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Telebasel Fokus Corona vom 8. April 2021.
Basel

Corona treibt immer mehr Menschen in Armut

Die Corona-Pandemie treibt viele Menschen in die Armut. Dies spürt auch die «Schweizer Tafel». Die Nachfrage nach Lebensmitteln steigt.

Die Corona-Pandemie treibt immer mehr Menschen an die Armutsgrenze. Viele haben ihren Job verloren oder sind aktuell in Kurzarbeit. Deswegen wird häufig auch das Geld für Lebensmittel knapper. Das ist auch bei der «Schweizer Tafel» spürbar. «Ich habe gemerkt, dass mehr Menschen in Armut geraten sind. Wie viele das dann wirklich sind, werden wir in den nächsten ein bis zwei Jahren erfahren», sagt Michele Hostettler, Leiter Region Basel «Schweizer Tafel».

Die Armut sei oftmals verzögert sichtbar, aber schon jetzt bemerkt er einen Anstieg der Nachfrage. «Wir merken das vor allem durch die Belieferung der Institutionen. Der Bedarf nach Lebensmitteln ist gestiegen und wir mussten mehr liefern.»

72 Institutionen in Basel mit Lebensmitteln beliefert

Die «Schweizer Tafel» beliefert alleine in der Region Basel 72 Institutionen. Eine davon ist das «Tischlein deck dich». Auch bei ihnen ist die Nachfrage nach Lebensmitteln seit Beginn der Pandemie stark gestiegen. «Wir hatten seit der Wiedereröffnung nach dem Lockdown, also seit dem 20. Juni 2020, 50 Kunden. Das hat sich langsam gesteigert. Seit dem Spätherbst geht diese Zahl immer weiter rauf und jetzt sind wir mittlerweile bei knapp 90 Kunden. Das ist relativ viel», erklärt Hans-Jörg Rudin, Leiter der Abgabestelle «Elisabethenkirche».

Es brauche extrem viele Lebensmittel, um so viele Kunden zu versorgen. Ausserdem habe er bemerkt, dass immer mehr Kunden ohne Karte oder mit einer Caritas-Karte versuchen etwas zu erhalten. Viele würden auch den direkten Kontakt zu Rudin nutzen und erkundigen sich, wie sie eine «Tischlein deck dich»-Karte erhalten. «Wir haben diese Situation fast jedes Mal. Das sind Menschen die nichts mehr haben, Hilfe brauchen und in Not sind.»

Fokus Corona vom 9. April 2021.

Hilfe für Menschen an und unter der Armutsgrenze

Wer hat denn überhaupt Anspruch auf Hilfe? «Das sind Menschen, die an und unter der Armutsgrenze sind. Sie können sich an die rund 1200 Sozialfachstellen wenden. Diese Personen müssen dort vorbeigehen, die Karten klar auf den Tisch legen und zeigen, mit welchem Einkommen sie klarkommen müssen», so Rudin. Sollte das Einkommen nicht reichen, stehen die Chancen gut, dass sie Hilfesuchenden eine Karte erhalten.

Viele Menschen würden sich jedoch schämen und deswegen diesen Schritt nicht wagen. «Gerade älteren Menschen fällt es nicht leicht zu sagen: Ich habe zwar mein ganzes Leben lang gearbeitet, aber ich schaffe es trotzdem nicht, ohne Hilfe über die Runden zu kommen.»

Eine ähnliche Erfahrung macht auch die «Schweizer Tafel.» Der Leiter appelliert trotzdem an die Menschen vorbeizukommen und sich Hilfe zu holen. «Es ist keine Schande vorbeizukommen. Man kann uns auch anrufen und wir vermitteln weiter. Wir sind sehr dankbar, wenn sich armutsbetroffene Menschen auch Hilfe holen.»

2 Kommentare

  1. ja und gleichzeitig werden die mieten höher und leute wie martullo-blocher haben millionen und milliarden auf dem konto. es geht so nicht weiterReport

  2. Daran ist nicht Corona schuld, sondern die Massnahmen. Diese Unterscheidung ist wichtig, denn die Pandemie ist gegeben, die Massnahmen werden weder durch Schicksal noch durch irgendeine höhere Macht diktiert, sondern liegen in der absoluten und alleinigen Verantwortung der Behörden.Report

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