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Der Telebasel News Beitrag vom 10. April 2021.
Basel

Basler Traditionsbeiz Harmonie erhält zinsloses Darlehen

Ein nicht genannter Basler gewährt dem Traditionslokal Restauration zur Harmonie ein zinsloses Darlehen. Ansonsten wäre wohl die Bilanz deponiert worden.

Es war ein hartnäckiges Gerücht: Das Restaurant zur Harmonie stehe vor dem Ende, gehe womöglich nicht mehr auf. Heute nahm Wirtin Anna Götenstedt gegenüber Telebasel Stellung. Sie bestätigt, dass sie anfangs Jahr kaum mehr weiter wusste: «Es stand wirklich echt auf der Kippe.» Es sei unklar gewesen, ob sie nicht bis Ende Monat die Bilanz deponieren müsse. Damals sei es ihr auch seelisch sehr schlecht gegangen.

Rettung durch einen Basler

Anfangs Jahr habe sie ein Interview gegeben und kurz darauf habe sich ein Basler bei ihr gemeldet. Dieser bot ihr ein zinsloses Darlehen an. Götenstedt spricht davon, dass sie Glück hatte. Der Darlehensgeber sei «ganz ein toller Basler, ganz ein toller Mensch». Als über Fünfzigjährige habe sie versucht, nicht aufzugeben: «Ich liebe meinen Job, das ist mein Baby.»

Zwar sei ihr staatliche Unterstützung zugesprochen worden, die Gelder seien aber nicht ausreichend. So übernimmt die Kurzarbeitsentschädigung zwar 80 Prozent der Lohnkosten, die restlichen 20 Prozent muss sie aber weiter selbst bezahlen. Dazu kämen zum Beispiel noch die Sozialkosten und der Pachtzins. Nebst dem Teil, der durch die Kurzarbeitsentschädigung übernommen wird, habe sie weiterhin monatliche Fixkosten von gut 33’000 Franken.

Auch die zusätzlich gesprochenen Härtefallgelder würden nicht ausreichen. Bisher habe sie aus diesem Topf Finanzmittel in der Höhe von 5,5 Prozent des letzten Jahresumsatzes erhalten. «Also das deckt nichts», meint Götenstedt dazu.

Vermieter sei unkooperativ

Dazu komme, dass sie nicht von der Mietzinshilfe des Kantons Basel-Stadt habe profitieren können. Dieser würde Basler Geschäfte mit einem Drittel des Mietzinses unterstützen. Voraussetzung dafür wäre aber, dass auch der Vermieter auf einen Drittel der Miete verzichtet. Und das habe ihr Vermieter nicht machen wollen. «Die meinten, ich dürfte frühzeitig gehen, wenn ich wollte. Und sie würden jemand anderes finden.»

So einfach wollte Wirtin Anna Götenstedt aber nicht aufgeben. Und dank des Darlehens könne sie die Harmonie im heutigen Rahmen erhalten, auch wenn das Lokal noch ein, zwei Monate geschlossen bleiben müsste.

Anpassung im Privaten

Der Betrieb am Petersgraben sollte also wieder aufgehen. Für sich privat hat Götenstedt aber einen Schlussstrich gezogen. Sie zieht wieder ins Kleinbasel. Der Mietzins in der Wirtewohnung oberhalb des Lokals sei ihr zu teuer geworden.

Anna Götenstedt zu den Gründen für ihren privaten Umzug (Video: Telebasel)

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