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Der Telebasel News-Beitrag vom 14. April 2021.
Basel

Ólafur Eliasson lässt den Weiher in die Fondation Beyeler fliessen

Ólafur Eliasson präsentiert seine Inszenierung «Life» in der Fondation Beyeler. Dafür liess er die Glasfront des Museumsbaus zum Park entfernen.

Ólafur Eliasson lässt Innen- und Aussenraum der Fondation Beyeler in Riehen ineinanderfliessen: Für seine raumübergreifende Inszenierung «Life» liess er die Glasfront des Museumsbaus zum Park entfernen und den Seerosenteich in den Bau quellen.

Eine Ausstellung im herkömmlichen Sinn ist das sicher nicht – im Gegenteil: Der vordere Teil der Fondation Beyeler wurde für «Life» leergeräumt. Der Begriff Installation greift ebenfalls zu kurz, es ist vielmehr eine raumübergreifende künstlerische Inszenierung, die der isländisch-dänische Künstler Ólafur Eliasson geschaffen hat.

Die grosse Glasfront des Museumsbaus von Renzo Piano ist weg, der Seerosenteich davor schwappt in die Museumsräume. Dort, wo normalerweise das berühmte Seerosen-Triptychon von Claude Monet hängt, spriessen jetzt reale Wasserpflanzen. Die Picassos, die Cézannes, die Mondrians haben der Natur Platz gemacht. Auf Stegen bewegen sich die Besucherinnen und Besucher über den Indoor-Bereich des grellgrünen Teichs an leeren Wänden vorbei.

Ólafur Eliasson folgt damit, wie er dies bereits mit früheren Arbeiten getan hat, seinem künstlerischen Grundprinzip, das Leben nicht aus einer anthropozentrischen Optik, sondern aus einer biozentrischen Perspektive zu betrachten, wie er in einem Statement zu «Life» schreibt. Und er führt damit auch die architektonischen Idee Renzo Pianos weiter, die den Museumsbau und den Park als eine Einheit versteht.

Er wolle das ganze Leben zum Teil seines Werks werden lassen, nicht nur die menschlichen Besucherinnen und Besucher, sondern auch Mikroorganismen, Pflanzen und dergleichen mehr. Dazu gehöre, dass er die Kontrolle über sein Werk gewissermassen abgegeben habe.

Gleichzeitig verzichtet Ólafur Eliasson aber auf eine didaktische Erklärung. Die Besucher sollen Raum für ihre eigenen Empfindungen haben und eigene Geschichten spinnen können. Damit hat er zielsicher ins Schwarze getroffen, denn das Begehen der raumübergreifenden Inszenierung wird tatsächlich zum sinnlichen Kunst- oder eben Naturerlebnis.

Der Glam-Beitrag vom 6. Mai 2021.

Höhepunkt einer langen Kunstbeziehung

Eliassons Einnahme des Museumskomplexes ist das Ergebnis einer längeren Beziehung der Fondation Beyeler mit dem Künstler, wie Museumsdirektor Sam Keller der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Erstmals war er 2002 noch als wenig bekannter junger Künstler in der Ausstellung «Monet – bis zum digitalen Impressionismus» präsent. «Im Laufe der Jahre kamen wir überein, mal etwas richtig Grosses zu machen», so Sam Keller – was hiermit nun geschehen ist.

«Life» ist noch bis am 17. Juli zu erleben. Und das 24 Stunden pro Tag, also über die gängigen Öffnungszeiten des Museums hinaus. Ein Besuch auch zu Randzeiten, bei unterschiedlichem Wetter lohne sich sehr, sagte Keller, denn das Werk lebe mit dem Verlauf der Tageszeiten und den sich ändernden klimatischen Bedingungen.

Der Telebasel Glam Beitrag vom 5. Mai 2021.

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