtfertigung zeigt, dass er mind. teilweise Recht hat mit der Verschwörungstheorie.Report

  5. Da hat Herr Bubendorf einen Coup gelandet. Natürlich wurde Claude Bühler damit überrumpelt. Aber: Wer einen solchen Dreck, wie ihn Herr Koller in seinem Tweet ablässt, in irgendeiner Form in der Öffentlichkeit verbreitet, sollte damit rechnen, dass er damit Reaktionen hervorrufen kann. Hier geht es nicht um Diskursregeln, sondern darum, dass Massnahmen-Kritiker seit Monaten massiv verlemudet werden. Genau darauf wollte Herr Bubendorf aufmerksam machen.Report

  6. Normalerweise beteilige ich mich sehr selten an Kommentarspalten, aber obenstehende Kommentare kann ich nicht so stehen lassen. Wer Claude Bühler der Stimmungsmache bezichtigt und Bubendorf lobt (wofür eigentlich genau?), der/die hat entweder die obenstehende persönliche Erklärung von CB nicht gelesen oder ignoriert mit Absicht jene Stellen, die nicht ins eigene Narrativ passen.

    Es ist die Aufgabe des Moderators, kritische Fragen zu stellen. Das wird auch bei Christoph Eymann, der für das Gesetz ist, so sein. Sowohl ein Befürworter als auch ein Gegner des Referendums muss, sofern er sich exponiert, kritische Fragen aushalten und seine Position mit Argumenten verteidigen. So funktioniert Diskurs.

    Jedoch 1 Minute vor Sendungsschluss (und somit ohne die Möglichkeit einer Reaktion) einen Zettel hervorzukramen, dem Gegenüber ein völlig aus dem Kontext gerissenes Zitat an den Kopf zu werfen inklusive eines Vorwurfs der Verschwörungstheorie, ist nicht diskursorientiert sondern einfach unanständig. Es zeigt: Man gibt vor, für einen „offenen Diskurs“ zu kämpfen, verunmöglicht aber einen solchen durch sein eigenes Verhalten. So nicht!Report

  7. Empfinde ich jetzt eher wieder als jämmerlichen Versuch ihre Stimmungsmache zu rechtfertigen. Ihre persönliche Meinung war im Talk, wie auch den vorherigen Sendungen zum Thema klar ersichtlich. Ihre Körpersprache in der Sendung spricht Bände. Kritisch zu hinterfragen ist des Journalisten Pflicht, seine persönliche Meinung derart prominent kundzutun aber überhaupt nicht. Treu und Glauben ist in diesem Fall wohl eher unzutreffend. Zum Thema «aus dem Zusammenhang gerissene Inputs» sollte man nicht mit Steinen werfen wenn man selber im Glashaus sitzt lieber Herr Bühler.Report

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