Die Polizei hilft auch, wenn es um Ordnung geht. (Bild: Facebook/Kantonspolizei.Baselstadt)
Basel

Diese Velos haben hier nichts zu suchen

Die Kantonspolizei Basel-Stadt musste zwei Velos aus dem Schöneck Brunnen fischen. Auf Facebook mahnt sie mit einem Foto, dass eine solche Tat strafbar ist.

«Liebe Leute, wenn ihr bei so einer Aktion erwischt werdet, müsst ihr mit einer Anzeige wegen Sachbeschädigung rechnen», klärt die Basler Polizei auf ihren Social Media-Kanälen auf und fragt: «Ist es das wirklich wert?». Dazu postet sie ein Bild mit zwei im Schöneck Brunnen versenkten Velos. Die User reagieren mit Unverständnis.

«Die Menschheit verblödet» oder «Wie dämlich kann man sein?», kommentieren die User empört. Ein anderer meint: «Vielleicht waren die Velos, wie so oft, doof und egoistisch abgestellt und die Täterschaft dachte, das ist ein Denkzettel wert». Wie dem auch sei – sind solche «Rettungsaktionen» überhaupt Aufgabe der Polizei?

«Jein», sagt Tobrak Yerguz, Mediensprecher der Kantonspolizei Basel-Stadt, auf Anfrage: «Unsere Aufgabe ist es, für Sicherheit und Ordnung zu sorgen». Darum seien solche spontanen Einsätze nichts Aussergewöhnliches. Dazu gehöre auch, dass zum Beispiel umgeworfene Gegenstände wieder aufgerichtet werden – zum Beispiel ein Velo, dass das Trottoir für die Fussgänger blockiert. Diese Aufgaben könnten aber nur erledigt werden, wenn es die Zeit zulässt. Denn: «Ein Notfall hat immer Vorrang».

Unerwünschte Objekte: Im Februar musste die Polizei ein Trottinett aus einem Brunnen fischen. (Bild: Facebook/Kantonspolizei.Basel-Stadt)

Eine Statistik zu den spontanen Einsätzen der Polizei-Patrouillen gebe es jedoch nicht. Auf jeden Fall würden Schäden oder Verunreinigungen auch den Industriellen Werken Basel (IWB) gemeldet. Denn sie sind für den Unterhalt der Brunnen zuständig.

Müll im Brunnen: Leider keine Seltenheit

Je nach Art der Verschmutzung bedeute dies für die Brunnenreiniger zusätzlichen Arbeitsaufwand, erklärt Reto Müller, Mediensprecher der IWB. Zwar werden alle Brunnen in Basel mindestens einmal pro zwei Wochen gereinigt, doch bei starker Verschmutzung müssten die Brunnen dann eben zusätzlich sauber gemacht werden.

Im Falle des Schöneck Brunnens bedeute dies, dass zirka 10’000 Liter Wasser abgelassen werden, der Brunnen geputzt und das Wasser wieder eingelassen wird. Bis dann der Brunnen wieder voll ist, würde es knapp einen Tag dauern.

Die Verschmutzung durch jegliche Art von Müll oder Gegenständen sei saisonal sehr unterschiedlich. Steigen die Temperaturen, seien die Menschen mehr unterwegs und es gebe mehr Dreck in den Brunnen. Dass aber gleich zwei Fahrräder geborgen werden müssen, komme zum Glück nur selten vor.

7 Kommentare

  1. Hallo Fred, gebe ich dir Recht. Aber leider ist in der heutigen Zeit auch Respekt und Anstand im allgemeinen verloren gegangen. Somit ist auch der Lebenswert untergegangen.Report

  2. Mich stört am Ganzen, das für solchen Unfug dann wiederum die Polizei diese Pullshit-Arbeit machen muss! Für das gibt es ein Baudepartement in Basel, wo für den Unterhalt zuständig ist!!! Die Polizei muss schon sonst viel zuviel Müll in dieser Stadt beseitigen! Aber Basel hat ja «schyns» kein Problem, oder?Report

  3. Vielleicht war es ein Denkzettel für egoistisches Veloparkieren denn ich hätte oft Lust die mitten auf dem Trottoir hingestellten E Scooter an eine Wand zu knallen neulich stand so ein Ding sogar neben der Strasse und bin mit dem Velo nachts unterwegs und war fast hineingefahren
    Weniger Glück hatte ein Blinder welcher trotz Stock über den Scooter gefallen ist.. Leute stellt Bitte eure Scooter auf einen Veloplatz und nicht mitten oder neben Trottoir oder Strasse !!Report

  4. Abfallsünder*innen schaden uns allen. Viel schlimmer finde ich aber, wenn die Politiker*innen offenbar einen Basler Traditionsbrunnen in der Freien Strasse für einen Veloparkplatz, welchen die Wilparker*innen nie nutzen werden, vernichten lassen.Report

  5. Auch wenn ein Velo «doof und egoistisch» abgestellt ist, rechtfertigt es in keiner Weise das erwähnte Verhalten!
    1. Es werden Drittpersonen zu «Opfern» gemacht, das Problem zieht immer weitere Kreise!

    2. Wie «doof und egoistisch» ist es denn eigentlich, ein Velo in Gewässer zu versenken .?.?

    3. Müssten nicht präventiv Wut und Aggressionen zugunsten von Respekt und Anstand vermehrt überdacht werden?
    Das fordert Beharrlichkeit und Geduld!Report

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