Bei 68,3 Prozent der Fälle mit Nebenwirkungen sind die Betroffeneni Frauen. (Bild: Keystone)
Schweiz

Unerwünschte Nebenwirkungen bei einer von 1’000 Impfungen

Bisher ist bei Swissmedic nach ungefähr einer von 1'000 Impfungen eine Meldung über vermutete unerwünschte Nebenwirkungen eingegangen.

Nach rund 1,6 Millionen verabreichten Dosen sind bis am vergangenen Sonntag, 4. April 2021, 1’174 Meldungen über unerwünschte Nebenwirkungen der Covid-19-Impfstoffe eingegangen, wie das Heilmittelinstitut Swissmedic am Freitag, 9. April, mitteilte. Sie betrafen zu fast gleichen Teilen die Impfstoffe von Pfizer/BioNTech und Moderna.

Zwar sei es nicht möglich, die Meldungen direkt mit den Impfungen zu vergleichen, doch retrospektiv zeige sich eine ungefähre Melderate von einer Meldung pro 1’000 verimpften Dosen. Bei 68,3 Prozent der Fälle betrafen Frauen. Das mittlere Alter der Betroffenen lag bei 64,9 Jahren, wobei 41,7 Prozent 75-jährig oder älter waren.

Zwei Drittel der Meldungen (66,3 Prozent) galten gemäss Swissmedic als nicht schwerwiegend und betrafen Rötungen, Juckreiz, Schmerzen oder Schwellungen an der Injektionsstelle sowie Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Schüttelfrost und Müdigkeit. Meistens sei über mehr als eine Reaktion berichtet worden.

In den 396 Fällen, die als schwerwiegend beurteilt wurden, mussten die Personen entweder im Spital behandelt werden oder die Reaktion sei aus anderen Gründen als medizinisch bedeutsam betrachtet worden. In den meisten Fällen seien die Betroffenen aber nicht gefährdet gewesen. Deren Symptome reichten von Fieber, Atemnot, Kopfschmerzen, Erbrechen oder hohem Blutdruck bis zu einer Infektion mit einer Covid-19-Erkrankung.

Herpes Zoster-Erkrankungen werden untersucht

In 26 der schwerwiegenden Fälle kam es zu einer Reaktivierung von Varicella Zoster-Viren, die bei der ersten Erkrankung zu Windpocken führen. Die Betroffenen seien im Durchschnitt 72 Jahre alt gewesen. Derzeit werde untersucht, ob «ein ursächlicher Zusammenhang zwischen den Impfungen und dem Auftreten von Herpes Zoster» bestehe, hiess es weiter.

55 Personen starben «in unterschiedlichem zeitlichen Abstand zur Impfung». Sie waren im Durchschnitt 84-jährig und litten mehrheitlich unter schweren Vorerkrankungen. Es gebe bisher in keinem Fall konkrete Hinweise darauf, dass die Impfung die Ursache für den Tod gewesen sei.

Die Meldungen über unerwünschte Nebenwirkungen änderten nichts am «positiven Nutzen-Risiko-Profil der in der Schweiz verwendeten Covid-19 Impfstoffe», hiess es weiter. Das bekannte Nebenwirkungsprofil werde dadurch weitgehend bestätigt.

1 Kommentar

  1. Es dürften wohl einige mehr sein, die Nebenwirkungen haben. Soll ich einen halben Tag Kopfschmerzen mit Schüttelfrost und Gliederschmerzen melden? Es gibt schlimmeres, meine ich. Impft weiter, wir besiegen diesen Teufelsvirus!Report

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