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Der Telebasel News Beitrag vom 20. April 2021.
Basel

Grüne fordern Untersuchung der Riehener Maienbühl-Deponie

Der Entscheid des Gemeinderates zur hinteren Auquelle hat politische Folgen. Das Altlasten-Problem beim Grundwasser kommt nun aufs Tapet.

Ein metallener Deckel im Gras. Das ist das Einzige, was von der hinteren Auquelle zu sehen ist. Das unscheinbare und unterirdische Gewässer im Riehener «Autäli» hat aber sowohl auf Gemeinde- wie auch auf Kantonsebene eine politische Debatte ausgelöst.

Letztes Jahr hat der Riehener Gemeinderat beschlossen, die Grundwasserzone rund um diese Quelle aufzuheben. Pikant dabei ist, dass sich diese unterhalb der ehemaligen Maienbühl-Deponie befindet. Heute steht dort eine Kompostieranlage. Bis in die 1970er-Jahre landeten dort aber Hauskehricht, Altmetall, Kadaver sowie chemische Abfälle.

Ruf nach Sanierung der einstigen Abfallgrube

Warum die Gemeinde diese Quelle vom Trinkwassernetz nimmt, hat in der Politik Fragen aufgeworfen. Einwohnerrat Heinz Oehen (SP) reichte dazu im Februar eine Interpellation ein. Auf kantonaler Ebene ist noch immer eine Motion vom ehemaligen Grünen Parlamentarier Thomas Grossenbacher hängig. Der Vorstoss wird voraussichtlich morgen Mittwoch im Grossen Rat behandelt.

Der Alt-Grossrat fordert, dass die Auquelle in der Grundwasserschutzzone verbleibt und dass der Kanton eine Untersuchung der Maienbühl-Deponie einleitet. Er findet, der Gemeinderat umgehe mit seinem Entscheid eine unangenehme Aufgabe: «Es geht gar nicht um den Schutz des Trinkwassers, sondern um den Schutz einer Deponie, diese wird offenbar höher gewichtet», sagt Grossenbacher gegenüber Telebasel. «Diese Deponie müsste saniert werden, solange wir dort unten Quellen haben, die wir für das Trinkwasser nutzen – und das ist obsolet, wenn die Gemeinde sagt, dass wir die nicht mehr brauchen.»

Quelle wird nicht mehr genutzt

Die zuständige Gemeinderätin Christine Kaufmann begründet den Entscheid jedoch anders. «Die hintere Auquelle wird schon länger nicht mehr genutzt.» Die Leitung, die ins Brunnwassersystem führt, sei schon lange defekt. «Daher ist die Grundwasserschutzzone nicht mehr notwendig.» Eine Reparatur der Quelle schätzt sie in einem sechsstelligen Kostenbereich ein. Für die geringe Wassermenge lohne sich dieser Aufwand nicht.

Thomas Grossenbacher dagegen findet, die Gemeinde wolle die Reparatur bloss ablehnen, um sich nicht der Deponiefrage stellen zu müssen. Zudem betont er, dass der Abfluss des möglicherweise kontaminierten Wassers auch mit der Aufhebung der Quelle früher oder später in den Langen Erlen, also im Grundwasser landet.

Deponie gilt nicht mehr als überwachungspflichtig

Christine Kaufmann beruft sich hingegen auf die Messungen des Amts für Umwelt und Energie (AUE). Früher war die Maienbühldeponie überwachungspflichtig. Das hat sich geändert: Das Gebiet wurde aufgrund der gemessenen Werte aus der Überwachung entlassen. «Zudem wurde sie nie als sanierungsbedürftig eingestuft», erklärt Kaufmann.

Thomas Grossenbacher ist trotz dieser Einstufung vonseiten der Behörden nicht zufrieden. Er fordert eine umfassende Untersuchung der Maienbühl-Deponie. «Wir wissen nicht, was da unten alles noch schlummert.» Der Regierungsrat betont in seiner Antwort auf seine Motion, dass das AUE den Aubach, wie auch die hintere Auquelle monatlich untersuchen werde. Solange das Wasser der hinteren Auquelle nicht zu Trinkwasserzwecken genutzt werde, sei die Deponie «mit den heutigen tiefen Messwerten im Abstrombereich nach Altlastenverordnung nicht sanierungsbedürftig». Ob die Quelle wieder für die Trinkwasserversorgung in Betrieb genommen wird, obliege der Kompetenz der Gemeinde Riehen, so die Kantonsregierung. Jetzt ist noch offen, wie sich der Grosse Rat zu diesem Vorstoss stellt.

2 Kommentare

  1. Ich glaube das Bettler Problem ist ein groesseres Problem als die Au Tal Aufbauschung. Wenn Bettler mit dem JET nach Basel einreisen und die Gruenen schweigen, dann schaffen wir diese Partei ab. Schaemt Euch Gruene.Report

  2. Es ist beschämend nichts zumachen! Die Gemeinde Riehen ist einer der Reichsten weit und breit. Bitte Räumt den Abfall auf. Nicht alles Stinkt was man nicht sieht.Report

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