Die Saisonkarte, eine klare Message und ein Foto von David Degen: die Post von Manuel S. an den FC Basel. (Bild: zVg)
Basel

FCB-Fan: «Mein rotblaues Herz blutet heute»

Gegen 1'000 Fans haben am Samstag das abgegeben, was sie wohl am meisten mit dem FCB verbindet: die Saisonkarte. Ein Fan erzählt von diesem schweren Schritt.

Der Protest der FCB-Fans gegen Besitzer Bernhard Burgener geht in die nächste Runde. Am Samstag um 11 Uhr versammeln sich hunderte FCB-Fans vor dem Stadion. Sie stehen rund um das Joggeli an, um ihre Saisonkarte zurückzugeben.

Emotionaler Tag für die Fans

Einer davon ist Manuel S.*. Er hat seine Saisonkarte im Sektor C3 bereits per Post unter der Woche zurückgeschickt. Er beteiligt sich aber trotzdem an der Aktion der Fans vor dem Stadion am Samstagmorgen. Für den langjährigen FCB-Fan ist dieser Tag wichtig. Aber auch hochemotional: «Mein rotblaues Herz blutet heute. Es blutet schon seit geraumer Zeit. Nie hätte ich jemals gedacht, dass ich irgendwann einmal meine Saisonkarte aus Protest zurückgeben würde», so der FCB-Fan.

Manuel ist nicht der einzige FCB-Fan, dem es an diesem Tag so geht. Mit der Saisonkarte, die er seit mehr als 15 Jahren besass, verbindet er viele schöne Erinnerungen. «Ich war praktisch an jedem Spiel. National und international. Bei jedem Wetter und jeder Temperatur. Ich habe auf diesem Sitz geweint, gejubelt und geschrien. Aus Freude und aus Kummer», so Manuel.

Ein Opfer für den Neuanfang

Es hat ihn viel Überwindung gekostet, diesen Schritt, dieses «Opfer», wie er es formuliert, zu bringen. Sein heiliges Billett an Rotblau zurückzugeben. «Wenn man seinen Platz im Joggeli gefunden hat, dann will man ihn eigentlich nicht mehr hergeben. Die Leute, die vor, hinter und neben einem sitzen, sind in der Zwischenzeit fast schon zur Familie geworden. Es schmerzt mich, schon so lange nicht mehr im Stadion gewesen zu sein und jetzt meinen Platz aufzugeben. Aber es ist die richtige Entscheidung. Der FCB braucht einen Neuanfang».

Einen Neuanfang in Person von David Degen. Manuel S. hofft, dass der ehemalige Fussballer am Ende den Machtkampf gewinnt. Nicht weil er findet, dass Degen über alle Zweifel erhaben sei. Aber der aktuelle Zustand unter Bernhard Burgener sei nicht akzeptabel. Die Pläne, die der FCB-Besitzer mit dem Verkauf an Investoren hat, noch weniger. «Ich habe schlicht und einfach nur noch Angst um den FCB. Bernhard Burgener hat nicht alles falsch gemacht in diesen Jahren. Aber er hat sich und den Verein nun in eine Situation manövriert, die man nicht mehr reparieren kann. David Degen ist der Einzige, der in der Position ist, eine Veränderung herbeizuführen. Auch wenn er womöglich nur das kleinere Übel ist. Er hat seine Chance verdient», so der FCB-Fan.

Am Samstagmittag um 12 Uhr ist die Aktion der Fans beendet. Auch Manuel S. zieht wieder von dannen. Er hofft, dass er seinen Platz irgendwann im Joggeli wiederbekommen wird. Wann das sein wird, will er nicht vermuten. Er hofft nur, dass sein FCB bis dahin wieder zur Ruhe gekommen ist.

*Name der Redaktion bekannt

3 Kommentare

  1. Telebasel berichtet sehr einseitig wie auch die BaZ. Offensichtlich stecken diese Medien mit DD und seinen Hintermännern unter einer Decke. Unglaublich!Report

  2. Mit dieser Aktion schaden sie nicht BB, sondern nur dem Klub. Saisonkarten zurückgeben mit der man keine Spiele im Joggeli besuchen kann und die auch noch zum Grossenteil Gratis verlängert worden sind, zeugt nicht gerade von Grösse.
    DD wird in den Himmel gelobt ohne das sein Geschäfsmodel hinterfragt wird.
    Wer sind die Männer/Frauen im Hintergrund die den zukünftigen Präsidenten, die Verwaltungsräte in der Holding und im Klub stellen. Wer wird CEO und Sportchef. Wie will DD die eventuellen Defizitgarantie für den Verein und den Klub in den nächsten 5 Jahren gewährleisten. (Alleine der Verein FC Basel 1893 macht zwischen 0.6 bis 1 Millionen Defizit pro Jahr)
    Man verlangt von BB Offenheit aber wenn man diese von DD verlangt, wird man als Nestbeschmutzer und BB-Fan betitelt.Report

  3. Das ganze ist doch ein Riesen Zirkus und nützt niemanden. Der Herr Burgener lacht doch nur über das ganze.
    Die zwei Machtgeilen Menschen sollen doch endlich aufhören mit dem ganzen Mist.
    Wie so kauft nicht die Christoph Merian Stiftung das ganze und schmeisst die zwei raus. Stellt Leute ein die das nötige Fachwissen haben. Und der gewählte Präsident sollte man endlich orientieren was geht
    Das ist eine Riesen Schweinerei wie das gehandhabt wird ehrlich, wieso hat man das gemacht frage ich mich
    Jetzt hoffe ich das Basel morgen gewinntReport

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