Mitte-Nationalräte fordern, dass der AstraZeneca-Impfstoff in der Schweiz möglichst bald zugelassen wird. (Bild: Keystone)
Schweiz

Politischer Druck für AstraZeneca-Zulassung wächst

Noch immer schreitet die Impfkampange in der Schweiz langsam voran. Politiker fordern nun die Zulassung des AstraZeneca-Impfstoffes.

Die AstraZeneca-Impfung ist wegen Verdacht auf schwere Nebenwirkungen wie Hirnthrombosen und Blutplättchenmangel in verschiedenen europäischen Ländern ausgesetzt worden. Mittlerweile wird der Impfstoff unter dem Namen Vaxzevria vermarktet. Immer mehr Stimmen aus der Wissenschaft schätzten das Mittel als zuverlässigen Schutz gegen eine schwere Corona-Erkrankung ein.

Die Forscher sind sich einig, dass die Gefahr schwer an Covid-19 zu erkranken höher ist, als das Risiko der möglichen Nebenwirkungen durch den Impfstoff Vayzevria, wie «20 Minuten» berichtet.

Das Mittel ist in der Schweiz noch nicht zugelassen, der Bund hat aber rund fünf Millionen Dosen vorbestellt. Stimmen aus der Politik fordern nun die Zulassung des Mittels durch Swissmediac. Es sei wichtig, dass die Schweiz so viel Impfstoff wie möglich generiere und die Impfkapazität erhöhe, wird Mitte-Nationalrat Philipp Matthias Bregy von der Zeitung zitiert.

Impfziel auf der Kippe

Denn: Das Impfziel von Gesundheitsminister Alain Berset steht auf der Kippe. Ob es wirklich reicht, alle Impfwilligen bis Ende Juli zu impfen, ist unklar.  «Swissmedic muss die Studien, die für eine Zulassung oder Nicht-Zulassung von AstraZeneca entscheidend sind, prioritär vorantreiben», fordert Bregy. Sobald die Studien da seien, gelte es, keine Zeit mehr zu verlieren. «Vielleicht sind für Swissmedic ein paar Überstunden nötig – Hauptsache ist, dass die Bevölkerung raschestmöglich mit welchen Impfstoffen auch immer geimpft werden kann.» Seine Forderung wird von Ruth Humbel (Die Mitte), Präsidentin der nationalrätlichen Gesundheitskommission, unterstützt.

GLP-Nationalrat Martin Bäumle warnt hingegen vor zu viel Druck für die Zulassung: «Impfen ist auch ein Solidaritätsakt und muss sicher sein.» Die Wahl eines Impfstoffs sei aber nicht mit dem Konsum einer bestimmten Zigarettenmarke oder Antibabypille vergleichbar. «Mit einer Impfung wollen insbesondere Jüngere, die Covid nicht als Risiko sehen, kaum Gesundheitsrisiken in Kauf nehmen.» Es sei deshalb essentiell, dass Swissmedic für den Impfstoff vom Hersteller die erforderlichen Datengrundlagen erhalte, sagt er. Auch SVP-Nationalrat Thomas Aeschi geht davon aus, dass Swissmedic seine Gründe hat, mit der Zulassung zu warten. Jeder solle möglichst bald seinen Impfstoff frei wählen können, verlangt er: «So trägt jeder selbst die Verantwortung, falls vielleicht später langfristige Folgeschäden bei einem Impfstoff entdeckt werden.»

Datengrundlage zu dünn

Die Datengrundlage für den Impfstoff sei derzeit unvollständig bestätigt Swissmedic gegenüber der Zeitung. «Wir warten noch auf Daten aus einer in Nord- und Südamerika laufenden Zulassungsstudie.» Noch ist unklar, wann die Daten eintreffen. Wenn es soweit ist, könne es aber schnell gehen: «Dank der laufenden Begutachtung ist ein Entscheid innerhalb von wenigen Tagen möglich.»

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