Tritt aus der Taskforce des Bundes aus: Der Basler Professor Dominique de Quervain. (Bild: Keystone)
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Weiterer Basler Professor verlässt Taskforce des Bundes

Mit Dominique de Quervain verlässt ein weiterer Basler die Science Taskforce des Bundes. Dies nach den Lockerungen, die der Bundesrat beschlossen hatte.

Neurowissenschaftler Dominique de Quervain von der Universität Basel ist nach Kritik an der Corona-Politik des Bundesrates und aus Protest über den Druck der Politik auf die Wissenschaft aus der wissenschaftlichen Covid-19-Taskforce des Bundes ausgetreten.

«Heute verlasse ich die Science Taskforce», schrieb de Quervain am Freitag im Kurznachrichtendienst Twitter. Das dem Gremium auferlegte «politische Korsett» verhindere eine «dringend notwendige, ungefilterte wissenschaftliche Aufklärung».

De Quervain war Mitglied der Expertengruppe «Public health» und befasste sich mit der psychischen Gesundheit während der Corona-Pandemie. In Zukunft werde er seine Expertise im Bereich der mentalen Gesundheit unabhängig der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, erklärte der Wissenschaftler der Universität Basel weiter.

Kritik an Lockerungen

Der Experte hatte am Mittwoch die vom Bundesrat beschlossenen Lockerungen der Corona-Massnahmen als «Fehler» kritisiert. Er warnte vor einem verfrühten Optimismus und unvorsichtigem Handeln. Er befürchtete, dies könnte später umso striktere Massnahmen nötig machen, die auch psychische Folgen hätten.

Es ist nicht der erste Abgang in der Expertengruppe, von der sich Mitglieder während der Pandemie immer wieder auch öffentlich kritisch gegenüber der Corona-Politik der Behörden geäussert haben. Im Januar hatte Epidemiologe Christian Althaus das Gremium erlassen und ebenfalls die Politik kritisiert. Er erklärte damals, dass die Politik endlich lernen müsse, «der Wissenschaft auf Augenhöhe zu begegnen.» Das sei mit ein Grund, warum er aus der Taskforce ausgetreten sei.

Im Parlament wurde im März über einen Maulkorb für Mitglieder der vom Bundesrat im letzten Jahr geschaffenen wissenschaftlichen Taskforce diskutiert. Die Wirtschaftskommission des Nationalrats wollte, dass nur noch der Präsident der Begleitgruppe des Bundes in der Öffentlichkeit in Erscheinung treten darf. Der Nationalrat lehnte das Ansinnen aber mit 116 zu 78 Stimmen ab.

4 Kommentare

  1. Eigentlich sollte man dem BAG und der Task Force jegliche Komentare verbieten.
    Sie sind zur Beratung da und nicht um sich einen Stuhl bei den Medien zu ergattern.
    Überall stecken sie ihre Nase rein.Report

  2. Ich finde es sehr schade, dass schon wieder ein kompetentes Mitglied der Task Force diese nun verlässt. Es wird wirklich endlich Zeit, dass die Politik der Task Force auf Augenhöhe begegnet und deren wissenschaftlich fundierten Argumenten in die oft übereilt getroffenen Oeffnungen/Entscheidungen miteinfliessen können und nicht einem wirtschaftlichen Druck nachgegeben wird.Report

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