Joël Thüring (links) kritisiert die Haltung von David Trachsel scharf. (Bilder: Keystone)
Basel

St. Galler Krawalle spalten Basler SVP

SVP-Politiker David Trachsel legitimiert Ausschreitungen als natürliche Folge der Corona-Massnahmen. Sein Parteikollege Joël Thüring kritisiert diese Haltung.

Nach den Ausschreitungen in St. Gallen vom Osterwochenende nimmt David Trachsel, Präsident der Jungen SVP Schweiz, die teilnehmenden Jugendlichen in Schutz. «Über die Corona-Krawalle von St. Gallen sind wir weder erstaunt noch empört», sagt der Basler gegenüber dem «Blick».

Das Verhalten der Randalierenden sei menschlich, es handle sich nicht um egoistische Partygänger, sagt er: «Der Fehler für die Geschehnisse liegt nicht bei den Jungen», so Trachsel. Die Ausschreitungen seien «die logische Konsequenz einer komplett missratenen Corona-Politik». Diese hätte die Anliegen der jungen SchweizerInnen nicht ernst genommen und würde nun keinen Schritt auf sie zugehen, so die Kritik des SVP-Politikers.

«Natürlich sollen sich die Bürger an Recht und Ordnung halten», sagt er. «Das gilt aber auch für den Staat.» Der Staat schränke in der Corona-Krise jedoch «grundlos Freiheiten und die Grundrechte massiv ein», wird der 26-Jährige weiter zitiert. «Der Staat hat damit angefangen, sich nicht mehr an die Verfassung zu halten.»

Scharfe Kritik von Thüring

Dass Corona-Demonstrationen, wie etwa im Kanton Uri, nun ganz unterbunden werden würden, kritisiert Trachsel ebenfalls: «Wenn sich der Staat so verhält, zwingt er die Bürger nahezu zu zivilem Ungehorsam», sagt er. «Dass sich immer weniger Personen an die Regeln halten, verwundert demnach nicht.»

Mit dieser Haltung stösst Trachsel in der eigenen Partei auf scharfe Kritik. Auf Twitter meldet sich der Basler SVP-Grossrat Joël Thüring zu Wort. «Weil man nicht in den Ausgang kann oder das Fitnesscenter zu ist, soll Gewalt an Polizisten legitimiert werden? Sicher nicht!», schreibt er.

«Wir stehen auf der Seite der Polizei, nicht auf der Seite einiger weniger Chaoten. DAS ist nicht ‹die Jugend›», so Thüring.

2 Kommentare

  1. Die junge SVP passt sich immer mehr den Jusos an. Dieser vermeintliche Zusammenschluss hat aber auch
    Vorteile für die Allgemeinheit. Mit dieser Einstellung schaffen sich die beiden Jungparteien von selbst ab.Report

  2. Dier Aussage von Herrn Trachsel: «Die Ausschreitungen seien «die logische Konsequenz einer komplett missratenen Corona-Politik». Diese hätte die Anliegen der jungen SchweizerInnen nicht ernst genommen und würde nun keinen Schritt auf sie zugehen, so die Kritik des SVP-Politikers» Ich verstehe Ihre Aussage als Aufforderung zu Gewalt,Herr Trachsel.Wenn es heute Abend zu Ausschreitungen und Sachbeschädigungen kommt.,wissen die Beschädigten jetzt,bei wem sie sich «bedanken» dürfen.Ich bin irritiert,solch eine Aussage von einem Jungpolitiker zu hören.Und ich finde es zu einfach,alle Probleme den aktuellen Massnahmen zuzuschiebenReport

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel