Die Restaurantterrassen sind offen, bis die Innenräume auch öffnen, dauert es noch. (Bild: Keystone)
Schweiz

In diesen drei Phasen will der Bundesrat lockern

Die Aufhebung der Corona-Massnahmen soll in der Schweiz in drei Phasen geschehen. Frühestens Ende Mai sollen weitere Lockerungen erfolgen.

Der Bundesrat hat das Modell am Mittwoch bei den Kantonen und Sozialpartnern in die Konsultation gegeben. Ein Überblick:

Schutzphase

DAUER: Bis etwa Ende Mai – bis alle impfwilligen besonders gefährdeten Personen vollständig geimpft sind.

ÖFFNUNGEN: Aufgrund der fragilen epidemiologischen Lage plant der Bundesrat vor dem 26. Mai kaum weitere Öffnungsschritte. Er will am 12. Mai eine Auslegeordnung machen und allenfalls ein weiteres Öffnungspaket in die Konsultation geben.

SITUATION: Die Durchimpfungsrate ist tief und die Impfung der besonders gefährdeten Personen noch im Gange. Ein rascher Anstieg der Fallzahlen führt zu vielen Hospitalisierungen und Todesfällen. Bei Bedarf prüft der Bundesrat erneute Verschärfungen.

Folgende Richtwerte sind neu entscheidend:

  • 14-Tages-Inzidenz: 450 Neuansteckungen pro 100’000 Einwohner
  • Hospitalisierungen im 7-Tages-Schnitt: 120
  • Belegung Intensivbetten durch Covid-19-Patienten im 15-Tage-Schnitt: 300 Betten
  • R-Wert: 1.15

Stabilisierungsphase

DAUER: Bis etwa Ende Juli – bis die gesamte impfwillige erwachsene Bevölkerung vollständig geimpft ist.

ÖFFNUNGEN: Möglich sind die Aufhebung der Home-Office-Pflicht (bei regelmässigen Tests), Lockerungen der Kapazitätsbeschränkungen im Detailhandel, beim Sport sowie in Freizeiteinrichtungen, die Öffnung von Innenbereichen von Restaurants und der Präsenzunterricht in der Tertiärstufe (bei wöchentlichen Tests). Auch gesellschaftliche, kulturelle und sportliche Anlässe sollen in grösserem Rahmen wieder möglich sein. Hat die Durchimpfungsrate etwa 40 bis 50 Prozent erreicht, könnten an gewissen Orten Geimpfte, Getestete und Genesene gegen ein Covid-Zertifikat selektiv Zugang zu einem Anlass erhalten.

SITUATION: Die fortschreitenden Impfungen sollen die Anzahl der Hospitalisierungen und Todesfälle kontinuierlich senken. Die Akzeptanz der Schutzmassnahmen dürfte allerdings laufend abnehmen, was wiederum trotz Impfungen die epidemische Entwicklung beschleunigen könnte. Ein ungebremster Anstieg der Fallzahlen könnte das Gesundheitssystem rasch überlasten.

Folgende Richtwerte sind neu entscheidend:

  • 14-Tages-Inzidenz: 600 Neuansteckungen pro 100’000 Einwohner
  • Hospitalisierungen im 7-Tages-Schnitt: 120
  • Belegung Intensivbetten durch Covid-19-Patienten im 15-Tage-Schnitt: 300 Betten
  • R-Wert: 1.15

Normalisierungsphase

DAUER: Sobald die gesamte erwachsene Bevölkerung Zugang zu einer vollständigen Impfung erhalten hat.

ÖFFNUNGEN: Verbleibende Schliessungen von Betrieben und Einrichtungen sowie Kapazitätsbeschränkungen sollen schrittweise aufgehoben werden. Auch die Basismassnahmen wie die Maskentragpflicht an gut frequentierten Orten sollen schrittweise abgebaut werden.

SITUATION: Selbst bei einer hohen Impfbereitschaft bleiben viele Personen ungeimpft, darunter Kinder und Menschen, die sich nicht impfen lassen können oder wollen. Aus diesem Grund ist weiterhin ein rascher Anstieg der Fallzahlen und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglich. Allfällige Verschärfungen würden nur noch für Menschen gelten, die sich nicht haben impfen lassen wollen.

Folgende Richtwerte sind neu entscheidend:

  • Bei drohender Überlastung des Gesundheitssystems: Nur noch einschränkende Massnahmen für nicht geimpfte Personen
  • Keine Einschränkungen für alle Personen mit gültigem Covid-Zertifikat (geimpft, genesen oder zeitnah getestet)

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