Featured Video Play Icon
Der Telebasel News Beitrag vom 11. April 2021.
Region

Gemeinde Gempen stösst beim Verkehr an ihre Grenzen

Im Hinblick auf den Verkehr stösst die Gemeinde Gempen derzeit an ihre Grenzen. Und der Schock wegen des tödlichen Unfalls sitzt noch immer tief.

Die Strasse von Dornach nach Gempen ist berüchtigt. Am 31. März 2021 ereignete sich dort ein tragischer Verkehrsunfall. Ein Auto kam in einer Kurve von der Strasse ab, zwei Insassen starben, ein weiterer Mitfahrer wurde schwer verletzt. 2019 wurde ein Velofahrer von einem Auto angefahren und ebenfalls schwer verletzt. Und letzten Donnerstag erwischte die Solothurner Polizei einen Raser mit einer Geschwindigkeit von 142 Kilometern pro Stunde statt der erlaubten 80.

Trotz dieser Vorkommnisse zog es auch am heutigen Sonntag wieder Hunderte auf den Berg. Die Natur und die Aussicht auf Basel und die Region ziehen die Leute an. Besonders bei den VelofahrerInnen sei aber immer ein etwas mulmiges Gefühl da. «Klar ist man angespannt. Vor allem wenn man in einer Kurve ist und man genau hört, dass von hinten ein Auto kommt», meint Rolf Künzi aus Basel. Elena Nussbaumer, die ebenfalls aus Basel kommt, erinnert sich daran, dass nach dem letzten grossen Unfall mit einem Velofahrer Warnungen auf die Strasse geschrieben wurden: «Jedes Mal, wenn man auf die Kurve zufährt, ist man sich einfach bewusst, dass jederzeit ein Auto kommen könnte.»

Dorffeuerwehr stand im Einsatz

Beim schweren Verkehrsunfall vor gut zwei Wochen war auch die Feuerwehr Gempen vor Ort. Der Einsatz habe das ganze Team ziemlich mitgenommen, meint Kommandant Renato Ambühl: «Das war so ziemlich das Heftigste, was ich je gesehen habe in meiner Karriere in der Feuerwehr.» Ambühl ist bereits seit knapp 22 Jahren bei der Dorffeuerwehr, zwei davon als Kommandant.

Aus seiner Sicht sei es schwierig, einen Weg zu finden, solche Unfälle künftig zu vermeiden. Denn auch eine Temporeduktion nütze nur etwas, wenn sich die Autofahrenden auch daranhalten würden. «Die Personen, welche sich nicht an die Regeln halten wollen, die werden auch dann noch mit übersetzter Geschwindigkeit fahren.»

Laut Gemeindepräsidentin Eleonora Grimbichler (Freie Liste) sei der Unfall im ganzen Dorf intensiv diskutiert worden. Jedoch hätten sich nur wenige für neue Massnahmen ausgesprochen. Die Sicherheit der Strasse von Dornach nach Gempen sei in den letzten Jahren schon intensiv verbessert worden. So habe man etwa neue Leitplanken montiert.

Zum Thema Temporeduktionen meint sie, dass die Einheimischen wüssten, wie mit der Strasse umzugehen sei. Und man stelle sich dann schon die Frage, wieso das ganze Dorf und auch die umliegenden Gemeinden eine Temporeduktion hinnehmen müssten.

Gemeinde hat Probleme mit Verkehr

Die Unfälle seien zwar tragisch. Im Dorf würden zurzeit aber andere Verkehrsfragen heftiger diskutiert. So habe der Verkehr seit Corona massiv zugenommen. Die Parkplätze seien bisweilen völlig überlastet, es gebe mehr Lärm und auch mehr Abfall. Und anders als in alpinen Tourismusdestinationen gebe es in Gempen keine grossen Gastronomie- oder Hotelbetriebe. Die Gemeinde würde so von den TagesausflüglerInnen kaum profitieren, meint Eleonora Grimbichler.

Nicht zuletzt wegen der Unfälle auf der Gempenstrasse befinde man sich in einem intensiven Austausch mit dem Kanton Solothurn. Dieser habe zugestimmt, den obersten Abschnitt von der letzten Kurve bis zum Dorfeingang auf 60 km/h zu beschränken. Dieser Abschnitt, welcher hier auf dem Boden der Gemeinde Gempen den Namen Dornacherstrasse trägt, würde vor allem von Motorradfahrern dazu genutzt, nochmal richtig Gas zu geben. Mit der geplanten Verminderung der Höchstgeschwindigkeit erhoffe sich die Gemeinde eine deutliche Reduktion des Lärmpegels in diesem Teil des Dorfes.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Was geschah bisher

Mehr aus dem Channel