Die Schweizer Hochschulen sind bei Wiedereinführung des Präsenzunterrichts vorsichtig. (Bild: Keystone)
Schweiz

Hochschulen bei Wiedereinführung des Präsenzunterrichts zögerlich

Die Hochschulen in der Schweiz nehmen sich Zeit für die Wiedereinführung des Präsenzunterrichts. Die meisten starten damit erst kommende Woche.

Die Hochschulen in der Schweiz nehmen sich Zeit für die Wiedereinführung des Präsenzunterrichts. Die meisten starten damit erst kommende Woche. Allenfalls kleinere Veranstaltungen werden bereits ab dem 21. April in Präsenz durchgeführt. Oft bleiben sie aber beim Fernunterricht.

Der Präsenzunterricht mit bis zu 50 Personen oder maximal einem Drittel der Raumkapazität ist an Schweizer Hochschulen seit Montagmorgen wieder erlaubt. Die meisten warten jedoch mindestens noch eine Woche zu oder setzen noch das gesamte Semester auf Online-Unterricht, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA gezeigt hat.

Dazu gehört etwa die Universität Genf. Man wolle damit Stabilität und Sichtbarkeit für die Studierenden gewährleisten, hiess es auf Anfrage. Ausnahmen gebe es nur für kleinere Kurse oder Seminare. Auch Prüfungen werden in Genf vorerst weiter online durchgeführt.

Die Universität Zürich wird erst am Dienstag entscheiden, wie dieser Lockerungsschritt umgesetzt werden soll. Auch die ETH will erst im Laufe der Woche entscheiden.

An der Universität Bern ist der Präsenzunterricht gemäss Angaben auf deren Webseite ab dem 26. April wieder möglich. Die Dozierenden können in Absprache mit den Fakultäten, Studien- und Institutsleitungen weiterhin nur online unterrichten oder einen Hybridunterricht (Präsenz und Online) anbieten. Eine Präsenzpflicht für die Studierenden gibt es nicht. Kleinere Veranstaltungen können bereits ab Mittwoch in Anwesenheit durchgeführt werden.

Vieles bleibt im Netz

Die Universität Basel nimmt den Präsenzunterricht ebenfalls erst am kommenden Montag wieder auf. Dies gelte indes nur für Veranstaltungen, für die im Vorlesungsverzeichnis ein Raum eingetragen sei. Veranstaltungen, die bereits für das ganze Semester online angekündigt sind, werden auch so durchgezogen, wie es auf der Webseite der Uni heisst. Präsenzveranstaltungen sollen nach Möglichkeit live übertragen oder als Aufzeichnung angeboten werden.

In Lausanne will die Universität «so bald wie möglich» Massnahmen ergreifen, die eine grössere Präsenz auf dem Campus ermöglichen sollen. Die 50-Personen-Grenze erschwere dies jedoch, hiess es auf Anfrage. Derzeit werden über 400 Angebote von jeweils mehr als 100 Studierenden belegt.

Die Fachhochschule Nordwestschweiz mit über 10’000 Studierenden wartet mit den Präsenzveranstaltungen auch noch eine Woche zu. Die einzelnen Schulstandorte entscheiden individuell, was sie wie anbieten wollen. Für die Mitarbeitenden gilt weiterhin die Homeoffice-Pflicht.

Beschränkte Raumkapazitäten als Hindernis

In der Zentralschweiz bleibt die Mehrheit der Hochschulen vorläufig beim Fernunterricht. Die Kapazitätsbeschränkungen liessen es nicht zu, im grossen Stil auf Präsenzformate umzustellen, teilte die Hochschule Luzern (Fachhochschule Zentralschweiz) auf der Homepage mit. Zudem seien viele Module in diesem Semester explizit für eine Online-Durchführung konzipiert worden.

Auch die pädagogische Hochschule Schwyz (PHSZ) kann laut eigenen Angaben mit der Auflage des Bundes, dass maximal ein Drittel der jeweiligen Raumkapazität ausgelastet werden dürfe, lediglich in zwei Räumlichkeiten Veranstaltungen in Seminargrösse durchführen.

Die Pädagogische Hochschule Zug wird die Mehrheit des Unterrichts weiterhin und sicher bis Semesterende digital durchgeführt. Einige Fächer wie Musik oder Sport haben dort bereits zuvor unter Einhaltung der geforderten Schutzkonzepte im Präsenzunterricht stattgefunden.

Tessin: wenn möglich auf dem Campus

An der Universität St. Gallen soll der Präsenzunterricht unter Einhaltung der Vorgaben ab dem 26. April starten. Ab dann werden auch wieder Lernplätze angeboten. Bereits ab dem 19. April gibt es wieder ein Programm für den Unisport. Ebenfalls am Montag wurde der Betrieb am Weiterbildungszentrum Holzweid aufgenommen.

Im Tessin will die Università della Svizzera italiana (USI) ab dem 26. April wieder Präsenzkurse anbieten, allerdings nur Vorlesungen mit weniger als 50 Personen. Die Studentinnen und Studenten müssen sich jedoch für die Vorlesung anmelden.

Alle Vorlesungen, die von mehr als 50 Personen besucht werden, finden weiterhin auf Distanz statt. Die USI sucht jedoch nach Formen, um auch in diesen Vorlesungen «Begegnungen» möglich zu machen, etwa mit Projektateliers oder ähnlichen Formen.

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