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International

Englische Clubs machen bei Super League einen Rückzieher

Die von europäischen Grossclubs geplante Super League steht bereits wieder vor dem Aus: Sämtliche englischen Teilnehmer haben ihren Rückzug angekündigt.

Die Pläne für eine Super League stellten Europas Club-Fussball vor eine Zerreissprobe. Doch nach heftigen Drohungen der Gegner wenden sich alle sechs beteiligten englischen Clubs vom Vorhaben ab.

Nachdem Manchester City den Anfang gemacht hatte und auch der FC Liverpool, Manchester United, Tottenham Hotspur und Arsenal gefolgt waren, gab der FC Chelsea in der Nacht auf den 21. April als letzter der sechs Topclubs den Rückzug in einer Mitteilung auf der Club-Homepage bekannt. Berichte darüber hatte es schon zuvor gegeben.

Die spanischen Klubs FC Barcelona und Atlético Madrid sollen ebenfalls vor dem Rückzug stehen, berichteten Medien. Damit dürfte das höchst umstrittene Projekt, das den europäischen Club-Fussball zu spalten drohte, schon wieder vom Tisch sein.

Zwölf europäische Spitzenklubs, unter ihnen neben Manchester City und Chelsea der FC Liverpool, Real Madrid und Juventus Turin, hatten in der Nacht zum Montag die Gründung einer milliardenschweren Super League angekündigt. Diese stünde in direkter Konkurrenz zur Champions League der UEFA. Aus der deutschen Bundesliga (Bayern München, Borussia Dortmund) und aus der französischen Ligue 1 (Paris Saint-Germain) hatte sich kein Club der Super League angeschlossen. Finanziert werden sollte das Milliarden-Projekt durch eine US-Grossbank.

Prinz William mischte sich auch ein

In England, der Heimat der Hälfte der zwölf Gründer-Clubs, drohte Premierminister Boris Johnson mit scharfen Sanktionen. Er kündigte in der «Sun» an, dem «lächerlichen» Milliardenprojekt die Rote Karte zu zeigen. Sein Sportminister Oliver Dowden stellte im Parlament drastische Ideen vor, um die «Big Six», die englischen Spitzenvereine, von einer Teilnahme abzuhalten. Sogar Prinz William, Präsident des nationalen Verbandes FA, mischte sich ein.

Auch nationale Verbände und viele andere Clubs kritisierten die Pläne massiv. Die UEFA um ihren Präsidenten Aleksandar Ceferin hatte die Initiatoren der Super League scharf attackiert und mit harten Sanktionen gedroht. Die Clubs sollten aus der Champions League ausgeschlossen werden, ihren Nationalspielern drohte eine Sperre für die Europameisterschaft im Sommer.

Dem europäischen Club-Fussball drohte eine Schlammschlacht vor Gericht, möglicherweise schon vor den Halbfinals der aktuellen Champions League-Saison Anfang Mai. Diesen Freitag wollte die UEFA darüber entscheiden, ob Manchester City, Chelsea und Real Madrid aus den Halbfinals der Champions League entfernt werden sollten. Nur Paris Saint-Germain wäre übriggeblieben. Diese Gefahr scheint nun gebannt zu sein.

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