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Der Telebasel Report vom 14. April 2021.
Region

1991 in Basel: Die Geburtsstunde des Mundart-Raps

Seit 30 Jahren wird in der Deutschschweiz bereits auf Mundart gerappt. Der erste war ein Basler. Nicht nur Black Tiger blickt auf diesen Moment zurück.

«Y bin e Schprayer, und y schpray› won y will
Das isch e Basler Rap, drum loos› zue und sig schtill
D› Polizei will mi schtoppe, dass schaffe die nie
Wenn die mi schtresse wänn, hänn sie nur drmit mieh»

Diese Zeilen von Black Tiger auf dem Song «Murder By Dialect» von P-27 haben vor 30 Jahren die Schweiz geschockt. Nicht weil sie von illegalem Graffiti handeln, sondern wegen der Sprache, in denen Sie gerappt wurden. Mit diesen Worten wurde Mundart-Rap 1991 in Basel geboren.

Die «Line»

Hip-Hop schwappte in den 1980er-Jahren aus den Vereinigten Staaten nach Europa. In Basel entdecken viele Hip-Hop im Kino mit Filmen wie «Wild Style» (1982) oder «Beat Street» (1984), erklärt Rapper Skelt! Hip-Hop ist bekanntlich nicht nur Rap. Auch Breakdance, DJ-ing und Graffiti sind Fest in der Kultur verbunden.

Die Basler Zug Linie, auch «Line» genannt ist der Treffpunkt der damaligen Sprayer-Szene. Auch Black Tiger (49) war damals hier anzutreffen. «Das war damals wie ein eigener Dschungel», erinnert er sich zurück, «In die Welt, in die wir geboren wurden hat man uns Beton hingestellt und dann haben wir ihn farbig gemacht.» 

Black Tiger findet zum Baseldytsch

Ab 1984 als Sprayer unterwegs, interessiert sich Black Tiger bald auch für Rap. 1987 beginnt er zu rappen. Damals rappt man in Basel auf Englisch, orientiert sich an den Vorbildern aus den USA. Black Tiger tut sich aber etwas schwer mit dem Englisch und experimentiert bald auch mit Baseldeutsch. «Für mich ist es echter, ich komme mehr an meine Gefühle ran», erklärt Black Tiger.

Entscheidung im St. Galler Studio

«Fresh Stuff 2», so heisst das Rap-Album, dass 1991 entstehen soll. Rapper aus der ganzen Schweiz sollen Songs beisteuern. Zürich, Lausanne aber auch Basel ist mit der Band P-27 vertreten. P-27 erscheinen im St. Galler Tonstudio zusammen mit Black Tiger. Im Gepäck hat er einen schweizerdeutschen Text. «Ich sagte ich wolle auf Schweizerdeutsch rappen, ‹Sicher nicht›, hiess es», schildert Black Tiger die Situation. Doch dann bekommt er eine eigene Chance, seinen Teil auf Schweizerdeutsch zu rappen. Was dann geschah, ist Musikgeschichte.

«1991 in Basel: Die Geburtsstunde des Mundart-Raps» ist eine Zeitreise ins Jahr 1991. Black Tiger, Skelt!, Kalmoo und Luana: Vier wichtige Rapper von damals erinnern sich noch einmal an den Moment.

Noch nicht genug von Mundart-Rap? Wie sich Mundart-Rap schweizweit seit 1991 entwickelt hat, behandelt der SRF-Podcast von Reena Thelly und Lukie Wyniger. Sehr empfehlenswert und eine grosse Inspiration für diesen Report.

1 Kommentar

  1. Toll, wie der (anonyme) «Skelt» vor dem Reisepassagierschiff-Terminal Basel am Rhein steht, wo all die Flusskreuzfahrschiffe von Basel empfangen werden. Dass die ganze Glasfront mit riesigen Sprayereien verschmiert ist, macht wohl noch stolz, sonst würde er wohl nicht dort stehen.
    Der erste Eindruck, ein verschmiertes Terminal wo man kaum noch raussehen kann – wer so Gäste empfängt muss sich nicht wundern dass immer weniger kommen.
    Das Image stimmt für gut bezahlende Tourist/innen aus ganz Europa nicht mehr – und in der ganzen Stadt sieht es auch nicht besser aus. Viele Schiffe drehen schon in Strassbourg, weil sauberer, günstiger und einfach lieblicher/freundlicher.
    Ich verstehe es.Report

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